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Spielarten der Populärkultur

Kinder- und Jugendliteratur und -medien im Feld des Populären

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Edited By Ute Dettmar and Ingrid Tomkowiak

Populärkultur war und ist ein zentraler Teil der Jugendkultur, zunehmend auch der Kinderkultur. Zugleich partizipieren Kinder- und Jugendliteratur und -medien an der global, in multimedialen Bezugssystemen agierenden Populärkultur. Die Beiträge gehen den vielfältigen wechselseitigen Beziehungen zwischen beiden Bereichen in historischen und gegenwärtigen Entwicklungen nach. Sie untersuchen «Dimensionen und Dynamiken» der Popularisierung vom 19. Jahrhundert bis hin zu aktuellen Entwicklungen des seriellen, transmedialen Erzählens, zeichnen entlang populärer Figuren, wie dem Golem oder Heidi, Formen der «(Re)Präsentation» nach, verfolgen «Aushandlungen» im Feld des Populären, beleuchten «Schnittstellen und Interferenzen» und untersuchen charakteristische «ästhetische Strategien» in Bildmedien und Literatur.

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„There must be something about that boy“: Richmal Cromptons Just William-Serie (1919–1970)

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Oxane Leingang

Für Rosemary und Geoff Knight

Abstract: Richmal Crompton’s Just William (1919–1970) is a long running serial narration which reflects political changes and economic interdependencies in popular culture. The article traces the genesis, reception and adaptation history of this series and discusses the significance of sociocultural phenomena such as literary socialisation and consumerism.

„My Frankenstein’s monster“ (zitiert nach Cadogan 1987, S. 70), so nannte Richmal Crompton Lamburn (1890–1969) ihr bekanntestes literarisches Geschöpf: William Brown. Der schmuddelige Präadoleszente wurde in der Tat zum Geist, den die Autorin rief und nicht mehr loswerden konnte. Die Nachfrage nach Williams Eskapaden war so groß, dass sie fast fünf Jahrzehnte lang über ihn schreiben musste. Noch am Vortag ihres Todes arbeitete sie an einer Episode. Die Publikations-, Rezeptions- und Adaptationsgeschichte dieser sehr erfolgreichen, aber in Deutschland vollkommen unbekannten Serie soll im Folgenden zunächst deskriptiv erschlossen werden. In einem weiteren Schritt rücken die Gründe für Williams Popularität sowie Phänomene der Serialität, wie Sammlerkultur, Lesesozialisation und konsumorientiertes Fandom (vgl. Einwächter 2014), in den Fokus. Neben dem Medientransfer werden auch die Indikatoren der (populärkulturellen) Kanonizität in den Blick genommen.

Vor ihrer fulminanten literarischen Karriere unterrichtete Richmal Crompton an Mädchenschulen Latein, Griechisch und Englisch. Mit 32 Jahren erkrankte sie an Kinderlähmung und musste ihren Brotberuf aufgeben. Notgedrungen wandte sie sich dem Schreiben zu, das sie bis dahin nur als Hobby betrieben hatte....

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