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Die Rolle des Ein-Platz-Prinzips in der Autonomie der Sportfachverbände

Eine Untersuchung der exklusiven Organisationsstrukturen im Sport

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Paul Fischer

Sind das Ein-Platz-Prinzip und die daraus resultierenden exklusiven Organisationsstrukturen im Sport als gegeben hinzunehmen? – Dieser Frage geht der Autor dieses Bandes nach. Er untersucht das Ein-Platz-Prinzip, das in nahezu jeder Sportart die Verbandsstrukturen von der internationalen bis hin zur regionalen Ebene prägt. Neben der Ein-Platz-Regelung stellt er auch die Teilnahmeverbote der Sportfachverbände auf den Prüfstand. Die zentralen Erkenntnisse gewinnt er, indem er den Kerninhalt der Autonomie der Sportfachverbände bestimmt und diesen allein in den für den Wettkampfsport notwendigen Regelungen sieht.

„Eine fulminante Entzauberung der Ein-Platz-Regel" – Professor Dr. Dr. h.c. Michael Kubiciel via Twitter

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§ 7: Das Ein-Platz-Prinzip der Sportfachverbände – eine notwendige Organisationsregelung?

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§ 7: Das Ein-Platz-Prinzip der Sportfachverbände – eine notwendige Organisationsregelung?

Wie eingangs der Untersuchung am Beispiel des Fußballsports aufgezeigt, entspricht es dem Selbstverständnis des verbandsmäßig organisierten Wettkampfsports, dass pro Sportart (fachliche Komponente) und Wettkampfgebiet (räumliche Komponente) nur ein einziger „Platz“ für eine organisatorische Instanz besteht, d. h., dass aus bestimmten, satzungsgemäß festgelegten Gebieten jeweils nur ein einziges Mitglied aufgenommen wird.482 Mit der gängigen Betitelung dieses Umstands als „Prinzip“ erscheint die Sachfrage bereits vorentschieden, suggeriert ein Prinzip doch eine gegebene Gesetzmäßigkeit, ja eine natürlich vorgegebene Ordnung im Sinne eines Naturgesetzes.

Ausgehend vom Ursprung des Begriffs Ein-Platz-Prinzip (unter I.) werden wir am Beispiel der Sportart Fußball erkennen, dass das „Prinzip“ eine von der Verbandsspitze implementierte Satzungsregel ist (unter II.). Die exklusive Organisation nach diesem „Prinzip“ ist für den Wettkampfsport ebenso wenig notwendig (unter III.) wie die Satzungsregel selbst. Auf letztere können sich die Sportfachverbände nicht wirksam berufen, da sie unangemessen ist (unter IV.).

I. Der Ursprung des Begriffs Ein-Platz-Prinzip

Bei der Suche nach dem Ursprung des Begriffs „Ein-Platz-Prinzip“ wird einem der Einstieg nicht leicht gemacht. Denn als Stichwort in allgemeinen Nachschlagewerken findet man das Ein-Platz-Prinzip nicht.483 Auch in juristischen484 Nach←141 | 142→schlagewerken ist kein Eintrag zu diesem „Prinzip“. In den allgemeinen Jargon des Vereinsrechts scheint der Begriff auch nicht eingegangen zu sein; so findet er im von Bernhard Reichert begründeten Handbuch zum Vereinsrecht im Kapitel über Monopolstellungen von Vereinen und Verb...

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