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Spielarten der Populärkultur

Kinder- und Jugendliteratur und -medien im Feld des Populären

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Edited By Ute Dettmar and Ingrid Tomkowiak

Populärkultur war und ist ein zentraler Teil der Jugendkultur, zunehmend auch der Kinderkultur. Zugleich partizipieren Kinder- und Jugendliteratur und -medien an der global, in multimedialen Bezugssystemen agierenden Populärkultur. Die Beiträge gehen den vielfältigen wechselseitigen Beziehungen zwischen beiden Bereichen in historischen und gegenwärtigen Entwicklungen nach. Sie untersuchen «Dimensionen und Dynamiken» der Popularisierung vom 19. Jahrhundert bis hin zu aktuellen Entwicklungen des seriellen, transmedialen Erzählens, zeichnen entlang populärer Figuren, wie dem Golem oder Heidi, Formen der «(Re)Präsentation» nach, verfolgen «Aushandlungen» im Feld des Populären, beleuchten «Schnittstellen und Interferenzen» und untersuchen charakteristische «ästhetische Strategien» in Bildmedien und Literatur.

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Popularisierungsphänomene in der deutschen Kinder- und Jugendliteratur des 19. Jahrhunderts: Wissen, Bildung, Formen, Produzenten

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Sebastian Schmideler

Abstract: Children’s literature of the 19th century is characterised by popularisation. It will be shown, how in the age of industrialisation and massification, phenomena such as seriality and innovative forms of knowledge transfer have brought forth new popular publishers and producers of children’s literature.

Definiert man den Terminus Populärkultur weniger als einen zumeist abwertend gebrauchten Gegenbegriff zu dem Ausdruck Hochkultur, sondern vielmehr als eine Bezeichnung, die den Prozess der zunehmenden Partizipation und der ästhetischen Emanzipation von einem einengenden Kulturverständnis des Elitären und der Exklusion erfasst, um immer größeren Bevölkerungsschichten die Teilhabe an kultureller Praxis und an ästhetischen Bildungs- und Unterhaltungsangeboten überhaupt erst ermöglichen zu können, lohnt sich ein Blick zurück in die historischen Anfänge dieser Entwicklung. Das, was mit dem Phänomen der Volksaufklärung im 18. Jahrhundert begonnen hat (vgl. Böning 1990) und sich „als ein wahres Trommelfeuer“ publizistischer Bildungsbestrebungen mit Auswirkungen bis weit in das 19. Jahrhundert fortsetzte (Böning/Siegert 2001, Teilbd. 2.1., S. XXVII, Siegert 2016), stellt sich als ein differenziert zu betrachtendes, erstaunliches Bildungsprogramm im Prozess der neuzeitlichen Modernisierung und Zivilisation heraus (vgl. auch Siegert 2012). Die in Bezug auf populäre Literatur mit der Hoffnung auf Breitenbildung und auf Partizipation einer lesenden Bevölkerung verbundene Popularisierung von Wissen einerseits (vgl. u. a. Daum 2002, Kretschmann 2003) und die Herausbildung von seriellen Formen kommerzialisierter literarischer Unterhaltung andererseits (Plaul 1983), verleihen der literarischen Populärkultur des 19. Jahrhunderts eine spannungsvolle Dynamik....

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