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Erster Weltkrieg im östlichen Europa und die russischen Revolutionen 1917

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Edited By Alexander Trunk and Nazar Panych

Der Band enthält Beiträge aus zwei inhaltlich verknüpften interdisziplinären Ringvorlesungen des Zentrums für Osteuropa-Studien der Universität Kiel, die verschiedene Aspekte des Ersten Weltkrieges unter besonderer Berücksichtigung des östlichen Europa beleuchten und in diesem Zusammenhang einen besonderen Fokus auf die aus dem Weltkrieg hervorgegangenen russischen Revolutionen des Jahres 1917 legen. Der Band kann auch als historische Hintergrundlektüre zum besseren Verständnis heutiger Spannungslagen in der Region – Beziehungen EU-Russland, Ukraine, Georgien u.a. – gelesen werden. Politische, juristische, historische, wirtschaftliche und kulturwissenschaftliche Gesichtspunkte müssen im Zusammenhang betrachtet werden, um Konflikte zu lösen.

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Hundert Jahre der ersten Republik Georgiens und Deutschland

Hundert Jahre der ersten Republik Georgiens

und Deutschland

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Lado Chanturia

Abstract: Der Autor skizziert die Anfänge Georgiens als demokratischen Staat von 1918 bis 1921. Dabei widmet er sich insbesondere der diesbezüglichen Rolle des Deutschen Reiches und dessen Bestreben, Georgien zur Unabhängigkeit zu verhelfen.

Stichworte: Georgien, Friedensverhandlungen, Deutschland, Transkaukasische Regierung, Unabhängigkeit, Republik, Erster Weltkrieg, deutsche Regierung, Oktoberrevolution, Kaukasus, Februarrevolution, Jordania, Russland, Brest-Litowsk, Osmanisches Reich, Tschenkeli, von Lossow

Am 26. Mai 1918 um 6 Uhr abends traf in Berlin ein Telegramm aus Georgien ein, in dem General von Lossow,1 der Präsident der Deutschen Delegation bei den türkisch-kaukasischen Friedensverhandlungen in Trapesunt und Batumi, Folgendes berichtete: „Ich habe die Ehre, Euer Exzellenz mitzuteilen, dass am 26. Mai nachmittags um 4 Uhr die georgische Nationalversammlung die Unabhängigkeit Georgiens beschlossen hat, Minister des Auswärtigen bleibt Akaki Tschenkeli. Der transkaukasische Seim (Parlament) hat aufgehört zu bestehen und somit auch die Transkaukasische Regierung.“2

Das war die erste internationale Mitteilung über die Geburt der ersten georgischen Republik. Das Deutsche Reich erkannte den neuen Staat unverzüglich an.3 Eine provisorische Vereinbarung diesbezüglich mit Deutschland wurde in der westgeorgischen Hafenstadt Poti am 28. Mai unterzeichnet. So gewann Georgien während des Ersten Weltkrieges die vor mehr als hundert Jahren ←29 | 30→verlorene Staatlichkeit wieder. Der deutsche Beitrag war dabei erheblich4 und die Staatlichkeit stellte ein Ergebnis der mehrere Jahre andauernden gemeinsamen Bemühungen deutscher und georgischer Politiker dar. Dem gingen aber vielfältige und komplexe Prozesse voraus.

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