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"Kontaminierte Landschaften"

Mitteleuropa inmitten von Krieg und Totalitarismus. Eine exemplarische Bestandsaufnahme anhand von literarischen Texten

Edited By Alexander Höllwerth

Der Band befasst sich mit dem schweren Erbe von Krieg und Totalitarismus in Mitteleuropa. Er enthält die Texte von 21 Autorinnen und Autoren aus Tschechien, Polen, Ungarn, Österreich und Deutschland. Diese gehen in ihren Beiträgen der Frage nach, welche Rolle der Literatur bei der Aufarbeitung der Traumata der Vergangenheit zukommt. Besprochen werden die Werke zeitgenössischer Autoren wie Pollack, Weber, Bodor, Topol, Sabuschko u. a. sowie von Autoren, die aus unmittelbarer Zeitzeugenschaft heraus schreiben (Wojdowski, Buczkowski). Dabei soll auch aufgezeigt werden, welchen Beitrag die Literatur bei der Durchbrechung national beschränkter Erinnerungskulturen hin zu einer transkulturellen (mittel-)europäischen Erzählung leisten kann. Gerade heute ist dieses Thema wieder hochaktuell.

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„Denn hier ist das Reale nicht zu tilgen“. Räume der Vernichtung, Zeugenschaft und Archiv bei Leopold Buczkowski

„Denn hier ist das Reale nicht zu tilgen“.

Räume der Vernichtung, Zeugenschaft und Archiv

bei Leopold Buczkowski/ „Because reality cannot

be abolished here“. Sites of Mass Destruction,

Testimony and Archives in the Works by Leopold

Buczkowski

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Katarzyna Śliwińska

Abstract: Leopold Buczkowski has a special place in Polish twentieth century literature. His experimental prose partially bears documentary features. They capture the unbelievable extent of persecution and violence, which swept over the ethnically mixed region of Podolia during World War II and the Holocaust. The discourse of authenticity is accompanied by the intertextual technique of collage. Buczkowski’s texts expose countless yet lesser-known sites of wholesale murder. The study examines the tension between narrative practices of representation and their critique in Buczkowski’s texts.

Keywords: archivetestimony of ShoahLeopold Buczkowskiexperimental prosetechnique of collageintertextuality

Als Leopold Buczkowski 1974 mit seinem siebten Buch Kąpiele w Lucca [Die Bäder von Lucca] an die Öffentlichkeit trat (die Qualifizierung seiner Texte als Romane lehnte er vehement ab), schienen die Kritiker – gerade auch die ihm wohlgesinnten – ratlos angesichts der Radikalität eines Schreibexperiments, das an die Grenzen des Kommunikativen zu führen schien.1 Hatte schon Pierwsza świetność [Die erste Pracht] (1966) mitunter pathologisierende Lektüren herausgefordert,2 so ← | 346→wurde nun ein Urteil etabliert, das durch die nachfolgenden Supplemente – Oficer na nieszporach [Der Offizier in der Vesper] (1975) und Kamień w pieluszkach [Der Stein in Windeln] (1978) – nur noch bestätigt zu werden schien.3 Zwei Texte werden davon gewöhnlich ausgenommen: der Debütroman Wertepy [Unwegsames Gelände] von 1947 (ein Fragment ist bereits 1938 in der Lwiwer Zeitschrift Sygnały erschienen) und Czarny potok [Der schwarze Strom] von 1954; gelegentlich wird noch Dorycki krużganek [Dorischer Kreuzgang...

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