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Der Erste Weltkrieg in der Literatur

Zwischen Autobiografie und Geschichtsphilosophie

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Edited By Anna Wołkowicz

Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg setzen sich ForscherInnen aus Polen, Österreich und anderen europäischen Ländern mit dessen literarischem Niederschlag auseinander. Der germanistische Blickwinkel wird interdisziplinär erweitert, u.a. durch die Perspektive einer Polonistin und eines Osteuropahistorikers. Die in diesem Buch analysierten Romane, Gedichte, Stücke, aber auch Tagebücher und Theaterrezensionen stammen aus der Zeit zwischen 1914 und 2013. Neben Klassikern wie Arnold Zweig kommen weniger bekannte, vergessene und periphere Autoren zu Worte. Stark präsent ist das Interesse an literarischer Komparatistik, vor allem der deutsch- bzw. österreichisch-polnischen. Darüber hinaus stehen folgende Themenkreise im Fokus dieses Buches: Krieg und Autobiografie, Krieg als Trauma und Erinnerung, Krieg in der Unterhaltungsliteratur sowie geschichtsphilosophische Perspektiven.

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Das Drama Franz Theodor Csokors Dritter November 1918 als literaturdidaktisches Konzept einer Lehrveranstaltung für polnische Germanistikstudenten

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Maria Kłańska

Das Drama Dritter November 1918 (1936) nimmt im Schaffen Csokors eine besondere Stellung ein. Es wurde ein „Requiem für Österreich“1 genannt, mit dem Grillparzerpreis und dem Burgtheaterring ausgezeichnet.2 Laut einer Auskunft der Burgtheaterinformation soll es auf dieser renommiertesten Bühne Wiens in drei Aufführungsserien: 1937 (24 Vorstellungen), 1958–59 (40 Vorstellungen) und zum letzten Mal 1966–69 (45 Vorstellungen) gespielt worden sein.3 Heute ist es wohl unter breiteren Gesellschaftskreisen selbst in Österreich vergessen. Auch unsere Germanistikstudenten wissen heute kaum etwas über Csokor, der ein getreuer Freund Polens während der Zeit des ‚eisernen Vorhangs‘ war.

Das Drama befindet sich nicht mehr im Kanon für die Krakauer Germanistikstudenten, aber wenn ich eine Option oder ein Magisterseminar zur österreichischen Literatur vor 1945 durchführe, versuche ich es zu berücksichtigen. Erstens, weil es österreichische Klassik ist, zweitens wegen der besonderen Beziehungen des Autors zu Polen und drittens wegen der Aktualität seines Werkes, wenn man Überlegungen über das vereinigte Europa anstellt. Um das ganze Drama besprechen zu können, scheint es notwendig, zwei Unterrichtseinheiten von jeweils 90 Minuten dafür zur Verfügung zu haben. Sollte man nur eine Wochenveranstaltung Csokor und seinem Drama widmen können, so ist es angebracht, auf den Band zu Österreich der Posener Anthologiereihe Quellentexte zur deutschsprachigen Literatur und Kultur zurückzugreifen und lediglich ←107 | 108→ die dort wiedergegebenen Szenen mit den Studierenden zu analysieren.4 Das kann sich auch wegen des Mangels an einer hinreichenden...

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