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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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23 Leibniz: Drei Dimensionen der Identität der Person

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23 Leibniz

Drei Dimensionen der Identität der Person

Gottfried Wilhelm Leibniz (gest. 1716) steht wie Spinoza auf dem von Descartes ausgelegten Grund der neuen Philosophie – und ist doch der letzte große Metaphysiker aus der alten in die neue Zeit hinein. Sein eigenwilliges Denken aus christlichem Glauben ist zumindest bis in sein fünfunddreißigstes Lebensjahr (1680) stark geprägt von der neuen Scholastik seiner Zeit und eine gewichtige, Sicherheit gebende Stimme in der an Trost und Hoffnung armen Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg.

Leibniz umspannt in seinem immensen Wissen den Weg der abendländischen Philosophie von ihren altgriechischen Anfängen, den Weg der christlichen Theologie von ihren patristischen Anfängen und den Weg naturwissenschaftlicher Forschung von ihren philosophisch-mathematischen Anfängen bis auf seine Zeit, der er in allen drei Bereichen entscheidende, originelle, grundlegende Anregungen gibt, so zum Beispiel im Bereich der Mathematik die Differentialrechnung.

Ein derart ausgespanntes Wissen muss viele Spannungen zwischen unterschiedlichsten Sichtweisen aushalten. Leibniz hält sie aus, indem er sie nicht zu überspringen, vielmehr zu überbrücken versucht. Diese Haltung zeigt sich auch in seinem politischen Wirken, so in seinen diplomatischen Bemühungen um Einigkeit zwischen evangelischer und katholischer Kirche. Seine eigene philosophische Sicht auf das All, die Welt und die Menschen, die sich im Wesentlichen nie wandelt, bildet und klärt sich ab 1680 immer stärker heraus. Sie ist rekonstruierbar aus seinen vielen Abhandlungen in Zeitschriften, aus unzählbar vielen Briefen von ihm...

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