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"Kontaminierte Landschaften"

Mitteleuropa inmitten von Krieg und Totalitarismus. Eine exemplarische Bestandsaufnahme anhand von literarischen Texten

Edited By Alexander Höllwerth

Der Band befasst sich mit dem schweren Erbe von Krieg und Totalitarismus in Mitteleuropa. Er enthält die Texte von 21 Autorinnen und Autoren aus Tschechien, Polen, Ungarn, Österreich und Deutschland. Diese gehen in ihren Beiträgen der Frage nach, welche Rolle der Literatur bei der Aufarbeitung der Traumata der Vergangenheit zukommt. Besprochen werden die Werke zeitgenössischer Autoren wie Pollack, Weber, Bodor, Topol, Sabuschko u. a. sowie von Autoren, die aus unmittelbarer Zeitzeugenschaft heraus schreiben (Wojdowski, Buczkowski). Dabei soll auch aufgezeigt werden, welchen Beitrag die Literatur bei der Durchbrechung national beschränkter Erinnerungskulturen hin zu einer transkulturellen (mittel-)europäischen Erzählung leisten kann. Gerade heute ist dieses Thema wieder hochaktuell.

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Martin Pollacks Kontaminierte Landschaften und Topografie der Erinnerung und die Grenzbereiche der Textualisierung von Kriegs- und Mordgeschichten des 20. Jahrhunderts

Martin Pollacks Kontaminierte Landschaften

und Topografie der Erinnerung und die

Grenzbereiche der Textualisierung von Kriegs-

und Mordgeschichten des 20. Jahrhunderts/

Contaminated Landscapes and Topography

of Memory by Martin Pollack and Frontier

Spheres of Textualization of the History of

Twentieth Century Wars and Wholesale

Murder1

Extract

Sławomir Piontek

Abstract: First, the article addresses opinions and proposals on correcting/overcoming of postmodernism. Second, it refers briefly to one of many novels which have reflected upon the borders of postmodernism since the 1990s and implemented it poetologically, namely Christoph Ransmayr’s Morbus Kitahara (one could mention Bernhard Schlink’s Heimkehr or Arno Geiger’s Es geht uns gut as well). Finally, interpretations of the two most recent works by Martin Pollack, Kontaminierte Landschaften and Topografie der Erinnerung, are being presented in this context.

Keywords: post-postmodernismNew Realismtextualization of the Shoah

Eine der möglichen Lesarten des Essays Kontaminierte Landschaften von Martin Pollack könnte ihn als eine neue Facette der klassischen österreichischen Anti-Heimatliteratur verstehen, nimmt doch der Text die programmatische Parole Hans Leberts aus dem Roman Die Wolfshaut, einem Klassiker dieses Genres, wieder auf: „Die Kulissen werden gewendet“, heißt es bei Lebert, und Pollacks Essay befolgt diese Strategie geradezu buchstäblich, indem er die die dunklen Geheimnisse des Kriegsleidens und des Kriegsmordens verhüllende Erde „umwendet“. Klassisch in diesem Sinn ist der Ansatz auch, weil er das strukturgebende Element des Universums der traditionellen Heimatliteratur, die Landschaft, „ummarkiert“, indem er deren Funktion als Zeichen des Todes bzw. des Verbrechens herausstreicht.

Der kritisch-aufklärerische Ton, der der Anti-Heimatliteratur eigen ist, ist in der Rezeption des 2014 in Österreich erschienenen Essays und seiner aus dem gleichen Jahr stammenden polnischen Übersetzung hörbar. Sowohl in Deutschland und Österreich als auch in Polen konzentrierte sich die Rezeption auf...

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