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Sprache(n) für Europa. Mehrsprachigkeit als Chance / Language(s) for Europe. Multilingualism as a Chance

Auswahl an Beiträgen des 52. Linguistischen Kolloquiums in Erlangen (2017) / Selected Papers of the 52nd Linguistics Colloquium in Erlangen (2017)

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Edited By Jürg Strässler

Dieses Buch präsentiert eine Auswahl an Beiträgen des 52. Linguistischen Kolloquiums 2017 in Erlangen. Unter dem Konferenzthema «Sprache(n) für Europa – Mehrsprachigkeit als Chance» behandeln die 25 Beiträge in deutscher und englischer Sprache vor allem Erst- und Zweitspracherwerb, sprachdidaktische Aspekte sowie Mehrsprachigkeit in interkultureller Kommunikation. Darüber hinaus werden neben Experimenteller Linguistik, Corpus Linguistik und Medienlinguistik auch sprachhistorische, sprachpolitische und pragmatische Aspekte beleuchtet.

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Die Topologie von Abtönungsformen in Ergänzungsfragen: eine kontrastive Studie (Steven Schoonjans)

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Steven Schoonjans

Die Topologie von Abtönungsformen in Ergänzungsfragen: eine kontrastive Studie

1 Einführung: Abtönung und Topologie

Im Anschluss an Waltereit (2006, 62) lässt sich Abtönung definieren als das Modifizieren der „illokutive[n] Funktion einer Äußerung in Bezug auf die zu erwartende Hörerreaktion“. Wichtig ist, dass diese Modifikation (anders, als die Bezeichnung ‚Abtönung‘ vermuten lässt) nicht unbedingt als eine Abschwächung zu sehen ist: Wie sich auch an den Beispielen im Folgenden noch zeigen wird, kann es sich ebenso um eine illokutive Verstärkung handeln.

Wie diese Modifizierung zustande gebracht wird, erwähnt Waltereit jedoch nicht. In diesem Kontext kann auf Liefländer-Koistinen (2004, 550) verwiesen werden. Sie gibt an, dass in Abtönungskontexten „die Einstellung des Sprechers hinsichtlich der vom Hörer erwarteten situationsbezogenen Haltung, dessen Vorwissen und Reaktion“ signalisiert werde. Durch das Einsetzen einer Abtönungsform vermittelt der Sprecher also eine (inter)subjektive Nuance, die zum Beispiel seine Stellungnahme zum Gesagten oder zu dessen Kontextbezug zum Ausdruck bringt, und versucht zugleich die Reaktion des Gegenübers zu steuern oder indiziert zumindest, welche Hörerreaktion erwartet wird.

Verdeutlichen lässt sich dies anhand der Abtönungsformen des Deutschen schlechthin, der sogenannten Abtönungs- oder Modalpartikeln.1 Durch den Gebrauch von etwa in (1) gibt der Sprecher zum Beispiel an, dass der dargestellte Sachverhalt unerwünscht ist (Sprechereinstellung) und dass daher mit einer negativen Antwort gerechnet wird (Hörerreaktion). Ähnlich drückt...

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