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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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8 Tertullian: Die persona wird christlich getauft

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8 Tertullian

Die persona wird christlich getauft

Quintus Septimius Florens Tertullianus116 (gest. später als 220 nach Christus) – ursprünglich nur Quintus Septimius Florens und später nur Tertullianus oder kurz Tertullian genannt, im damals zum Imperium Romanum gehörenden nordafrikanischen Cathargo117 als Sohn eines römischen Offiziers geboren – ist einer der frühesten lateinisch schreibenden und maßgebenden Autoren der jungen christlichen Kirche. 118 Er schreibt in einem originellen, scharfen, glänzenden ←129 | 130→Stil und gilt als Vater des Kirchenlateins. Tertullian ist für unsere Betrachtung besonders wichtig, weil er die noch junge Theologie der frühen christlichen Kirche aus dem Griechischen ins Lateinische holt.

Tertullian – juristisch, rhetorisch, philosophisch besonders im Geiste der Stoa gebildet (und für einige Zeit in Rom als Advokat tätig) – kritisiert die altgriechische Philosophie in vielen Punkten, bleibt jedoch der platonischen und vor allem der stoischen Philosophie verbunden. Die ersten seiner vielen Schriften erscheinen 197/198, das sind Schriften zu Verteidigung des Christentums gegen die nichtchristliche Öffentlichkeit.119 Er ist also spätestens zu dieser Zeit schon Christ. Es ist die Zeit der Christenverfolgung in Nordafrika und Syrien durch den Kaiser Septimius Severus. Tertullian richtet während dieser Verfolgung der Christen um das Jahr 202 eine Trostschrift Ad martyras an seine Glaubensgeschwister im Kerker. Aber er betont auch die Vereinbarkeit von Christentum und Römischem Reich und besteht darauf, Christen müssten loyal zum Kaiser stehen.

Tertullian ist Gegner des Monarchianismus120 und Anhänger des Montanismus121....

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