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Die Weiblichkeitsbilder in der deutschsprachigen Erzählliteratur von Autorinnen iranischer Herkunft

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Somaiyeh Mohammadi

Diese Arbeit thematisiert zeitgenössische Romane von Autorinnen iranischer Herkunft, darunter Shirin Kumm, Fahimeh Farsaie und Sudabeh Mohafez. Mit Blick auf die Geschichte der iranischen Frauenbewegung und der darin erzählerisch vermittelten Weiblichkeitsbilder fragt sie, inwieweit in diesen Romanen die Darstellung des Iran und der muslimischen Frau westliche Stereotype bedient und inwieweit dies Produkt bewusster Entscheidung und ästhetischer Gestaltung ist. Schritt für Schritt vollzieht die Arbeit kritisch nach, dass und mit welchen literarischen Mitteln die heterogenen Werke dieser Autorinnen politische Maßstäbe des Gastlands antizipieren und so letztlich als literarische Fiktion der öffentlichen Beglaubigung politischer Vor-Urteile dient.

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12 May Atashkar: „Ein Himmel tausend Sterne“ (2012)

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May Atashkar wurde in Teheran geboren. Sie absolvierte dort 1994 ihr Studium der deutschen Sprache. Seit 1988 widmet sich Atashkar der persischen Kalligrafie in der „Vereinigung der iranischen Kalligraphen“ in Teheran. Seit 2000 lebt und arbeitet sie als freiberufliche Künstlerin und Autorin in Deutschland. „Ein Himmel tausend Sterne“ ist ihr erster und einziger Roman. Er wurde 2012 im Projekte Verlag Cornelius veröffentlicht.

Der Roman wird von einem auktorialen Erzähler und größtenteils mit Rückblenden erzählt. Im Mittelpunkt steht die iranische Frau Delbar Parsy, die in Deutschland Asyl beantragt. Auf diese Figur konzentriert sich die auktoriale Erzählstimme besonders, manchmal spricht sie sogar in der Ich-Form.

Der Roman beginnt in Deutschland. Delbars Asylantrag wurde abgelehnt und beim Versuch, Selbstmord zu begehen, wird sie vom deutschen Priester Jesús gerettet. Nun beginnt die Hauptfigur, sich ihrer Erlebnisse im Iran zu erinnern: Delbar hatte eine Arbeit bei einem alten Bekannten angenommen. Sie wird von ihm vergewaltigt und schwanger. Sie flüchtet von Shiraz nach Teheran und lässt das Kind abtreiben. Sie verliebt sich in Mohamad, der sie aber nicht heiraten will, weil sie keine Jungfrau mehr ist. Ihr alter Peiniger taucht nach einigen Jahren wieder auf und droht ihr, als sie seinen Heiratsantrag ausschlägt. Infolgedessen flüchtet sie nach Deutschland. Die Asylbehörde beurteilt ihre Geschichte aber zweimal als nicht glaubwürdig. Nach dem Selbstmordversuch gelingt es ihr, eine Wohnung zu mieten, statt ins Asylbewerberheim zurückzukehren. Durch Jesús lernt Delbar...

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