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Rassismus in Geschichte und Gegenwart

Eine interdisziplinäre Analyse. Festschrift für Walter Demel

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Edited By Ina Ulrike Paul and Sylvia Schraut

Rassismus als Ideologie der Ausgrenzung funktioniert transnational, interkulturell, global. Die gesellschaftliche Aktualität und Relevanz des Themas ist unbestritten. Biogeographischer Rassismus geht nicht selten mit Antisemitismus, Antifeminismus oder neuerdings Rechtspopulismus enge Verbindungen ein. Diese Verschränkung des Rassismus mit anderen „-ismen" der Moderne veranschaulicht die Interdisziplinarität der Beiträge in diesem Buch. Sie liefern einen weitgefächerten Überblick über die Ansätze und Methoden der Kultur- und Sozialwissenschaften im Umgang mit dem Forschungsthema „Rassismus". In Fallbeispielen werden die „Grundlagen des rassistischen Denkens" dargestellt und mit systematischem Zugriff der „Rassismus in seiner Verschränkung" bearbeitet.

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Race and the Processing of Information in Kant

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Resümee:In diesem Aufsatz wird die These aufgestellt, dass die im Europa des 18. Jahrhunderts stark zunehmende Zahl der zirkulierenden Veröffentlichungen über fremde Völker mit zur Entstehung der Rassentheorien beigetragen hat. In diesen letzten konnten nämlich die neuesten ethnographischen Entdeckungen kategorisiert werden. Innerhalb der aufklärerischen Buchkultur dienten Rassentheorien dazu, sowohl Informationen als auch Menschen zu ordnen und hierarchisieren. Obwohl die Frage, wie man ethnographische Information organisiert und strukturiert, nicht explizit in den von Immanuel Kant, Georg Forster und Johann Gottfried Herder geführten Debatten thematisiert ist, war sie dort trotzdem durchschlaggebend. Schließlich wird in diesem Aufsatz behauptet, dass die epistemologischen Folgen der im 18. Jahrhundert geführten Debatten über Rasse sich keineswegs nur auf einige wenige anthropologische Aufsätze beschränken, sondern, dass sie auch in der „Kritik der reinen Vernunft“ vorhanden sind.

Book historians of the eighteenth century often refer to the flood of travel literature about the non-European world, in order to imply not only that European intellectuals had access to more information about human societies than ever before, but that it was a disorganized mess, producing strange disparities. Jürgen Osterhammel goes so far as to assert: “Um die Mitte des 18. Jahrhunderts war man in Frankreich oder Deutschland besser über China unterrichtet als über manches Land der europäischen Peripherie.”1 The more books were published, the more chaotic the organization of knowledge seemed to some observers to have become. The general increase in popular, non-religious...

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