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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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Teil B Begriffsgeschichte

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Dieser mittlere Teil B unserer ganzen Betrachtung nimmt den weitesten Raum ein, obwohl der schon stark eingegrenzt werden musste. Von den originalen Schriften, die aus der zweitausend Jahre langen Geschichte des Begriffs der Person uns heute vorliegen, kann hier nur ein Teil betrachtet werden. Das ist allerdings der wohl wesentliche Teil. Die Geschichte von der persona bis zur Person heute lässt sich mit einem ersten umfassenden Blick in drei Stadien einteilen, und die lassen sich als dramatisch kennzeichnen.

Das erste Stadium dieser Geschichte liegt in der Antike, in der vorchristlichen Kultur der römischen Kaiserzeit. Dort bilden sich drei ursprüngliche Sinngehalte der Wortgestalt persona heraus, und zwar in dem dreifachen Drama, das wir im alten Rom ausmachen können: Erstens wörtlich im Drama als dem Prozess im Theater, zweitens in dem Drama als dem weiter ausgespannten Prozess vor Gericht und drittens in dem Drama als dem weitest ausgespannten gesellschaftlichen Prozess.

Das zweite Stadium der Geschichte der persona umfasst das christliche Mittelalter. Es ist der dramatische Prozess der Herausbildung und Entfaltung und Verfestigung der christlichen Kirche. In diesem Prozess ist es der zehn Jahrhunderte andauernde und auch politisch durchaus dramatische theologische Diskurs um die tres personae der göttlichen Dreifaltigkeit und um die una persona Jesu Christi aus duabus naturis, aus göttlicher Natur und menschlicher Natur, und schließlich um die persona jedes einzelnen menschlichen Wesens. Dieses Drama im Kirchenprozess gipfelt im Tod des spanischen Theologen Miguel Serveto im Jahr 1553...

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