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Spielarten der Populärkultur

Kinder- und Jugendliteratur und -medien im Feld des Populären

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Edited By Ute Dettmar and Ingrid Tomkowiak

Populärkultur war und ist ein zentraler Teil der Jugendkultur, zunehmend auch der Kinderkultur. Zugleich partizipieren Kinder- und Jugendliteratur und -medien an der global, in multimedialen Bezugssystemen agierenden Populärkultur. Die Beiträge gehen den vielfältigen wechselseitigen Beziehungen zwischen beiden Bereichen in historischen und gegenwärtigen Entwicklungen nach. Sie untersuchen «Dimensionen und Dynamiken» der Popularisierung vom 19. Jahrhundert bis hin zu aktuellen Entwicklungen des seriellen, transmedialen Erzählens, zeichnen entlang populärer Figuren, wie dem Golem oder Heidi, Formen der «(Re)Präsentation» nach, verfolgen «Aushandlungen» im Feld des Populären, beleuchten «Schnittstellen und Interferenzen» und untersuchen charakteristische «ästhetische Strategien» in Bildmedien und Literatur.

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„It’s all made by hand“1Henry Selick in: Coraline 2009, Making Of.: Ästhetik und Inszenierung des Handgemachten in Animationsfilmen

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Ingrid Tomkowiak

Abstract: The visibility or visualization of manual work in animation films is subject to aesthetic strategies and corresponds to cultural discourses. In times of simulation or hyperreality the romantic longing for the true, genuine and authentic is expressed—a reflexive nostalgia, reveling in a yearning for the lost, without however wanting to reverse the time.

Animation und Handarbeit sind seit den Anfängen des Animationsfilms eng miteinander verbunden. Ohne Handarbeit unterschiedlicher Art gäbe es den analogen Animationsfilm nicht. Interessant dabei ist, dass das Zeichnen, Malen, Schneiden, Kneten, Nähen, Stricken, Basteln, Legen oder Rücken im Film durchaus auch thematisiert wird bzw. die verwendeten Materialien Papier, Pappe, Zelluloid, Silikon, Stoff oder Wolle augenfällig in Szene gesetzt werden. Was sich dabei jeweils „zeigt“ (vgl. Mersch 2002), unterliegt ästhetischen Strategien und dient verschiedenen Funktionen. Die Sichtbarkeit bzw. Sichtbarmachung von Handarbeit im Animationsfilm verweist auf größere kulturelle Zusammenhänge und korrespondiert mit unterschiedlichen Diskursen. Mit der Betonung von Handarbeit geht es also um mehr: die Markierung von Autorschaft bzw. Urheberschaft, die Etablierung einer Erzählinstanz, das Ausstellen visueller Tricks, die Umnutzung, Neuschaffung und Wertschöpfung bzw. das Schaffen einer Aura oder das Sich-Einschreiben in eine Tradition. Inszeniert wird die Verortung in den Spannungsfeldern von Kunst und Populärkultur, (Kunst-)Handwerk und automatisierter Fertigung, Realismus und Überzeichnung, Perfektion und Improvisation, Authentizität und Fiktion.

„I would like to watch you draw some funnies“, sagt die Hauptfigur im Kurzfilm Alice’s Wonderland aus dem Jahr...

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