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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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7 Spaemann: Das Christentum hat die Person entdeckt

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7 Spaemann

Das Christentum hat die Person entdeckt

Georg Wilhelm Friedrich Hegel stellt im Paragraphen 62 seiner Grundlinien der Philosophie des Rechts im Jahr 1821 fest: „Es ist wohl an die anderthalb tausend Jahre, dass die Freiheit der Person durch das Christentum zu erblühen angefangen hat und unter einem übrigens kleinen Teile des Menschengeschlechts allgemeines Prinzip geworden ist.“ Mit diesem Zitat treten wir in die Betrachtung der entscheidenden Wende des Sinngehaltes der Wortgestalt persona ein. Entnehmen wir dem Zitat drei Stichwörter – Mensch, Person, Freiheit – und verbinden wir sie zu einem ersten Hinweis auf jene Wende: Mit ihr beginnt die Geschichte der bis heute lebendigen Philosophie der Freiheit der Person jedes menschlichen Wesens.

Zwei Autoren unserer Zeit haben dazu Wesentliches zu sagen: Theo Kobusch96 und Robert Spaemann97. In diesem kurzen Kapitel kann die Fülle und Klarheit der Gedanken, der Reichtum der für unsere ganze Betrachtung entscheidenden und verbindlichen Befunde dieser zwei Autoren natürlich nicht eingeholt werden. Sie werden in anderen Kapiteln immer wieder einmal wenigstens mit weiteren wichtigen Ausführungen zu Wort kommen. Hier aber wird nun der Blick auf einen für unsere Vorausschau auf die Geschichte der Person entscheidenden Befund des einen wie des anderen Verfassers gerichtet. Wenden wir uns zunächst (1) dem Befund von Kobusch und dann (2) dem für uns noch wichtigeren Befund von Spaeman zu, um (3) zu einer ersten Sicht auf die entscheidende Wende im Begriff der persona hin zu gelangen.

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