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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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5 Die Begriffe persona und prosopon in der Ethik der jüngeren Stoa

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Wie wir im vorigen Kapitel gesehen haben, tritt in der Literatur zum Rechtswesen und zur Gesellschaft des römischen Staates der Kaiserzeit die Wortgestalt persona meistens mit dem Sinngehalt der Rolle des einzelnen Menschen auf, besonders deutlich bei Cicero. Er gehört als Philosoph der jüngeren, der lateinischen Stoa an. Da er schon hinreichend beachtet worden ist, wird er hier nicht noch weiter zitiert. In diesem Kapitel sollen nach (1) kurzer Darstellung der Geschichte und Eigenart der stoischen Philosophie zwei maßgebende Ethiker der jüngeren Stoa zu Wort kommen, nämlich (2) ausführlich der lateinisch schreibende Seneca und (3) kürzer der griechisch schreibende Epiktet. Das Kapitel endet (4) mit einem sehr kurz gefassten Befund.

1

Schauen wir jetzt kurz auf den für uns wichtigen Grundzug der Geschichte der Stoa, einer lebenspraktischen Philosophie, die Schule gemacht hat. Ihre Geschichte lässt sich in drei Stadien zunehmender Bedeutung für uns gliedern. Erstens, die ältere, griechische Stoa, um 300 v. Chr. begründet von Zenon (gest. um 264 vor Christus) aus dem zyprischen Kition; er lehrte in einer Säulenhalle in Athen, der Stoa poikile, daher der Name.

Zweitens, die mittlere, ebenfalls griechische Stoa, getragen besonders von Panaitios (gest. 110 vor Christus), der in Rhodos eine Schule gründete, in der die Lehre der älteren Stoa weiter entwickelt wurde, besonders von Poseidonios (gest. 51 vor Christus), dem universal gelehrten und einflussreichsten Philosophen dieser Schule. Drittens, die jüngere, in...

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