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Islamisches Recht in Wissenschaft und Praxis

Edited By Hatem Elliesie, Beate Anam and Thoralf Hanstein

Den 65. Geburtstag von Hans-Georg Ebert, seit 1998 Professor für Islamisches Recht an der Universität Leipzig, haben nationale und internationale Fachkolleg*innen und Schüler*innen zum Anlass genommen, um in ihren Beiträgen Themen aufzugreifen, die auch der Jubilar in seinem bisherigen Berufsleben auf dem weiten Feld der Forschung zum Islamischen Recht und Recht der arabischen Länder bearbeitet hat. Der Kontext dieses Bandes erstreckt sich somit über das klassische sowie auch das modern geprägte islamische Recht, die islamische Normativität, das islamische Finanzwesen und den Komplex Recht und Sprache.

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Wie islamisch ist Islamic Finance? – ein Beitrag zum Trust als Rückgrat islamischer Zertifikate (Ṣukūk) (Martin Heckel)

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Martin Heckel*

Wie islamisch ist Islamic Finance? –

ein Beitrag zum Trust als Rückgrat

islamischer Zertifikate (ukūk)

I Einleitung

Es ist eine schöne Aufgabe, meinen verehrten Lehrer Hans-Georg Ebert mit diesem Beitrag zu würdigen. Ich möchte dabei an diejenigen Werke des Jubilars anknüpfen, die er bislang auf dem Gebiet der islamischen Finanzwirtschaft (Islamic Finance) zu verantworten hatte. Hier sticht vor allem ein von ihm gemeinsam mit Thießen im Jahr 2010 herausgegebenes Buch hervor, das man getrost als Standardwerk bezeichnen kann.1 Auch meine von Hans-Georg Ebert umsichtig geförderte Habilitationsschrift zur Muāraba ist in diesem Kontext entstanden.2 Allerdings wurde dabei bislang eine Frage weitgehend ausgeklammert, die sich mir im Anschluss an Sacarceliks Dissertation3 gestellt hat: Wie islamisch ist Islamic Finance?

Die Berechtigung dieser Frage folgt bereits aus dem Umstand, dass Bälz schon vor einigen Jahren den enormen Einfluss des englischen Vertragsrechts und damit des englischen Rechtsdenkens insgesamt auf Islamic Finance thematisiert hat.4 Ich möchte an dieser Stelle sogar noch einen Schritt weiter gehen und als These formulieren, dass Islamic Finance, vor allem aber islamische Zertifikate (ukūk), ohne Rückgriff auf die englische Rechtsfigur schlechthin, ← 371 | 372 → nämlich den Trust, gar nicht denkbar ist.5 Zwar liegen den islamischen Zertifikaten meist nichtstaatliche Modellregelungen zugrunde, wie die Sharia Standards der Accounting and Auditing Organization of Islamic Financial Institutions (AAOIFI) aus Bahrain.6 Diese scheinen aber mehr oder weniger stark vom englischen Recht...

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