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Die Rolle des Ein-Platz-Prinzips in der Autonomie der Sportfachverbände

Eine Untersuchung der exklusiven Organisationsstrukturen im Sport

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Paul Fischer

Sind das Ein-Platz-Prinzip und die daraus resultierenden exklusiven Organisationsstrukturen im Sport als gegeben hinzunehmen? – Dieser Frage geht der Autor dieses Bandes nach. Er untersucht das Ein-Platz-Prinzip, das in nahezu jeder Sportart die Verbandsstrukturen von der internationalen bis hin zur regionalen Ebene prägt. Neben der Ein-Platz-Regelung stellt er auch die Teilnahmeverbote der Sportfachverbände auf den Prüfstand. Die zentralen Erkenntnisse gewinnt er, indem er den Kerninhalt der Autonomie der Sportfachverbände bestimmt und diesen allein in den für den Wettkampfsport notwendigen Regelungen sieht.

„Eine fulminante Entzauberung der Ein-Platz-Regel" – Professor Dr. Dr. h.c. Michael Kubiciel via Twitter

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§ 1: Gegenstand der Untersuchung

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§ 1: Gegenstand der Untersuchung

An jedem Wochenende werden in Bayern über 15.000 Fußballspiele angepfiffen.1 Die Wettkampfgegner haben, neben der Leidenschaft für den Fußballsport, vor allem eines mit sehr großer Wahrscheinlichkeit gemeinsam: Sie sind im Bayerischen Fußballverband (BFV)2 organisiert.3

Dass diese kühn anmutende Behauptung eine zutreffende ist, liegt an der weltweiten Organisation der Sportart Fußball nach dem Ein-Platz-Prinzip. Kurz←21 | 22→ gesagt fordert dieses „Prinzip“, dass es von der regionalen über die nationale bis hin zur globalen Ebene pro Gebiet nur eine Instanz für die Organisation einer Sportart gibt. In den meisten Wettkampfsportarten gibt es tatsächlich nur eine weltweite Spitzenorganisation.4

Veranschaulichend kann man von einer „Verbandspyramide“ sprechen, wenn man sich die Organisationsstruktur des Wettkampfsports vor Augen führt. Das soll dem Leser am Beispiel der gegenwärtig vorherrschenden Organisation des Wettkampfs im Fußballsport verdeutlicht werden:

An der Basis der Pyramide stelle er sich den einzelnen Sportler aus einer bayerischen Gemeinde vor, der Mitglied in seinem lokalen Sportverein ist. In seinem Sportverein betreibt er gemeinsam mit seinen Vereinskameraden den Fußballsport. Im Wettkampf tritt er mit der Mannschaft seines Sportvereins gegen Mannschaften anderer Sportvereine an. Die Sportvereine sind Mitglieder des BFV, der den Fußball-Wettkampf in Bayern organisiert. Der BFV ist, unter anderem gemeinsam mit weiteren Regionalverbänden, Mitglied des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der DFB wiederum ist Mitglied in der Union des Associations Européennes de Football (UEFA)5 und in der...

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