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Spielarten der Populärkultur

Kinder- und Jugendliteratur und -medien im Feld des Populären

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Edited By Ute Dettmar and Ingrid Tomkowiak

Populärkultur war und ist ein zentraler Teil der Jugendkultur, zunehmend auch der Kinderkultur. Zugleich partizipieren Kinder- und Jugendliteratur und -medien an der global, in multimedialen Bezugssystemen agierenden Populärkultur. Die Beiträge gehen den vielfältigen wechselseitigen Beziehungen zwischen beiden Bereichen in historischen und gegenwärtigen Entwicklungen nach. Sie untersuchen «Dimensionen und Dynamiken» der Popularisierung vom 19. Jahrhundert bis hin zu aktuellen Entwicklungen des seriellen, transmedialen Erzählens, zeichnen entlang populärer Figuren, wie dem Golem oder Heidi, Formen der «(Re)Präsentation» nach, verfolgen «Aushandlungen» im Feld des Populären, beleuchten «Schnittstellen und Interferenzen» und untersuchen charakteristische «ästhetische Strategien» in Bildmedien und Literatur.

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„Dann googelst du einfach“: Mehrfachadressierung, Intermedialität und Popularität von Wolfgang Herrndorfs Tschick

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Lena Hoffmann

Abstract: Wolfgang Herrndorf’s novel Tschick has been a bestseller since its first publication in 2010. The article explains its popularity by analysing structures of multi-addressing in this crossover-text, which aims for an adult as well as an adolescent audience. Furthermore, Tschick shows interactive strategies mirroring habits of reception in this digital age.

Es war, als ob der Lada von alleine durch die Felder fuhr, es war ein ganz anderes Fahren, eine andere Welt. Alles war größer, die Farben satter, die Geräusche Dolby-Surround, und es hätte mich, ehrlich gesagt, nicht gewundert, wenn auf einmal Tony Soprano, ein Dinosaurier oder ein Raumschiff vor uns aufgetaucht wäre. (Herrndorf 2012, S. 104)

Mit diesen Worten beginnt zwar nicht der Roman, wohl aber die Reise der beiden jugendlichen Protagonisten in Wolfgang Herrndorfs 2010 erstpubliziertem Roman Tschick, der Herrndorf quasi über Nacht erfolgreich machte. Der etliche Jahre zuvor erschienene Roman In Plüschgewittern (2002) hatte noch kaum öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Tschick berichtet von der Freundschaft zweier jugendlicher Jungs: Maik und Tschick. Von Familie und Mitschüler_innen weitestgehend missachtet, haben die beiden genug und wollen Urlaub machen „wie normale Leute“ (ebd., S. 95). In einem gestohlenen Lada machen sie sich auf die Reise, und zwar durch Brandenburg, erklärtes Ziel ist die Walachei. Sie treffen auf verschiedene (Helfer-)Figuren, schließen neue Freundschaften. Nach einem Verkehrsunfall kommt der Roadtrip zu seinem Ende, er hat die Weltsicht der beiden Protagonisten aber positiv verändert.

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