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Der Erste Weltkrieg in der Literatur

Zwischen Autobiografie und Geschichtsphilosophie

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Edited By Anna Wołkowicz

Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg setzen sich ForscherInnen aus Polen, Österreich und anderen europäischen Ländern mit dessen literarischem Niederschlag auseinander. Der germanistische Blickwinkel wird interdisziplinär erweitert, u.a. durch die Perspektive einer Polonistin und eines Osteuropahistorikers. Die in diesem Buch analysierten Romane, Gedichte, Stücke, aber auch Tagebücher und Theaterrezensionen stammen aus der Zeit zwischen 1914 und 2013. Neben Klassikern wie Arnold Zweig kommen weniger bekannte, vergessene und periphere Autoren zu Worte. Stark präsent ist das Interesse an literarischer Komparatistik, vor allem der deutsch- bzw. österreichisch-polnischen. Darüber hinaus stehen folgende Themenkreise im Fokus dieses Buches: Krieg und Autobiografie, Krieg als Trauma und Erinnerung, Krieg in der Unterhaltungsliteratur sowie geschichtsphilosophische Perspektiven.

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Die flämische Reihe des Insel-Verlags

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Rita Schlusemann

Die flämische Reihe war in den Jahren 1917 und 1918 eine Seitenreihe der erfolgreichsten Buchreihe der Welt, der Insel-Bücherei, die 2012 ihr hundertjähriges Bestehen feierte.1 „Geschätzt 60 Millionen Exemplare gelangten seit 1912 in die Hände von Lesern, Käufern, Sammlern“, so lautete das Fazit im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels vom 18. März 2012.2 100 Jahre zuvor, am 2. Juni 1912, war die erste Reihe von zwölf Bänden in der Insel-Bücherei erschienen, und ein Jahr vorher, im März 1911, hatte der Leiter des Insel-Verlags, Anton Kippenberg, in einem Brief an seinen Freund Alfred Walter Heymel von seiner Absicht geschrieben, „30-Pfennig-Bücher“ herauszugeben. Offiziell angekündigt wurde das Vorhaben in einem Rundschreiben im Börsenblatt Nr. 118 am 23. Mai 1912:

Es soll den Namen Insel-Bücherei führen [und] kleinere Werke, Novellen, Gedichtgruppen, Essays [erfassen], die zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind oder denen wir eine besondere aktuelle Wirkung zu geben beabsichtigen.

Für die ersten zwölf Bände wurden namhafte Autoren wie Rilke, Goethe und Hofmannsthal, aber auch Cervantes und Flaubert ausgewählt. Aus dem flämischen Raum wurden Amo des flämischen Architekten Henry van de Velde (Nr. 3) und, in der Nachdichtung von Stefan Zweig, die Gedichtsammlung Hymnen an das Leben des belgischen Dichters Emile Verhaeren3 (Nr. 5) in dieser ersten Reihe veröffentlicht. Stefan Zweig übersetzte zwischen 1910 und 1912 nicht ←91 | 92→ weniger als vier weitere...

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