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Geschichte der mecklenburgischen Regionalsprache seit dem Zweiten Weltkrieg

Varietätenkontakt zwischen Alteingesessenen und immigrierten Vertriebenen. Teil 1: Sprachsystemgeschichte

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Klaas-Hinrich Ehlers

Der erste Band der mecklenburgischen Sprachgeschichte rekonstruiert den Strukturwandel der regional gebundenen Varietäten des Deutschen im Norden Mecklenburgs. An ausgewählten Variablen aus der Phonetik/Phonologie, Morphosyntax und Lexik wird die diachrone Entwicklung des Niederdeutschen und des mecklenburgischen Regiolekts in ihrer kontaktlinguistischen Wechselwirkung mit dem überregionalen Standard herausgearbeitet. Erstmals in der modernen Regionalsprachenforschung bezieht die Studie auch die Herkunftsvarietäten der vielen Vertriebenen ein, die nach dem Zweiten Weltkrieg ins Land kamen. Die korpusbasierten Variationsanalysen zeigen die sprachlichen Folgen auf, die die Vertriebenenimmigration für die sprachlichen Ausgleichsprozesse in den mecklenburgischen Kommunikationsräumen hatte.

Dieses Buch ist mit dem Johannes-Sass-Preis 2018 ausgezeichnet worden.

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Danksagung

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Danksagung

Die Darstellung der Ergebnisse eines Forschungsprojektes, das so sehr auf die Unterstützung vieler Menschen angewiesen ist wie meines, beginnt am angemessensten mit einer herzlichen Danksagung. An erster Stelle möchte ich meine 90 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen nennen, deren Interviews und Sprachproben die wichtigste Grundlage dieser Studie darstellen. Ich denke immer wieder mit großer Dankbarkeit und Freude an die langen, anregenden Gespräche zurück, die ich – in durchweg freundlicher Atmosphäre und oft bei Kaffee und Kuchen – mit ihnen führen konnte. Ihre Hilfsbereitschaft ist mir Verpflichtung, den großen Schatz an Erinnerungen, die sie mir freigiebig anvertraut haben, zu bewahren und für interessierte Leser aufzuschließen. Ich danke auch sehr herzlich all den engagierten Personen, die sich meine Sache kurzerhand zu der ihren gemacht und mir viele wertvolle Kontakte zu Zeitzeugen vor Ort vermittelt haben. Ohne die Hilfe dieser ‚Navigatoren durch die örtlichen Kommunikations­gemeinschaften‘ hätte ich als Ortsfremder viel schwieriger einen Zugang zu interessanten Gesprächspartnern gefunden und vielfach wäre mir dieser Zugang wohl ganz verschlossen geblieben.

Glücklicherweise konnte ich mich bei der Verschriftlichung und Auswertung meiner über 200 Stunden umfassenden Interviewaufnahmen und Sprachproben auf die Unterstützung durch eine Gruppe studentischer Hilfskräfte verlassen. Ich danke Magdalena Blender, Maren Goll, Anna Gyapjas, Martina Hasenfratz, Rabea Krause und Marina Leß für ihre große Hilfe bei dieser langwierigen Arbeit. Die produktiven Diskussionen in unserer kleinen Arbeitsgruppe waren sehr wertvoll für die schrittweise Weiterentwicklung der Codesysteme und der Verfahren der Auswertung, und sie haben mir einfach auch großen Spaß gemacht. Kathleen Ziemann hat mich bei der Arbeit mit der Analysesoftware MAXQDA weitsichtig und kompetent beraten. Mit Kathleen Ziemann und Markus Tümpel habe ich an der Europa-Universität in Frankfurt (Oder) zwei Übungen zur sprachwissenschaftlichen Empirie angeboten, in denen wir gemeinsam mit den Studierenden erste Leitlinien für die Transkription und Codierung meiner Interviewaufnahmen entwickelt und erprobt haben. Gero Lietz ← 11 | 12 → hat mir mit seiner guten Niederdeutschkompetenz bei der Transkription der niederdeutschen Aufnahmen verlässlich zur Seite gestanden. Als die ersten Auswertungen der Variablenanalysen vorlagen, übernahm Martina Hasenfratz sachkundig die Signifikanzprüfung und die Erstellung der Box-Plot-Diagramme. Jeweils Teile des fertigen Typoskripts haben dann Maren Goll, Anna Gyapjas und Sophie Weber auf Schreibfehler und Formulierungsknoten sorgfältig durchkämmt. All diesen Unterstützerinnen und Unterstützern sei ganz herzlich gedankt.

Mein Forschungsvorhaben hat seine unmittelbare Vorgeschichte in dem DFG-Projekt „Sprachvariation in Norddeutschland (SiN)“, aus dem unter anderem der Norddeutsche Sprachatlas (Elmentaler / Rosenberg 2015 a) hervorgegangen ist. Bei Erhebungen für dieses Projekt bin ich in Mecklenburg-Vorpommern vor Ort erstmals mit „schlesischen und sudetendeutschen Plattschnackern“ (Ehlers 2011 b) in Kontakt gekommen und so auf den Problemkreis der sprachlichen Akkulturation der zugewanderten Vertriebenen in Norddeutschland aufmerksam geworden, den die Forschung bislang kaum beachtet hat. Dem SiN-Projekt insgesamt und den spannenden Diskussionen im Teilprojekt in Kiel und Frankfurt (Oder) insbesondere verdanke ich wesentliche methodologische Anregungen und wertvolle Erfahrungen in der linguistischen Feldforschung. Ich habe mein Vorhaben von Beginn an als eine diachronische und soziolinguistische Ergänzung zu unserer areallinguistischen Projektarbeit in unseren kooperierenden Kieler und Frankfurter Projektgruppen betrachtet. Insbesondere möchte ich mich bei dem immer hilfsbereiten Peter Rosenberg bedanken, mit dem ich viele Einzelfragen meiner Arbeit besprechen konnte und der mir immer wieder scharfsinnige Hinweise gab. Auch Michael Elmentaler hat mir bei der Entwicklung des Forschungsvorhabens wichtige Perspektiven aufgezeigt. Meinen Kollegen vom Collegium Carolinum in München verdanke ich ebenfalls wertvolle Anregungen und Hilfestellungen bei der Planung des Projekts. Jeweils Teile meines Buchmanuskripts haben in der Entwurfsfassung Andreas Bieberstedt, Michael Elmentaler, Gero Lietz, Arendt Mihm und Harald Weydt gelesen und kritisch kommentiert. Sie alle haben mir sehr geholfen, die Argumentation zu schärfen, die Endfassung meiner Untersuchungs­ergebnisse verantworte ich dessen ungeachtet natürlich ganz allein. ← 12 | 13 →

Der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) verdanke ich eine insgesamt vierjährige finanzielle Unterstützung meiner Untersuchung.1 Ein großes Forschungsvorhaben von der Konzipierung, über die Datenerhebung und – auswertung bis hin zur schriftlichen Darstellung der Ergebnisse selbstbestimmt und konzentriert durchführen zu können, ist ein kostbares Privileg, für das ich sehr dankbar bin. Das Collegium Carolinum hat meine Projektarbeiten auch verwaltungsmäßig vorbildlich betreut. Die Deutsche Forschungs­gemeinschaft übernahm einen Teil der Druckkosten für diesen Band, der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. hat sich dankenswerter Weise an diesen Kosten beteiligt und so die Publikation dieses Bandes möglich gemacht. Schließlich möchte ich Gisela und Fritz Wolbring in Schwaan für ihre langjährige Unterstützung und herzliche Gastfreundschaft danken. Ihnen sei dieser Band gewidmet. ← 13 | 14 →


1 Die DFG-Förderung erfolgte im Format „Eigene Stelle“ unter den Projektnummern EH 190/3-1, EH190/3-2.