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Spielarten der Populärkultur

Kinder- und Jugendliteratur und -medien im Feld des Populären

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Edited By Ute Dettmar and Ingrid Tomkowiak

Populärkultur war und ist ein zentraler Teil der Jugendkultur, zunehmend auch der Kinderkultur. Zugleich partizipieren Kinder- und Jugendliteratur und -medien an der global, in multimedialen Bezugssystemen agierenden Populärkultur. Die Beiträge gehen den vielfältigen wechselseitigen Beziehungen zwischen beiden Bereichen in historischen und gegenwärtigen Entwicklungen nach. Sie untersuchen «Dimensionen und Dynamiken» der Popularisierung vom 19. Jahrhundert bis hin zu aktuellen Entwicklungen des seriellen, transmedialen Erzählens, zeichnen entlang populärer Figuren, wie dem Golem oder Heidi, Formen der «(Re)Präsentation» nach, verfolgen «Aushandlungen» im Feld des Populären, beleuchten «Schnittstellen und Interferenzen» und untersuchen charakteristische «ästhetische Strategien» in Bildmedien und Literatur.

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‚Mediale Wahlverwandtschaften‘?: Aktuelle audio-visuelle (Re-)Präsentationen von Johanna Spyris Heidi

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Felix Giesa und Andre Kagelmann

Abstract: This article discusses processes of audio-visual actualizations of Johanna Spyris Heidi – as one of the most important classical stories of children’s literature worldwide – in special consideration of re-figurations/deletions of the psychological and religious dimensions of a text, that already built up a rhizome-like structure.

Johanna Spyris Heidi ist eine der bedeutendsten klassischen Geschichten der Kinder- und Jugendliteratur, die Titelfigur kann den bekanntesten – auch jenseits des Buchmediums weithin sichtbaren – Kinderbuchfiguren der Gegenwart zugerechnet werden; allein der Name dieser ‚populären Wiedergängerin‘ erweckt ein ganzes Register von Assoziationen zum Leben, und zwar sowohl generationenübergreifend als auch interkulturell. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Heidi und ihre thematisch zugleich vielschichtige und durchlässige, emotional aufgeladene Geschichte fortlaufend ästhetisch und inhaltlich modifiziert/aktualisiert und so immer wieder neu in die Text-Bild-Welt ihrer jeweiligen Gegenwart eingeschrieben werden.1 Die Popularität der Figur liegt also vor allem an einer ästhetischen Re-Organisation unter den Vorzeichen einer – allerdings problematischen – ‚medialen Wahlverwandtschaft‘2: Die Zahl der Heidi-Fort-und-Um-Schreibungen ist Legion, das Spektrum umfasst nicht nur Adaptionen und Transformationen aller Art und Qualität3, sondern auch Parodien und Travestien ←171 | 172→sowie Verschiebungen in den Bereich der Pornographie.4 Neben der ästhetisch-medialen Aktualisierung wird bei den allermeisten Adaptionen durch das Belassen der Handlung in ihrem ursprünglichen zeitlichen Zusammenhang zugleich eine historische Distanzierungsmöglichkeit eröffnet, die zu einer nostalgischen Rezeption einlädt und den RezipientInnen die Lizenz zur Regression gewährt.

Unseren Überlegungen liegt die These zugrunde, dass...

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