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"Kontaminierte Landschaften"

Mitteleuropa inmitten von Krieg und Totalitarismus. Eine exemplarische Bestandsaufnahme anhand von literarischen Texten

Edited By Alexander Höllwerth

Der Band befasst sich mit dem schweren Erbe von Krieg und Totalitarismus in Mitteleuropa. Er enthält die Texte von 21 Autorinnen und Autoren aus Tschechien, Polen, Ungarn, Österreich und Deutschland. Diese gehen in ihren Beiträgen der Frage nach, welche Rolle der Literatur bei der Aufarbeitung der Traumata der Vergangenheit zukommt. Besprochen werden die Werke zeitgenössischer Autoren wie Pollack, Weber, Bodor, Topol, Sabuschko u. a. sowie von Autoren, die aus unmittelbarer Zeitzeugenschaft heraus schreiben (Wojdowski, Buczkowski). Dabei soll auch aufgezeigt werden, welchen Beitrag die Literatur bei der Durchbrechung national beschränkter Erinnerungskulturen hin zu einer transkulturellen (mittel-)europäischen Erzählung leisten kann. Gerade heute ist dieses Thema wieder hochaktuell.

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Zwischen Nutzung und Gedenken. Die Geschichte der Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers Kulmhof nach dem Krieg

Zwischen Nutzung und Gedenken. Die

Geschichte der Gelände des ehemaligen

Vernichtungslagers Kulmhof nach dem Krieg/

Between Utilitarianism and Memory. The

Postwar History of the Site of the Former

Extermination Camp Kulmhof

Extract

Marta Zawodna-Stephan

Abstract: The extermination camp Kulmhof is a „contaminated space“ par excellence. In the study shows different ways of utilization of its space in postwar periods – the „justice“ period immediately after the war, the period of „oblivion“ at the end of the 1940s and in the 1950s, the „half-truth“ period in the 1960s, and the period of „memories“ since the 1980s until the present day.

Keywords: Polish politics of memoryCulture of RemembranceShoahextermination campChełmnoKulmhofdead body studies

Martin Pollack versteht unter „kontaminierten Landschaften“ solche „Landschaften, die Orte massenhaften Tötens waren, das jedoch im Verborgenen verübt wurde, den Blicken der Umwelt entzogen, oft unter strenger Geheimhaltung.“ Nachdem sie die Verbrechen begangen hatten, versuchten die Täter, alle Spuren ihrer Taten zu verwischen. „Lästige Zeugen werden beseitigt, die Gruben, in die man die Toten geworfen hat, werden zugeschüttet, eingeebnet, in vielen Fällen wieder begrünt, sorgfältig mit Büschen und Bäumen bepflanzt, um die Massengräber verschwinden zu lassen“.1 Obwohl es sehr viele „kontaminierte Landschaften“ in Ost- und Mitteleuropa gibt, sind nicht alle von ihnen gut bekannt. Viele sind heute sogar „in ihre Umgebung eingebettet“, für Fremde unsichtbar und für die Einheimischen kaum wahrnehmbar. Unter denen, die wir kennen, sind solche, die viele Jahre vergessen waren oder deren Geschichte verzerrt dargestellt wurde. Dazu gehören die ehemaligen deutschen Vernichtungslager, die während des Zweiten Weltkriegs auf dem Gebiet Polens entstanden. Einem dieser Lager – Kulmhof – ist dieser...

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