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Zwischen Wunsch und Wirklichkeit einer egalitären Gesellschaft

Die kritische Rekonstruktion der anti-porn-Debatte im Horizont einer anerkennungstheoretisch profilierten Diskurstheorie

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Anne Weber

Wie gefährdet demokratische Prozesse sind, wurde im Blick auf die soziopolitischen Entwicklungen der letzten Jahre deutlich. Die Autorin nimmt diese Diagnose ernst und erinnert im Horizont Kritischer Theorie an die Ermöglichungsbedingungen egalitärer Vergesellschaftung. Die problemsensible Rekonstruktion dieser Bedingungen verbindet sich dabei mit der Analyse quantitativ und qualitativ auffälliger Phänomene in der Lebenswelt. Unter feministischen Vorzeichen legt die Autorin den Fokus auf Präsenz und Konsum von Mainstream-Pornographie und die Frage nach der Realität von Geschlechteregalität. In diesem Zusammenhang untersucht sie die potentielle Interdependenz von pornographischen Narrativen, der Habitualisierung anerkennungsvergessener Einstellungen und der Verödung kommunikativer Praxis.

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3.0 Die Freiheit des Individuums und Autorität von Pornographie – Kritik und Gegenkritik

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So umfassend und innovativ Langton und auch Hornsby die Kritik an Pornographie philosophisch kontextualisiert haben, so sehr haben sie sich damit selbst zu Angriffsflächen zahlreicher Kritik gemacht. Sowohl die Subordinations-These als auch die Silencing-These sind in der Literatur der letzten Jahre kritisiert und z.T. stark angefeindet worden. Auch an dieser Stelle lässt sich in Teilen eine gewisse politische Ideologisierung erkennen, die diesen Gegenstimmung häufig ein bestimmtes Kolorit gibt. Zumindest lassen sich mit ihnen die Identifikation mit politischen Grundpositionen und einer, damit ebenso unterstellten Verhältnisbestimmung von Staat und Individuum, von positiven und negativen Rechten oder dem Verständnis von Meinungs- und Ausdrucksfreiheit nicht von der Hand weisen. Im Hintergrund steht m.E. in allen Positionen letztlich die Frage, wie auf das Phänomen der Produktion, Zirkulation und Zugänglichkeit von Pornographie angemessen, d.h. im Blick auf eine demokratische Vergesellschaftung und den Anspruch die darin gelösten Werte der Gleichheit, Freiheit und Solidarität, reagiert werden kann ohne diese Werte performativ zu gefährden. Im folgenden Abschnitt will ich zunächst die in meinen Augen wichtigsten, liberalistischen Kritiken darstellen und erläutern und zudem die Objektivierungs-Kritik aus feministischer Perspektive problematisieren. Auch wenn sie m.E. die Gültigkeit der sprechakttheoretischen Analysen nur selten tangieren oder den Autorinnen Möglichkeit zur Präzision ihrer Argumentationen geben, sind sie wichtig um die Debatte nicht abermals in unnötige und der Sache selbst abträgliche Reduktionen abgleiten zu lassen. Daran anschließend möchte ich dann solche kritischen Stimmen ins Gespr...

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