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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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35 Frankl: Zehn Thesen über die Person

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35 Frankl

Zehn Thesen über die Person

Viktor Emil Frankl (gest. 1997), in seiner Jugend mit Sigmund Freud bekannt und später dann Assistent bei Alfred Adler, begründet nach der Trennung von ihm die „dritte Wiener Schule der Psychotherapie“, nämlich die „Logotherapie“ auf der Grundlage seiner „Existenzanalyse“. Frankl wählt Logotherapie als Begriff zur Kennzeichnung seiner Psychotherapie, die als ärztliche Seelsorge den entscheidenden Beweggrund menschlichen Handelns nicht in dem Willen zur Lust (wie Freud) und nicht in dem Willen zur Macht (wie Adler) sieht, sondern in dem Willen zum Sinn.

Und Existenzanalyse wählt Frankl als Begriff812 zur Kennzeichnung seines Menschenbildes, das stark von Max Scheler (besonders von lebensphilosophischen Zügen seiner Anthropologie) und von Karl Jaspers (besonders von dessen Existenzphilosophie) geprägt ist.

Wie im vorigen Kapitel unserer Betrachtung zur Geschichte der Philosophie der Person mit Lersch eine Stimme aus der Psychologie zu Wort kommt, so jetzt mit Frankl eine Stimme aus der Psychiatrie. In diesen beiden ja einander verwandten Fächern und so auch bei diesen beiden Autoren bleiben die Ansätze zur philosophischen Klärung des Begriffs der Person im Rahmen der aus der Praxis entstandenen und für die Praxis arbeitenden Fachwissenschaft und erreichen ←561 | 562→nicht den Standard eines streng philosophischen Zugangs. Viktor Frankl kommt hier aus folgendem Grunde zu Wort:

Er unterscheidet grundlegend zwischen der Person und ihrer Persönlichkeit, und zwar im Sinne unserer ganzen Betrachtung, welcher in deren drittletztem Kapitel...

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