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"Kontaminierte Landschaften"

Mitteleuropa inmitten von Krieg und Totalitarismus. Eine exemplarische Bestandsaufnahme anhand von literarischen Texten

Edited By Alexander Höllwerth

Der Band befasst sich mit dem schweren Erbe von Krieg und Totalitarismus in Mitteleuropa. Er enthält die Texte von 21 Autorinnen und Autoren aus Tschechien, Polen, Ungarn, Österreich und Deutschland. Diese gehen in ihren Beiträgen der Frage nach, welche Rolle der Literatur bei der Aufarbeitung der Traumata der Vergangenheit zukommt. Besprochen werden die Werke zeitgenössischer Autoren wie Pollack, Weber, Bodor, Topol, Sabuschko u. a. sowie von Autoren, die aus unmittelbarer Zeitzeugenschaft heraus schreiben (Wojdowski, Buczkowski). Dabei soll auch aufgezeigt werden, welchen Beitrag die Literatur bei der Durchbrechung national beschränkter Erinnerungskulturen hin zu einer transkulturellen (mittel-)europäischen Erzählung leisten kann. Gerade heute ist dieses Thema wieder hochaktuell.

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Verdrängte Kartographie der Verbrechen an jüdischen Mitbürgern, am Beispiel der polnischen Filme Pokłosie und Ida

Verdrängte Kartographie der Verbrechen

an jüdischen Mitbürgern, am Beispiel der

polnischen Filme Pokłosie und Ida/

The Concealed Cartography of Crimes Against

Jewish Fellow Citizens, Depicted in the Polish

Films Aftermath and Ida

Extract

Stefan H. Kaszyński, Maria Krysztofiak

Abstract: The article refers to the political debate in Poland triggered by two feature films: Pokłosie (Aftermath) by Władysław Pasikowski and Ida by Paweł Pawlikowski. Both of these controversial movies revealed the complicity of Poles in the Holocaust. They also participate in the discourse about „contaminated landscapes“ in Central Europe, a notion inspired by Martin Pollack’s eponymous book.

Keywords: AftermathIdaWładysław PasikowskiPaweł PawlikowskiJan Tomasz GrossEuropean guilt discourse

Wenn man den Holocaust wie Zygmunt Bauman als Katastrophe der Moderne betrachtet,1 dann begreift man ihn in seiner ganzen Monstrosität als Auswirkung eines totalitären Willens zur Macht, der sich in der Vernichtung der „Anderen“ manifestiert. Die Moderne hatte Ideologien und technische Mittel hervorgebracht, die es ihr erlaubten, das menschenverachtende Projekt einer Beseitigung der „Anderen“ auf grausame Weise in die Wirklichkeit umzusetzen. Es gab in der europäischen Geschichte immer wieder Versuche, die Juden, die zu diesen „Anderen“ gemacht worden waren, zu vertreiben, ja gar sie zu beseitigen, Vertreibungen von Juden gab es bereits im Biblischen Zeitalter und im Mittelalter, jedoch Methoden der industriellen Massenvernichtung wurden erst im 20. Jahrhundert ausprobiert und hernach in der „Endlösung“ zur Anwendung gebracht, und dies ungeachtet der Tatsache, dass sich viele Juden mittlerweile an die nationalen Kulturen der europäischen Länder assimiliert hatten. Der Nationalsozialismus hatte eine auf teuflische Weise perfektionierte Vernichtungsmaschinerie entwickelt. Die Mechanismen des Holocausts – den Begriff hatte übrigens der jüdische Schriftsteller Elie Wiesel...

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