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Die Weiblichkeitsbilder in der deutschsprachigen Erzählliteratur von Autorinnen iranischer Herkunft

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Somaiyeh Mohammadi

Diese Arbeit thematisiert zeitgenössische Romane von Autorinnen iranischer Herkunft, darunter Shirin Kumm, Fahimeh Farsaie und Sudabeh Mohafez. Mit Blick auf die Geschichte der iranischen Frauenbewegung und der darin erzählerisch vermittelten Weiblichkeitsbilder fragt sie, inwieweit in diesen Romanen die Darstellung des Iran und der muslimischen Frau westliche Stereotype bedient und inwieweit dies Produkt bewusster Entscheidung und ästhetischer Gestaltung ist. Schritt für Schritt vollzieht die Arbeit kritisch nach, dass und mit welchen literarischen Mitteln die heterogenen Werke dieser Autorinnen politische Maßstäbe des Gastlands antizipieren und so letztlich als literarische Fiktion der öffentlichen Beglaubigung politischer Vor-Urteile dient.

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2 Zur historischen Rolle der Frau im Iran

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Studien über Frauen im Iran sind allein schon deshalb schwierig, weil es nicht viele zuverlässige Zahlen und Statistiken gibt, an denen man sich orientieren kann. Dies bezieht sich sowohl auf Studien aus dem Iran als auch von außerhalb. Der Iran ist seit mehr als 100 Jahren ein Rentierstaat, dessen wesentliche Einkommensquellen auf der Ausbeutung reichhaltig vorhandener Öl- und Gasreserven beruhen. Weil in den vergangenen 100 Jahren kleinere Gruppen von Herrschenden einen nahezu exklusiven Zugriff auf diese Ressourcen hatten, bildete sich ein Machtsystem, welches auch die öffentliche Meinung steuerte. Insbesondere die Geisteswissenschaften standen unter dem Primat der Führung. Dies gilt insbesondere für Forschungen und Darstellungen zur Entwicklung der Rolle der Frauen im Iran.

Die Frau hat gemäß der Lehrmeinung der führenden iranischen Geistlichen tradierten Rollenbildern zu folgen, die auch in Form weitverbreiteter Stereotype in westlichen Medien reproduziert werden. Die Medien bekräftigen damit häufig den scheinbar unverrückbaren Stand der Machtverhältnisse, ohne dabei die auch existierenden Alternativen gleichgewichtig in den Blick zu nehmen. Aus diesem Grund sind auch westliche Quellen, die über die Lage der Frauen im Iran berichten, mit Vorsicht zu behandeln. Sie folgen häufig ideologischen Stereotypen.

Die Frauen im Iran leben zwischen den Bildern, die man sich von ihnen im Iran und im Westen macht. Jede Seite versucht sich entsprechend ihrer Politik ein pauschales Bild von iranischen Frauen zu machen. Diese Tatsache spiegelt sich natürlich einerseits in der von Frauen geschriebenen Literatur und andererseits in deren...

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