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Die Weiblichkeitsbilder in der deutschsprachigen Erzählliteratur von Autorinnen iranischer Herkunft

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Somaiyeh Mohammadi

Diese Arbeit thematisiert zeitgenössische Romane von Autorinnen iranischer Herkunft, darunter Shirin Kumm, Fahimeh Farsaie und Sudabeh Mohafez. Mit Blick auf die Geschichte der iranischen Frauenbewegung und der darin erzählerisch vermittelten Weiblichkeitsbilder fragt sie, inwieweit in diesen Romanen die Darstellung des Iran und der muslimischen Frau westliche Stereotype bedient und inwieweit dies Produkt bewusster Entscheidung und ästhetischer Gestaltung ist. Schritt für Schritt vollzieht die Arbeit kritisch nach, dass und mit welchen literarischen Mitteln die heterogenen Werke dieser Autorinnen politische Maßstäbe des Gastlands antizipieren und so letztlich als literarische Fiktion der öffentlichen Beglaubigung politischer Vor-Urteile dient.

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9 Fahimeh Farsaie: „Eines Dienstags beschloss meine Mutter Deutsche zu werden“ (2006)

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Fahimeh Farsaie wurde 1952 in Teheran in eine religiöse Familie geboren und von ihrer streng religiösen Großmutter erzogen. Die Familie erlaubte ihr den Schulbesuch, jedoch nicht das Universitätsstudium. Trotzdem nahm Farsaie heimlich an der Aufnahmeprüfung teil und wurde im Fach Jura angenommen. Die Familie, obwohl sie keine Geldprobleme hatte, unterstütze ihre Tochter nicht. Farsaie finanzierte ihr Studium u.a. mit dem Literaturpreis einer Zeitschrift. Gleichzeitig startete sie ihre journalistische Karriere und veröffentlichte als freie Mitarbeiterin Beiträge in verschiedenen Zeitungen. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Jurastudiums, schrieb sie sich in Kunstgeschichte als Nebenfach ein. In ihrer journalistischen Tätigkeit spezialisierte sie sich auf rechtliche Diskriminierung und die enorme Kluft zwischen Arm und Reich in der Gesellschaft der Pahlawi-Dynastie. Als Rechtsanwältin sah sie keine Möglichkeit, sich in dem damaligen „korrupt[en], kaputt[en], diktatorisch[en] und despotisch[en] [System]“645 zu engagieren. Deshalb entschied sie sich für die Fortführung ihrer journalistischen Tätigkeit. Die politischen Machthaber interpretierten ihre Texte als „Protest gegen das Regime“. Farsaie wurde daraufhin für 18 Monate inhaftiert. Nach ihrer Freilassung publizierte sie unter einem Pseudonym. Weil die Lage im Iran für sie weiterhin gefährlich blieb, migrierte sie nach London, wo sie sich als Korrespondentin der „Keyhan“-Zeitung niederließ und Artikel über Kunst schrieb. Während der Unruhen des Jahres 1979 kehrte sie freiwillig in den Iran zurück, um an den Protesten gegen das Pahlawi-Regime teilzunehmen. 1983, vier Jahre nach der Revolution und w...

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