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Der ehrbare Kaufmann im deutschen Recht

Untersuchungen zu Herkunft und Bedeutung des Begriffs „ehrbarer Kaufmann“ sowie zum Einfluss der Ehre auf das Wirken des Kaufmanns bei besonderer Betrachtung der Entwicklung der Ehrenstrafe

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Marija-Jennifer Milinovic

Der Band sucht den ehrbaren Kaufmann im deutschen Recht und möchte damit die bisherigen Forschungen zu diesem Thema im Bereich Compliance und Corporate Social Responsibility (CSR) um eine rechtshistorische Betrachtung ergänzen. Beleuchtet werden nicht nur die einstigen Ehrengerichte der Industrie- und Handelskammern und der Börse, sondern auch die Entwicklung der Ehrenstrafe. Die Rechtsfolge dieser Strafe war die Ehrlosigkeit, die Einfluss auf das Wirken des Kaufmanns nehmen konnte. Die Untersuchung zeigt, dass über 2000 Jahre hinweg es hauptsächlich drei Tatbestände waren, die die Ehrenstrafe nach sich zogen, nämlich Meineid, Bankrott und Kuppelei. Die Autorin kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass ein Kaufmann, der log oder bankrott war, zumindest kein ehrbarer Kaufmann sein konnte.

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Kapitel 4: Die Buchführungspflicht von Kaufleuten

Kapitel 4: Die Buchführungspflicht von Kaufleuten

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Unter den fünf Büchern des Handelsgesetzbuches ist neben den Vorschriften über den Handelsstand (Erstes Buch), die Handelsgesellschaften und die stille Gesellschaft (Zweites Buch), die Handelsgeschäfte (Viertes Buch) und den Seehandel (Fünftes Buch) ein eigenes Buch zum Thema Handelsbücher (Drittes Buch) vorhanden.

Die Bücher regeln grundlegende Fragen der Kaufleute. Dabei ist das Buch über das Seehandelsrecht besonders auffällig, welches einen eigenständigen Handelsgeschäftsbereich zum Gegenstand hat. Auch die Bücher eins, zwei und vier des HGB sind selbsterklärend: Es gilt zu regeln, wer überhaupt Kaufmann ist; welche Formen durch die Zusammenschließung von Kaufleuten entstehen können; worauf der Kaufmann seine materielle Existenz stützt (nämlich den Handel, also die Vornahme von Handelsgeschäften). Da auch die Handelsbücher in einem eigenen Buch geregelt sind, scheint sich darin eine bestimmte Wertung des Gesetzgebers auszudrücken. Was hat es also mit der Buchführung auf sich?

Heute verpflichtet § 238 HGB den Kaufmann zur Führung von Handelsbüchern:

Die Buchführung ist Teil der Rechnungslegung,268 indem sie die Grundlage der Erstellung des Jahresabschlusses bildet.269 Der Sinn und Zweck der Rechnungslegung ist die Dokumentation der Geschäftsverhältnisse, die ihrerseits der Selbstinformation des Kaufmanns, der Rechenschaft des Kaufmanns gegenüber seinen Vertragspartnern oder auch der Beweisführung dienen kann.270 Diese Zwecke sind auch der Buchführung eigen. Primär soll die Buchführung der Selbstkontrolle des Kaufmanns dienen. Daneben wird auch der Schutz der Allgemeinheit gegen...

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