Show Less
Restricted access

Sprache(n) für Europa. Mehrsprachigkeit als Chance / Language(s) for Europe. Multilingualism as a Chance

Auswahl an Beiträgen des 52. Linguistischen Kolloquiums in Erlangen (2017) / Selected Papers of the 52nd Linguistics Colloquium in Erlangen (2017)

Series:

Edited By Jürg Strässler

Dieses Buch präsentiert eine Auswahl an Beiträgen des 52. Linguistischen Kolloquiums 2017 in Erlangen. Unter dem Konferenzthema «Sprache(n) für Europa – Mehrsprachigkeit als Chance» behandeln die 25 Beiträge in deutscher und englischer Sprache vor allem Erst- und Zweitspracherwerb, sprachdidaktische Aspekte sowie Mehrsprachigkeit in interkultureller Kommunikation. Darüber hinaus werden neben Experimenteller Linguistik, Corpus Linguistik und Medienlinguistik auch sprachhistorische, sprachpolitische und pragmatische Aspekte beleuchtet.

Show Summary Details
Restricted access

Zwischen Perspektiven (Bernhard Fisseni)

Extract

Bernhard Fisseni

Zwischen Perspektiven

1 Fragestellung

Dieser Aufsatz stellt eine konzeptionelle Vorarbeit zu einem allgemeinen semantischen Formalismus für perspektivierte Semantik dar und konzentriert sich dabei auf den Schritt, zwei oder mehr Perspektiven in einer umfassenden und adäquaten Metaperspektive zusammenzufassen.1 Hierfür werden semiformal Operationen definiert.

Perspektive tritt üblicherweise als eine Einheit aus Zeichensystem und Anwendung des Zeichensystems (‚Weltwissen‘) auf; der Fokus dieser Arbeit liegt auf der Anpassung der Zeichensysteme bzw. der Formung der semantischen Substanz (Hjelmslev 1974, 52–62) von Zeichen, also dem Inventar, mit dem die Bedeutung des Zeichensystems modelliert wird. Die Formung der semantischen Substanz einer Metaperspektive muss (mindestens) die Substanz der Zeichensysteme aller ursprünglichen Perspektiven erfassen.

Die intuitive Bedeutung von Perspektive kann man u.E. folgendermaßen erfassen: Bei Perspektiven auf ‚dasselbe‘ gibt es einerseits in Semantik und Weltwissen immer einen gemeinsamen Anteil – dasjenige, worüber die Perspektive gebildet wird, mindestens eine Art rigider Zeiger auf das Beschriebene, allerdings gehören meist auch einige Eigenschaften des Beschriebenen zu diesem Kern. Andererseits gibt es verschiedene Anteile, Eigenschaften, die nur in einer der Perspektiven erfasst sind; diese sind das eigentlich Perspektivenbildende. Im Falle komplementärer Perspektiven sind die Eigenschaften disjunkt; im Falle widersprüchlicher Perspektiven können sie nur partiell zusammengebracht werden und bestimmte Anteile müssen markiert (hier: modalisiert) werden. Als komplementäre Perspektiven aus dem Bereich der lexikalischen Semantik kann man Denotation und Konnotation sehen, die jeweils komplementäre Aspekte der Bedeutung eines Ausdrucks erfassen....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.