Show Less
Restricted access

Homosexualitäten in der Langzeitpflege

Eine Theorie der Anerkennung

Series:

Heiko Gerlach and Markus Schupp

Derzeit werden die Bedürfnisse und Bedarfe sexueller Minderheiten in der Langzeitpflege wenig berücksichtigt. Mit der vorliegenden qualitativen Studie auf der Basis von Interviews mit von professioneller Pflege abhängigen Lesben und Schwulen sowie mit Pflegefachkräften werden erstmals Informationen zur Situation und zu den Wünschen von pflegebedürftigen Lesben und Schwulen gewonnen. Der Studie zufolge verbessern emotionale Aufmerksamkeit, soziale Wertschätzung und rechtliche Gleichstellung das Wohlbefinden und die soziale Integration homosexueller Pflegebedürftiger. Ausbleibende Anerkennung kann dagegen die Identität Homosexueller beschädigen und zu sozialer Isolation führen. Von den Ergebnissen lassen sich neue Standards der Versorgung homosexueller Pflegebedürftiger im Alter ableiten.

Show Summary Details
Restricted access

3.0 Sensibilisierende Theorien

Extract

3.0 Sensibilisierende Theorien

Durch die Zirkularität im Forschungsprozess sowie als Ergebnis der vorliegenden Empirie erfolgte die theoretische Auseinandersetzung mit den sensibilisierenden Theorien. Folgend werden diese im Sinne des heuristischen Rahmens dieser Forschungsarbeit dargestellt und diskutiert. Hierbei handelt es sich um die Theorie des Symbolischen Interaktionismus als eine der Grundlagen der im Amerikanischen Pragmatismus verorteten und in dieser Arbeit zur Datenanalyse angewandten Methodologie der Grounded Theory und zweitens um die von Barney G. Glaser und Anselm Strauss begründete Theorie der Bewusstheitskontexte und ihre Anwendung auf die Interaktion mit Homosexuellen, begründet von Ken Plummer. Von weiterer Bedeutung für eine Untersuchung der Lebenssituationen homosexueller Frauen und Männer in der (Alters)Pflegebedürftigkeit sind die Theorien der Identität und des Stigmas, letzteres begründet durch Erving Goffman. Als wichtiger Aspekt professionellen Pflegehandelns ist die Theorie der Leiblichkeit von Bedeutung.

Im Kern dieses Kapitels wird die Anerkennungstheorie von Axel Honneth dargestellt und anhand der Begründung einer kritischen Theorie der Pflegewissenschaft durch Heiner Friesacher sowie anhand eigener Überlegungen der Forschenden in den Kontext der Homosexualitäten in der Altenpflege übertragen. Honneths Anerkennungstheorie und deren Übertragung durch Friesacher in die Pflege haben zwei Dimensionen: Wie sich bei der Analyse des Datenmaterials zeigte, kann der Umgang mit Homosexuellen im Setting der Altenpflege mit der Anerkennung respektive der Nicht-Anerkennung von Homosexualitäten beschrieben werden. Damit bildet die Anerkennung eine aus dem Datenmaterial generierte Theorie, womit die Theorien von Honneth und Friesacher auf der zweiten Dimension zugleich sensibilisierend in...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.