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Repräsentationsweisen des Anthropozän in Literatur und Medien

Representations of the Anthropocene in Literature and Media

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Edited By Gabriele Dürbeck and Jonas Nesselhauf

Das Anthropozän mit der Idee der systemischen Zusammenhänge von Mensch, Technologie und Umwelt ist durch Komplexität und disproportionale Skalierungseffekte von planetarischem und tiefenzeitlichem Ausmaß gekennzeichnet. Der Band geht der Frage nach, mit welchen Rhetoriken und Strategien Literatur und Kunst die Komplexität des Anthropozän auf menschliches Maß beziehen. Vor dem Hintergrund der Environmental Humanities untersuchen die 11 Beiträge das interdependente Beziehungsgeflecht von Mensch und agentieller ‹Natur› wie auch die Interaktion von unterschiedlichen zeitlichen, räumlichen und thematischen Skalen in Komposition, Figurendarstellung und Metaphorik (Raumschiff, Gaia, Weltgärtner) mit Bezug auf lokale Umweltprobleme und globale Zukunftsfragen. Mediale Austragsorte sind Erzählung, Epos, Climate und Science Fiction, Heimatroman, Ecodiegesis, Umweltlyrik, Hörspiel, Fotographie, Film und bildende Kunst.

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Nach dem Anthropozän: Der Planet der Affen

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Mira Shah

Abstract: What comes after us? One popular narrative of the Anthropocene, the Planet of the Apes-theme, conceptualizes the demise of humanity as a teleological consequence of its hubris. The apes’ concomitant ascendency involves their epistemological utilization for human self-reflection as well as the specific rhetoric and melancholy of the Anthropocene in western primatology.

Was bedeutet es, wenn wir vom Anthropozän sprechen? Etwa eine Dekade nach der Einführung des Begriffs durch den Biosphärenchemiker Paul J. Crutzen und den Biologen Eugene F. Stoermer bestimmen Steffen et al. das ‚Anthropozän‘ in einem Überblicksaufsatz als „[a]‌ quantitative shift in the relationship between humans and the global environment“.1 Unter diesem Hauptcharakteristikum fassen die Autoren mehrere Trends, die darauf hinweisen, „that humankind, our own species, has become so large and active that it now rivals some of the great forces of Nature in its impact on the functioning of the Earth system“.2 Für die Autoren tritt die Erde nicht nur aus der bisherigen geologischen Epoche heraus, nein, „human activity is largely responsible for this exit from the Holocene“ und „humankind has become a global geological force in its own right“.3

Die Konsequenzen dieser Befunde stehen uns vor Augen und so ist das Anthropozän längst von einem eng gefasst geologischen zu einem ‚kulturellen Konzept‘ geworden.4 Doch fällt daran eine Rhetorik auf, deren Tragweite Dipesh Chakrabarty in seiner geschichtsphilosophischen Reflektion des Anthropozän-Konzepts anspricht: In der Erörterung des...

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