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"Kontaminierte Landschaften"

Mitteleuropa inmitten von Krieg und Totalitarismus. Eine exemplarische Bestandsaufnahme anhand von literarischen Texten

Edited By Alexander Höllwerth

Der Band befasst sich mit dem schweren Erbe von Krieg und Totalitarismus in Mitteleuropa. Er enthält die Texte von 21 Autorinnen und Autoren aus Tschechien, Polen, Ungarn, Österreich und Deutschland. Diese gehen in ihren Beiträgen der Frage nach, welche Rolle der Literatur bei der Aufarbeitung der Traumata der Vergangenheit zukommt. Besprochen werden die Werke zeitgenössischer Autoren wie Pollack, Weber, Bodor, Topol, Sabuschko u. a. sowie von Autoren, die aus unmittelbarer Zeitzeugenschaft heraus schreiben (Wojdowski, Buczkowski). Dabei soll auch aufgezeigt werden, welchen Beitrag die Literatur bei der Durchbrechung national beschränkter Erinnerungskulturen hin zu einer transkulturellen (mittel-)europäischen Erzählung leisten kann. Gerade heute ist dieses Thema wieder hochaktuell.

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Zur Produktion von Erinnerungskultur in Jáchym Topols Roman Teufelswerkstatt

Zur Produktion von Erinnerungskultur

in Jáchym Topols Roman

Teufelswerkstatt/Culture of Memory and its

Production in Jáchym Topol’s Novel

The Devil’s Workshop

Extract

Alexander Kratochvil, Lucie Antošíková

Abstract: The novel unfolds in two basic sites of memory: In Terezín, Bohemia, (during the Nazi regime a concentration camp) and in Chatyń close to Minsk (Belarus), where both the Fascist and Stalinist regimes committed mass murders. The memory of these crimes against humanity becomes a medially conveyed memory and a polyphonic culture of remembrance after the passing of the last survivors. While Topol’s novel starts as a humorous sketch about the marketing of Shoah in Theresienstadt, it later turns into a grotesque, replete with horrible images, especially in the second part of the novel which takes place in Belarus.

Keywords: Jáchym TopolTerezínTheresienstadtmarketing of ShoahShoah businessculture of remembrancetrauma and memorydark tourism

„Obwohl niemand gerne ein Opfer in der Gegenwart ist,wären viele gerne ein Opfer in der Vergangenheit gewesen.“

(Tzvetan Todorov)

Das Eingangszitat verweist auf zwei Aspekte, die im Mittelpunkt der folgenden Interpretation von Jáchym Topols Roman Chladnou zemí (dt. Teufelswerkstatt) stehen werden: einmal geht es inhaltlich um die Problematik des Opferstatus und eventueller Konkurrenzen innerhalb der internationalen Erinnerungskultur, zum andern weist es hin auf die Erzählhaltung, auf den ironisch-kritischen Tenor des Romans im Hinblick auf die Medialisierung des Opferstatus. Ironie fungiert hier als rhetorische Figur und literarische Haltung im Sinne von Friedrich Schlegel, womit u. a. Distanz zur eigenen Erzählung erzeugt wird. Und diese Erzählung bezieht sich mit seinen narrativen Mustern auf zwei wesentliche Traumata des...

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