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Zwischen Wunsch und Wirklichkeit einer egalitären Gesellschaft

Die kritische Rekonstruktion der anti-porn-Debatte im Horizont einer anerkennungstheoretisch profilierten Diskurstheorie

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Anne Weber

Wie gefährdet demokratische Prozesse sind, wurde im Blick auf die soziopolitischen Entwicklungen der letzten Jahre deutlich. Die Autorin nimmt diese Diagnose ernst und erinnert im Horizont Kritischer Theorie an die Ermöglichungsbedingungen egalitärer Vergesellschaftung. Die problemsensible Rekonstruktion dieser Bedingungen verbindet sich dabei mit der Analyse quantitativ und qualitativ auffälliger Phänomene in der Lebenswelt. Unter feministischen Vorzeichen legt die Autorin den Fokus auf Präsenz und Konsum von Mainstream-Pornographie und die Frage nach der Realität von Geschlechteregalität. In diesem Zusammenhang untersucht sie die potentielle Interdependenz von pornographischen Narrativen, der Habitualisierung anerkennungsvergessener Einstellungen und der Verödung kommunikativer Praxis.

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2.0 Die zweite Welle der Kritik – Pornographie als Thema philosophischer Analyse

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In der Überzeugung, dass die Grundintentionen der harm-Vorwürfe, die mit dem APF geäußert worden waren, berechtigt sind, d.h. im Verdacht Pornographie verhindert nicht nur die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der modernen bzw. postmodernen Gesellschaft, sondern schädigt Frauen zudem in unverantwortlicher Weise, haben Philosophinnen wie Rea Langton, Jennifer Hornsby, aber auch Susan Bordo, Mary Kate McGrowan oder Susan Brison in den späten 90iger Jahren die harm-These im Rahmen philosophischer Analysen zu präzisieren versucht, oder – in Judith Butlers Worten – „give logical force to MacKinnon’s largely rhetorical claims.“254

Im Folgenden soll nun zunächst die von mir als ‚Philosophisierung der Pornographie-Debatte‘ bezeichnete Argumentation im Einzelnen vorgestellt werden (2. Kapitel). Mit dem sprechakttheoretischen Ansatz von Langton/Hornsby stelle ich dabei den m.E. in der US-amerikanischen Diskussion meistrezipierten, kritisierten und m.E. zugleich differenziertesten Versuch einer solchen Philosophisierung vor. In dem Zusammenhang gilt es zudem ebenso auf die kritische Rezeption durch AutorInnen wie Judith Butler, Nancy Bauer, Nadine Strossen oder Laurie Shrage, nicht nur mögliche Schwachstellen dieses Ansatzes zu markieren (3. Kapitel). Im Blick auf eine Zusammenführung der in meinen Augen zentralen Gegenargumente gegen die harm-These, wird zudem der gegenwärtige Diskussionstand vorgestellt, wobei zugleich neben den englischsprachigen ebenso Positionen deutschsprachiger PhilosophInnen, SoziologInnen und SexualwissenschaftlerInnen berücksichtigt werden. Das Ziel dieses Kapitels ist somit eine kritische und differenzierte Gegenüberstellung der wichtigsten Argumente, die dann wieder die motivationale und zugleich heuristische Grundlage für meinen eigenen ‚Philosophisierungs‘-Vorschlag bieten sollen (II. Teil)...

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