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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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28 Schopenhauer: Die verschwindende Person

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28 Schopenhauer

Die verschwindende Person

Arthur Schopenhauer (gest. 1860), der Feuerkopf mit der scharfen Zunge, einsamer Philosoph ohne Professorenamt, durch das Erbe seines wohlhabenden Vaters in den Stand gesetzt, in fleißiger Muße für die Philosophie und nicht in beflissenem Schuften von ihr zu leben, gräbt sich durch die Geschichte der Metaphysik bis zu deren Wurzeln vor, legt sie offen und verwirft viele.

Aber Platon und Kant sieht er als die zwei hellen Gipfel an, zwischen denen sich das düstere Tiefland der Philosophie als der gefügigen Dienstmagd der christlichen Theologie erstreckt. In diesem Tiefland nur Giordano „Bruno und Spinoza sind hier ganz auszunehmen. Sie stehn jeder für sich und allein und gehören weder ihrem Jahrhundert noch ihrem Weltteil an, welche dem einen mit dem Tode, dem andern mit Verfolgung und Schimpf lohnten … Ihre wahre Geistesheimat waren die Ufer des heiligen Ganga: dort hätten sie ein ruhiges und geehrtes Leben geführt unter ähnlich Gesinnten.“

Ihnen fühlt Schopenhauer sich verwandt. Auch er steht für sich und allein, für eine sehr lange Zeit seines Lebens bis ins höhere Alter ungehört und einsam wie sie. Auch er gehört weder seinem Jahrhundert noch seinem Weltteil an. Auch er lebt in der inneren Heimat jenes menschlichen Geistes, der mit dem Gott der Juden und der Christen nichts anfängt und allen Glauben daran beendet.

Die „Ufer des heiligen Ganga“ sind der...

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