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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹

Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938

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Edited By Primus-Heinz Kucher and Rebecca Unterberger

Die Oktoberrevolution von 1917 und die Gründung der Sowjetunion zog politisch-ideologisch wie kulturell-künstlerisch im deutschsprachigen Raum hohe Aufmerksamkeit auf sich und polarisierte die intellektuelle Öffentlichkeit. Insbesondere in der Ersten Republik bzw. im ›Roten Wien‹ stießen manche ihrer Impulse auf Resonanz, andere auf dezidierte Zurückweisung. Auch im bürgerlichen Kunst- und Literaturbetrieb, zum Beispiel dem der Musik, des Theaters oder des Films wurden (sowjet)russische Entwicklungen wahrgenommen und diskutiert. Der Band widmet sich solchen Rezeptionsbeziehungen, arbeitet ihre zum Teil erstaunliche Resonanz heraus, verortet sie in zeittypischen Diskursen wie dem des Aktivismus, der Theater- und Musikavantgarde, aber auch, kontrastierend-komplementär, dem des zeitgenössischen Amerika-Diskurses.

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„Endlich unser Vaterland, Sowjetrußland“

Martin Erian

„Endlich unser Vaterland, Sowjetrußland“

Zu Russland-Diskursen im Feuilleton der Wiener Roten Fahne

Abstract: The paper presents a panoramic overview of feuilletonistic contributions and discussions about everyday life of Soviet Russia focussing on the daily newspaper Die Rote Fahne and covering a wide range of authors: more known authors, like L. Körber and Frida Rubiner and very productive ones, like Otto Heller who has published for example the novel Sibirien. Ein anderes Amerika (1930), and also essentially smaller texts of lesser known so called “worker-correspondents”.

„Wien [ist] kein Boden für Bolschewikismus!“1 Karl Schönherrs Befund, von Arthur Schnitzler am 3. November 1918 im Tagebuch notiert, sollte sich letztlich bewahrheiten, doch in den Tagen des „revolutionären Kleinkriegs“2 1918/19 fürchtete man auch im Nachkriegsösterreich sozialistische Umwälzungen wie in Budapest und München. Angeführt von der Roten Garde um Egon Erwin Kisch und Elfriede Eisler-Friedländer, der späteren Ruth Fischer, sorgten die Kommunisten bei der Ausrufung der Republik, als sie die rot-weiß-rote Flagge zerschnitten und einen roten Fetzen vor dem Parlament aufziehen ließen, ebenso wie bei blutigen Demonstrationen im Frühjahr 1919 für Aufruhr. In den Zwanzigerjahren sollte sich Wien als Knotenpunkt der Kommunistischen Internationale in Mitteleuropa etablieren; die im November 1918 gegründete KPÖ blieb jedoch eine Randnotiz.3 Die Diskrepanz zwischen internationaler Geltung und nationaler Schlagkraft zeichnete auch die kommunistische Publizistik in Österreich aus: Während die österreichische Hauptstadt mehrere von Johannes Wertheim ←387 | 388→geführte Verlage beheimatete, die im Auftrag des Moskauer Lenin-Instituts unter anderem die Programmzeitschrift Arbeiter-Literatur und eine zuvor für die Veröffentlichung im Malik-Verlag vorgesehene Auswahl der Werke Lenins erstmalig in deutscher Übersetzung publizierten,4 standen die KPÖ und ihr Zentralorgan, Die Rote Fahne, stets im Schatten der KPD, die vor Hitlers Machtübernahme zur drittstärksten Kraft in der Weimarer Republik aufsteigen sollte und einen bedeutenden publizistischen Apparat ihr Eigen nennen konnte. Die von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg gegründete Berliner Rote Fahne blieb mit einer Auflage von über 130.000 Stück 1932 zwar deutlich hinter der sozialdemokratischen Presse zurück, erreichte aber auch wegen ihres Feuilletons hohe Visibilität. Zudem verfügte die Bewegung mit Willi Münzenberg über einen der maßgeblichen zeitgenössischen Verleger, der unter anderen die Blätter Arbeiter Illustrierte Zeitung, Welt am Abend und Berlin am Morgen herausgab.5

Die Wiener Rote Fahne hingegen kämpfte bis Anfang der 1930er Jahre stets ums Überleben. Zunächst als Der Weckruf und ab Mitte Jänner 1919 als Die Soziale Revolution zweimal wöchentlich erschienen und im Jahresverlauf 1919 als Die Rote Fahne zur Tageszeitung ausgebaut, profitierte das Parteiblatt zumindest bis Mitte der 1920er Jahre von der direkten finanziellen Unterstützung durch die Kommunistische Internationale. Zudem griffen ab 1921 verschiedene KPD-Funktionäre den Wiener Kommunisten verstärkt unter die Arme, was außer- wie innerparteilich für Diskussionen um die Eigenständigkeit der KPÖ ←388 | 389→sorgen sollte. Die anhaltenden ökonomischen wie personellen Engpässe hatten einen geringen Blattumfang, Schwächen in der Distribution – ein Leserkreis bestand nahezu ausschließlich in Wien – und eine auch durch innerparteiliche Flügelkämpfe begründete hohe Fluktuation zur Folge; vor allem für das Feuilleton als Leitfiguren dienende AutorInnen wie Paul Friedländer, Leo Lania und Ruth Fischer setzten sich bald in Richtung Berlin ab.6

Aus dem Selbstverständnis des Feuilletons der Roten Fahne, „eine Waffe im Klassenkampf“7 zu sein, resultierte der hohe Stellenwert der Auseinandersetzung mit der zur Utopie erhobenen Sowjetunion. So lässt sich Dieter Schillers Befund, wonach „[d];as Russland der ‚Roten Fahne‘ […] mehr Wunschbild und Projektion als Wahrnehmung einer gesellschaftliche Realität“8 darstellt, nahtlos von Berlin auf Wien übertragen. Schon in den am ersten Parteitag der KPÖ im Februar 1919 beschlossenen Leitsätzen für die Presse wurde die Herausgabe einer „aufklärende[n] Broschüre: ‚Die Wahrheit über Rußland‘ “9 und später die stärkere Berücksichtigung des Weltgeschehens, „insbesondere aus Rußland, Deutschland, England und den an Oesterreich grenzenden Ländern“,10 gefordert. Zwar konnte der 1925 geäußerte Wunsch nach einer „ständige[n] Rubrik über die Lage und Entwicklung Sowjetrußlands“11 nicht erfüllt werden, doch gehörten Russlandberichte – häufig in Verbindung mit Kritik am kapitalistischen Westen – in allen Teilen des Blattes zu dessen wenigen Konstanten. Als 1932/33 die Illustrierte Rote Woche als populäre Ergänzung zum zuweilen von ideologischen Debatten dominierten Parteiblatt lanciert wurde, diente auch die Aussicht auf Russlandberichte in Wort und Bild als Verkaufsargument: „Es soll ←389 | 390→keine Nummer erscheinen, die nicht Neues von den Fünfjahresplangiganten oder den Vorbereitungen der nächsten Planperiode enthalten wird.“12

Im Feuilleton der Roten Fahne erfolgten Annäherungen an das sowjetische Leben in vielerlei Gestalt. Während Erzählungen und Fortsetzungsromane oft auf russischem Boden spielten, orientierten sich die AutorInnen der österreichischen proletarisch-revolutionären Literatur nur selten direkt an russischen Realitäten. Dem gegenüber standen die Berichte von Kriegsheimkehrern sowie insbesondere seit 1928 jene der zahlreichen Entdeckungsreisenden, die im Zentralorgan der KPÖ von ihren Erfahrungen in der Sowjetunion berichteten – häufig auch in scharfer Abgrenzung zur Arbeit der als „Sozialfaschisten“13 verunglimpften Sozialdemokraten im „Roten Wien“.

1 Sowjetnarrative der VertreterInnen der proletarisch-revolutionären Literatur

Obwohl eine proletarisch-revolutionäre Literatur österreichischer Provenienz seit Beginn der Zwanzigerjahre kontinuierlich im Feuilleton der Roten Fahne Raum erhielt, beschränkte sich der Kreis der regelmäßig publizierenden AutorInnen auf wenige Personen. In Erinnerung geblieben ist vor allem Lili Körber. In Moskau als Tochter eines österreichischen Kaufmanns aufgewachsen, kehrte sie mit ihrer Familie im Weltkrieg zeitweilig nach Wien zurück und verfasste nach den Studienjahren ab 1927 Feuilletons für die Arbeiter-Zeitung.14 Dabei zeichnete sie beeinflusst von ihrer Vergangenheit im zaristischen Russland sowie vom Kontakt zur zeitweilig in Wien lebenden früheren Lenin-Mitarbeiterin Anželika Balabanova wiederholt und durchaus zum Missfallen der sozialdemokratischen Verantwortlichen ein positives Russland-Bild.15 Am 1. Mai 1928 debütierte sie mit der vorrevolutionären Dorfgeschichte Liebesstreik um Mitjka in der Roten ←390 | 391→Fahne16 und nahm sich fortan in Erzählungen und Reportagen vorrangig dem Russland der Gegenwart an. Am 10. Februar 1929 erschien ein Bericht aus der 1924 in Bolschewo nahe Moskau als pädagogisches Vorzeigeprojekt gegründeten Ersten Arbeitskommune der OGPU für jugendliche Straftäter, die wiederholt in den Fokus des deutschsprachigen Feuilletons geriet.17

Körber folgt dabei den Spuren eines prominenten Besuchers: Der Name des französischen Schriftstellers und Pazifisten Henri Barbusse findet sich als letzter Eintrag im Gästebuch der Einrichtung, die, so Barbusse, „durch Arbeit und freundschaftliche Behandlung gesellschaftsfeindliche Elemente der Gemeinschaft wieder einzuverleiben“ versucht. Körber absolviert die Führung gemeinsam mit einem betont kritischen französischen Journalisten, der sich letzten Endes vom Glanz der „blanken nagelneuen Maschinen“ und der vielfältigen Kulturarbeit überzeugen lässt und einen positiven Bericht „im Sinne von Henri Barbusse“ ankündigt. „Glauben Sie, daß man mich für einen Kommunisten hält?“18

1929 schlug Körber revolutionäre Töne an. Mit dem lyrischen Aufruf der SPOe. an die Wiener Arbeiterschaft, der eine Woche nach der Veröffentlichung in Wien auch in der Berliner Roten Fahne abgedruckt wurde, grenzte sie sich entschieden – wenn auch nur vorübergehend – von der Sozialdemokratie ab.19 Im ←391 | 392→Gedicht März holte Körber zudem zu scharfer Kritik gegen die von Bürgerlichen dominierte Republik aus:

Es rüstet zur Entscheidungstat,

Es ist der Herrscher im Lande,

Und deine Antwort, Proletariat,

An diese Saniererbande?

Sieh wie die rote Fahne weht,

An der tausende Fäuste fassen!

Wie lange wirst du dich noch, Prolet,

Nach Hause schicken lassen!20

Der verschärfte Ton gegenüber der politischen Situation in Österreich geht einher mit einer intensiveren Auseinandersetzung mit der Sowjetunion. Unter dem Titel „Sowjetfreundschaft“ konfrontierte Körber die reservierte Haltung der Österreicher gegenüber der Sowjetunion mit deren kulturellen, politischen und sozialen Errungenschaften:

Wir vergleichen uns zum Ruhme

Moskau – Wien mit kühlem Blut,

Und wir rufen durch die Blume,

Daß man keinem wehe tut:

Freundschaft!

Freundschaft!

Sowjetfreundschaft!21

Der zurückhaltende Ton des Bekenntnisses reagiert auf die nicht nur im konservativen Lager zunehmende Angst vor einer kommunistischen Revolte. Wenige Wochen zuvor hatten in Berlin von der KPD organisierte illegale Massendemonstrationen 33 Tote und rund 200 Verletzte gefordert. Die Scheu vor Russland thematisierte Körber in zwei weiteren Beiträgen im Herbst 1929: Die in einem Sanatorium des faschistischen Italiens angesiedelte Erzählung Sie waren in Sowjetrußland? zeugt von pauschalisierenden Verdachtsmomenten gegenüber Russlandreisenden. So sieht sich die im Jahr zuvor nach Russland gereiste, deutlich an Körber gemahnende Protagonistin strengen Visitationen ausgesetzt; noch vor ihrer Ankunft in der von einem befreundeten Ehepaar geführten Pension hat man sich über den Gast erkundigt. „Wer fährt nach Rußland, sag’ selbst? Doch nur eine gewisse Sorte Leute […]. Na, mein Mann erklärte dem Faschisten, daß ←392 | 393→Du Schriftstellerin bist, eine ganz harmlose Person …“ Rasch machen Gerüchte die Runde, die neben Neugier sowohl Sympathie als auch harsche Ablehnung hervorrufen. Insbesondere eine als Klassenfeindin dienende Gutbürgerliche, eingeführt als „die Kontessa [sic]“, sieht in der Ich-Erzählerin eine „russische Spionin“. Dass es sich bloß um ein „armes Mädchen, das man eingeladen hat, damit es sich einmal sattißt und Luft schnappt“, handeln könnte, wischt sie aus zweierlei Gründen vom Tisch. Nicht nur, dass eine Proletarierin hier nichts verloren habe, es sei generell undenkbar, dass sie bloß Erholung suche. „Unschädlich! Wenn man aus Sowjetrußland kommt!“22

Der zweite Text ist in gänzlich anderem Milieu situiert, schlägt aber in dieselbe Kerbe. Bei einer Dienststellenversammlung am Straßenbahnhof Wien-Ost meldet sich der bisher unauffällige junge Elektriker Karl Novotny zu Wort, um betont naiv von seiner Begegnung mit russischen Straßenbahnern, die er als Teilnehmer der Spartakiade23 getroffen hat, zu berichten. „[U];nd wir sollen, wenn ein Krieg kommt, nicht mittun, sondern zu ihnen halten und sie lassen schön grüßen.“ Der Bericht führt unmittelbar zu seinem Verweis, hat die Amsterdamer Internationale doch die Teilnahme an Sportdelegationen in der Sowjetunion verboten. Tumultartige Diskussionen bleiben ergebnislos, ebenso der ausführlichere Bericht Novotnys, dessen dialektale Färbung in Kontrast zu den kühlen Worten des Vorsitzenden, der ihm kommunistische Propagandamethoden vorwirft, zur Klärung der Sympathiefrage beiträgt: „Dös ist net wahr […], ich hab’ nur von der russischen Straßenbahn erzählt […] [u]nd daß es mir gut g’fallen hat, hab’ ich erzählt, und man soll nicht auf alles glauben, was man zu hören bekommt, das hab’ ich g’sagt. Aber kommunistische Propaganda hab’ ich keine net g’macht!“24 Das – sozialdemokratische – System bleibt unerbittlich. Novotny wird aus dem Arbeiterbund für Sport und Körperkultur in Österreich (ASKÖ) und der Gewerkschaft ausgeschlossen und in den Außendienst versetzt, was mit empfindlichen Gehaltseinbußen einhergeht. Nur zwei Tage später stirbt er bei einem Arbeitsunfall.25

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Der Hinweis darauf, dass das österreichische Proletariat sich nur ‚hinter vorgehaltener Hand‘ mit Russland auseinandersetzen dürfe, gehörte zu den feuilletonistischen Dauerbrennern in der Roten Fahne. Auch der vagabundierende Goldschmied Peter Schnur, der 1921 erstmals in der Roten Fahne publizierte und 1923 im Berliner Malik-Verlag die Erzählsammlung Die Hütte veröffentlichen konnte, griff das Motiv auf. In Die Wahrheit setzt sich durch erzählt er die Geschichte des Fabrikarbeiters Richard, der revolutionäre Flugblätter verteilt. Diese kontrastieren „Niedergang, Lohnabbau, Arbeitslosigkeit, Not und Elend“ in Österreich mit dem „stürmische[n]; Aufbau des Sozialismus“. Seine Schrift zeigt Wirkung, die Zettel in den Taschen der Arbeiter „strömten eine geheimnisvolle Energie aus“, mit dem Ziel, das „Netz von Verleumdungen […] von der lebendigen Wirklichkeit“26 zerreißen zu lassen.

Hans Maier, gelernter Bäcker und mit über 350 meist unter dem Akronym „Hamay“ publizierten Beiträgen zwischen 1921 und 1933 in der Roten Fahne und Zeitschriften aus dem KPÖ-Umfeld produktivster Autor der Bewegung, veröffentlichte zunächst vor allem sozialkritische Skizzen aus dem Wiener Proletarierleben, ehe er sich zunehmend dem lyrischen Kommentar des politischen Geschehens zuwandte. 1926 erschien unter dem Titel Sowjetrußland, wir grüßen dich! eine erste flammende Auseinandersetzung mit der „Mutter der Freiheit“:

Sowjetrußland, wir lieben dich!

So glühend und heiß und mit stolzem Entzücken

seh’n wir auf dein Werk, das du kühn vollbracht:

frei deine Erde, deine Menschen, Fabriken –

Sowjetrußland, stolze Arbeitermacht –

Sowjetrußland, wir grüßen dich!27

Obgleich Maier mit einem Gedicht auch auf innerrussische Konflikte, namentlich auf die sogenannten Moskauer „Schädlingsprozesse“ von 1930 gegen Saboteure des Fünfjahresplans reagierte, blieb dieser euphorische Ton aus der Ferne kennzeichnend für seine Russland-Feuilletons.28 1931 rief Maier am Jahrestag der Ausrufung der Republik mit einem neuen Hymnentext gar zum Kampf für ein „Sowjet-Oesterreich“.29

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Woher sich Maiers Russland-Narrative speisen – ob aus Mythen und Erzählungen von Parteigängern, ob aus Lektüren und Begegnungen –, ist ungewiss. Nachgewiesen ist einzig eine Reise nach Charkow, bis 1934 Hauptstadt der Ukraine. Dort nahm Maier mit einer Abordnung des 1930 um Ernst Fabri gegründeten Bundes der proletarisch-revolutionären Schriftsteller Österreichs (BPRSÖ) am zweiten Kongress der Internationalen Vereinigung Revolutionärer Schriftsteller (IVRS) teil. Neben Fabri und Maier gehörten auch Franz Janiczek, der im selben Jahr mit der Justizpalastbrand-Erzählung Der 15. Juli in der Etappe in der Berliner Linkskurve ein Preisausschreiben gewonnen hatte,30 und Körber, im Gründungsjahr Schriftführerin des BPRSÖ, der Delegation an.31

Maier veröffentlichte dazu in der Roten Fahne einen zweiteiligen Bericht, der von der großen Aufregung zeugt, den sowjetischen Genossen, den „Towarischi“, im Rahmen der Ende Oktober 1930 unternommenen Reise in ihrer Heimat zu begegnen. Als die finanziellen Mittel für Zugtickets im diktatorisch regierten Polen ausgehen und die Reise bereits auf der Hinfahrt zu platzen droht, springen andere Passagiere ein: Getarnt als Redakteur der Neuen Freien Presse erreicht Fabri die Unterstützung durch einen „mitfahrenden jüdischen Bourgeois“, und Körber gelingt es, bei einem persischen Studenten „einen kleinen netten Pump durchzuführen“.32 Obwohl es mittlerweile „stockfinster“ ist, steht der erstmalig Russlandreisende „am Kupeefenster, fest das Gesicht an die Scheibe gepreßt“. Dann, als der Zug die Grenze überquert,

da gab es kein Halten mehr. „Hoch Sowjetrußland!“, „Rot Front!“, „Es lebe die Weltrevolution!“ In wilder Begeisterung überschrie einer den andern. Ich bin schon ein alter Kerl, ziemlich abgebrüht gegen Phrasen und Gefühlsduselei, aber es gab wenig Erlebnisse in meinem Leben, die so mein Innerstes aufwühlten, wie diese Episode des Grenzüberschritts aus dem faschistischen Polen ins rote Rußland. […] Wir fühlten, hier war endlich unser Vaterland, Sowjetrußland: die große, herrliche Mutter aller Armen und Bedrückten.33

Noch ehe die österreichische Delegation das florierende Moskau („Not in Moskau? Das Brot liegt zu Häuschen aufgeschlichtet auf den Tischen.“) erreicht, rekapituliert Maier die Jahre des russischen Bürgerkrieges, der proletarischen Not, der kommunistischen Revolution: „Und nun ist diese unermeßlich weite ←395 | 396→Fläche Erde frei, frei von allen Schmarotzern und Blutsaugern; von den kapitalistischen Profithyänen.“34

2 „Hier ist alles entweder vorgestrig oder schon von übermorgen“35 – Reiseberichte aus Sowjetrussland

Der von Maier formulierte Wunsch, den „grandiosen Fünfjahrplan ganz von der Nähe zu sehen“,36 ließ sich durch diese Reise erfüllen; in der Presse erreichte die Anzahl an Berichten aus der Sowjetunion Ende der Zwanziger ihren Höhepunkt – und das nicht nur im linken Spektrum. Hervorzuheben für die Wiener Publizistik ist Stefan Zweigs in sechs Teilen in der Neuen Freien Presse im Herbst 1928 abgedruckter Bericht „Reise nach Rußland“, der abseits des wirtschaftlichen Aufbaus das kulturelle Leben in der Sowjetunion zeigt.37 Wenig überraschend wurde die unvoreingenommen positive Haltung des bürgerlichen Schriftstellers in der Roten Fahne überaus wohlwollend aufgenommen und der Text in gekürzter Form neuerlich abgedruckt. Der abschließende Kommentar Zweigs erfuhr dabei, anders als im Original, eine Hervorhebung: „Als entscheidender Eindruck bleibt: wir haben alle unbewußt oder bewußt an Rußland ein Unrecht getan und tun es noch heute. Ein Unrecht durch Nichtgenugwissen, Nichtgenuggerechtsein.“38

Dieses impliziten Auftrags nahm sich die Rote Fahne an und gestaltete das Feuilleton zunehmend als Surrogat für Russlandreisen. Begünstigt wurde die Präsentation sowjetrussischer Realitäten Ende der Zwanziger nicht zuletzt durch entsprechende organisatorische Unterstützung aus Moskau selbst. Blieben die Kommunisten in der 1925 gegründeten Österreichischen Gesellschaft zur Förderung der geistigen und wirtschaftlichen Beziehungen mit der UdSSR, die eng mit der Moskauer Gesellschaft für kulturelle Verbindung der UdSSR mit dem Ausland (VOKS) kooperierte, stark unterrepräsentiert, so sollte der 1929 nach Berliner Vorbild geschaffene Bund der Freunde der Sowjetunion als ←396 | 397→KPÖ-Vorfeldorganisation Abhilfe schaffen und vor allem mit Vorträgen die Auseinandersetzung mit Russland auf Wiener Boden unterstützen.39

Mit Reiseberichten traten ab 1930 mehrere mit der KPÖ verbundene AutorInnen hervor. Die bedeutende kommunistische Übersetzerin Frida Rubiner, KPD-Gründungsmitglied und von 1920 bis 1922 Redakteurin der Wiener Roten Fahne, stellte publizistisch über lange Jahre eine wichtige Brücke nach Russland dar und veröffentlichte 1930 im Verlag für Literatur und Politik mit Der große Strom. Eine unromantische Wolgafahrt einen Reisebericht, der schon einleitend den Bedarf an ständig neuen Berichten aus der Sowjetunion unterstreicht. Denn jede Darstellung wäre, so Rubiner, angesichts des „Revolutionstempo[s];“ von der „Gefahr der Unaktualität“ bedroht, was auch für ihr eigenes Werk gilt: „Jede Zahl wurde überholt, bevor die Druckerschwärze getrocknet war.“40 Rubiner weist in ihrem episodenhaften Bericht auch auf Rückständigkeiten hin, wofür etwa eine von der Dorfversammlung beschlossene Auspeitschung von 300 Bauern im Dorf Ludurwaj in der Autonomen Republik der Wotjaken als exemplarisch angeführt wird. Bereits 1928 hat Rubiner in der Roten Fahne diesen Fall als Lehrbeispiel für die Notwendigkeit konsequenter kommunistischer Politik interpretiert. „Für uns, das revolutionäre Proletariat außerhalb der Sowjetunion, ist die Affäre Ludurwaj noch einmal ein Beweis dafür, daß wir unsere revolutionäre Pflicht erfüllen müssen“.41 Im Reisebericht von 1929 dient der Vorfall als Beleg für sowohl die Gehässigkeit antisowjetischer Berichterstattung („beste Reklamearbeit für alle sowjetfeindlichen Elemente, die ‚die Wahrheit‘ über Sowjetrußland unter den Arbeitern […] verbreiten“42) als auch die besonderen Anforderungen an die Errichtung eines Arbeiter-und-Bauern-Staates in der kulturell wie ethnisch heterogenen Sowjetunion. Die agitatorische Zuspitzung der Darstellung erreicht Rubiner durch einen bewährten Kunstgriff: Sie führt mit dem Berliner Sozialdemokraten Herbert Krause einen skeptischen Mitreisenden ein, der „zwar die russische Revolution [bejaht], aber […] darauf erpicht [ist], ←397 | 398→stets eine ‚eigene Meinung‘ zu haben“.43 Doch diese wandelt sich im Laufe der Reise, Krause entwickelt Bewunderung für die politische Teilhabe des Proletariats. „[H]ier wissen die Leute, wofür sie die Hand aufheben. […] Das ist doch schließlich, was wir Sozialisten anstreben.“44 Krause erkennt ähnlich wie Bruno Frei, der 1929 von der UdSSR als „Vorzimmer der sozialistischen Gesellschaft“45 spricht, die dortige Lage als „Schnittpunkt zwischen dem Gestern und dem Morgen“46 und skizziert neue, große Perspektiven. Einzig der Drang, nach der persönlichen Läuterung politische Überzeugungsarbeit leisten zu wollen, zieht ihn zurück nach Deutschland.

Von der Kritik breiter rezipiert wurde Julius Haydus von den Fortschritten des Fünfjahresplans berichtendes Buch Rußland 1932. Die Russlandreise des BPRSÖ-Mitglieds im November 1931 wurde nicht nur von der VOKS unterstützt, Haydu stand auch in Kontakt mit der 1929 gegründeten staatlichen Reiseagentur Intourist, die Anfang der 1930er Jahre mehrere Wiener Dependancen besaß und mit Inseraten für Aufsehen sorgte.47 In seinem Bericht nimmt Haydu auf den wirtschaftlich begünstigten kulturellen Wandel hin zur Idee des Neuen ←398 | 399→Menschen, gekennzeichnet durch „vorbehaltslose ungebrochene Lebensbejahung“,48 in der Sowjetunion Bezug. Die Rote Fahne betonte, das Buch zeige vor allem, „wie überall über Rußland gelogen wird“;49 Ernst Fischer strich in der Arbeiter-Zeitung das „Pathos der Zahlen“ hervor und erhob den Fünfjahresplan selbst zum „großartigsten Buche der Weltgeschichte“.50

Als produktivster Berichterstatter aus der Sowjetunion präsentierte sich allerdings Otto Heller. Zunächst Anhänger der Sozialdemokratie in Wien und Reichenberg, übersiedelte er 1926 nach Berlin, wo er Kontakte zu KPD-nahen Autoren wie Egon Erwin Kisch, Franz Carl Weiskopf und Johannes R. Becher knüpfte und sich dem BPRS anschloss. Als Vertrauensmann der Kommunistischen Internationale wirkte er zeitweise als Redakteur für die Tageszeitung Welt am Abend, deren Herausgeber Münzenberg ihm im Sommer 1929 eine Reise ermöglichte, aus der der Bericht Sibirien. Ein anderes Amerika als erster von mehreren Sibirienberichten resultierte.51

Die Auseinandersetzung mit Sibirien macht auf ein ertragreiches Feld in der euphorischen Russlanddarstellung aufmerksam, erfuhr der ‚wilde Osten‘ durch den wirtschaftlichen Aufbau doch eine spürbare Modernisierung und diente als offensiver Gegenentwurf zum kapitalistischen Amerika, das es mit dem Fünfjahresplan zu übertreffen galt.52 Dem Feuilleton der Roten Fahne hatte der Bericht eines Korrespondenten der Chicagoer Daily News das Themenfeld neu eröffnet, das zuvor Fridtjof Nansen mit seinem 1914 erschienenen Buch Sibirien, ein Zukunftsland erschlossen hatte und das für die Rote Fahne und Heller weiter einen wesentlichen Referenzpunkt darstellte.53 Hellers Werk, das breite historische ←399 | 400→Herleitungen mit episodenhaftem Erzählen von der Fahrt mit dem Eisbrecher Krassin vereint, wurde in der Roten Fahne als Steigerung des „Reisebericht[s]; zu einer revolutionären Schrift“54 gehuldigt, bekannte sich Heller doch im Vorwort zum Glauben an die proletarische Weltrevolution und sah dabei Sibirien als „den Feuerkessel […] des Werdens einer neuen Welt“.55 Auch wenn Karl Hans Sailer als Rezensent der Bildungsarbeit „Kritiklosigkeit“ und „parteimäßige Lobrednerei“56 monierte, blickte Heller bei seinem Versuch, „den Märchenvorhang von diesem Land und seinen Menschen“57 fortzuziehen, zumindest vordergründig differenziert auf die habituelle Konstitution der Bewohner und die fragliche Realisierbarkeit wirtschaftlicher Großprojekte.58 Die im Buch dokumentierten Gespräche mit Wissenschaftlern, Arbeitern und nach Sibirien Verbannten erhoben das Werk zum, wie die Vorarlberger Wacht schrieb, „Reisebuch von größtem politischen Wert“,59 obgleich die in der Roten Fahne abgedruckten Auszüge vor allem historische Entwicklungen und ethnische Besonderheiten des Gebiets in den Vordergrund rückten. Dies führte Heller in der deutlich breiter rezipierten Schrift Der Untergang des Judentums fort, die an Marx anknüpfend „nicht nur die Darlegung der proletarisch-revolutionären Auffassung der Judenfrage, sondern auch die Schilderung ihrer Lösung durch die proletarische Diktatur“60 anbieten wollte und für die er im Sommer 1930 erneut nach Sibirien, das „heute noch fast menschenleere Zukunftsland der Juden der Sowjetunion“,61 reiste.

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3 Russische Realitäten – sowjetisch-proletarische Alltagskultur als Vergleichsfolie

Obgleich Heller den Fokus mittels Lokalaugenscheinen auf Industrialisierungsprozesse und potenzielle ethnische Konfliktlagen in der Peripherie legte, publizierte er 1931 auch ein Feuilleton mit dem Titel „Moskauer Wochenende“. Es thematisiert die veränderte Alltags- und Freizeitkultur der auf eine „rationellere Ausnützung der Erholungsstätten“62 abzielenden sowjetischen Fünftagewoche, die, den Worten Stalins folgend, eher dem Prinzip der „amerikanischen Sachlichkeit“63 als des russischen revolutionären Schwungs folgt, ohne darin einen Mangel zu erkennen. Berichte über die Entwicklungen im Kultur- und Bildungswesen und in der Justiz, das Zurückdrängen der Kirche und verbesserte Arbeitsbedingungen waren seit den frühen 1920er Jahren regelmäßig erschienen,64 das Spektrum an Reisenden weitete sich zusehends aus: Nicht mehr nur Forscher, Publizisten und politische Eliten bereisten die Sowjetunion, sondern immer häufiger auch Proletarier. 1926 berichtete erstmals eine österreichische Arbeiterdelegation aus Russland,65 und im Berliner Verlag Die Einheit gelangte die Broschüre Im Lande der befreiten Arbeiter und Bauern zur Veröffentlichung. Zwei Jahre später reiste eine Gruppe von Arbeiterkorrespondenten – noch vor einer ←401 | 402→vergleichbaren Fahrt einer Delegation der Weimarer Republik – nach Moskau.66 Im Lichte des sozialistischen Aufbaus erhielten insbesondere Berichte aus sowjetischen Großfabriken bereits vor Körbers „Tagebuch-Roman“ aus den Putilow-Werken einen neuen Stellenwert. Paradigmatisch verbindet die Reportage eines Arbeiters aus Nischni Nowgorod Sachinformation mit einem revolutionären Aufruf an das heimische Proletariat: „Arbeiter und Bauern Oesterreichs! Nur der Sozialismus und das Sowjetsystem kann [sic] euch retten! Es lebe Sowjetösterreich! Es lebe die Kommunistische Partei!“67

In den Jahren der Weltwirtschaftskrise dienten Darstellungen des proletarischen Alltags in der Sowjetunion vor allem der propagandistischen Kontrastierung zweier Wirtschaftssysteme. In der Sowjetunion, so der Tenor, sichere die staatlich kontrollierte Wirtschaft die soziale Sicherheit der Arbeiter. So berichtete Alexander Vajda, von Beruf Weber und Mitglied des BPRSÖ, von seinem raschen Aufstieg in Moskau unter dem symptomatischen Titel: „Hier kommt jeder vorwärts!“68 Als publizistische Strategie hervorzuheben sind zudem (wohl) fingierte Briefwechsel, etwa zwischen einem nach Dnjeprostroj ausgewanderten und einem in Wien verbliebenen Arbeiter, der infolge der Krise seine Stellung verloren hat und mittlerweile ausgesteuert worden ist. „Bei euch ist Arbeit und Leben, bei uns ist Stillstand“, so der Wiener, der die sozialdemokratischen Führer kritisiert. Diese „erzählen allerhand über die Sowjetunion, aber sie schimpfen dabei recht fleißig und verdrehen alle Wahrheiten. Denn sie haben Angst vor der großen Wirklichkeit“.69

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Die Auseinandersetzung mit Russland nutzte demnach im Lichte des ultralinken Kurses der KPÖ ab 192770 der Abgrenzung von der Sozialdemokratie. Proletarische Reiseberichte, die von der Arbeiter-Zeitung angeblich abgelehnt wurden, spielten der Redaktion der Roten Fahne dabei in die Karten. So habe ein Arbeiter ohne Erfolg versucht, seinen Genossen – einmal mehr – die „Wahrheit über die Sowjetunion“71 darzulegen, um damit Berichten über Hungersnöte und Rückständigkeit entgegenzutreten. Ein anderer wiederum möchte gegen wiederholt abgedruckte „Unwahrheiten“ anschreiben, die den sozialdemokratischen Arbeitern von den die Zeitungen mit Argusaugen überwachenden „Bonzen“72 vorgelegt würden. Die kontinuierliche Kritik an der distanzierten Haltung der Arbeiter-Zeitung zur Sowjetunion erhielt vor den Gemeinderatswahlen 1932 eine neue Tragweite, sollte im Wahlkampf doch das Russland im Aufbau als Alternative zum Roten Wien der Großen Depression als Trumpf der KPÖ fungieren. Im Hamburger KP-Verlag Hoym wurde die Broschüre Wien – Moskau. Zwei Städte – zwei Welten abgedruckt, worauf die Wiener Sozialdemokratie mit dem dünnen Heftchen Wien und Moskau reagierte.73 Die Tagespresse führte den Vergleich fort: Wien wurde dabei von den Sozialdemokraten als „bolschewistisches Bollwerk“ und „einzige Millionenstadt inmitten der Welt des Kapitalismus, in der die rote Fahne des Sozialismus weht“,74 präsentiert, während in Moskau der soziale Wohnbau den Bedürfnissen weit hinterherhinke. Die Rote Fahne konterte – wenig überraschend – mit Spott und Hohn: „Ein aussichtsloser Versuch. […] Wien geht nieder, Moskau blüht auf. […] Es ist schon begreiflich, wenn die Wiener Sozialdemokraten mit einer Flut von Lügen und Verdrehungen das Gespenst des roten Moskau bannen wollen, das ihnen ihr Todesurteil ausspricht.“75 Bei der Wahl Ende April 1932 erreichte die KPÖ ihr bestes Ergebnis in Wien in der Zwischenkriegszeit: 1,9 % der Stimmen.76 Es ließe sich 1932/33 ←403 | 404→von einem kleinen Momentum der Wiener Kommunisten und ihrer Publizistik sprechen, doch noch vor dem Einsetzen eines tatsächlichen Höhenflugs setzte das Verbot der Partei beziehungsweise der Roten Fahne im Mai beziehungsweise im Juli 1933 höheren Ambitionen ein allzu jähes Ende.

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1 Arthur Schnitzler: Tagebuch 1917–1919. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1985, S. 198.

2 Julius Deutsch: Aus Österreichs Revolution. Militärpolitische Erinnerungen. Wien: Verlag der Wiener Volksbuchhandlung 1921, S. 47.

3 Vgl. Herbert Steiner: Die Kommunistische Partei. In: Erika Weinzierl/Kurt Skalnik (Hgg.): Österreich 1918–1938. Geschichte der Ersten Republik. Bd. 1. Graz–Wien–Köln: Styria 1983, S. 317–329; Hannes Leidinger: „Klein-Berlin“: Wien als Standort der Kommunistischen Internationale von 1919 bis 1927. In: Barry McLoughlin, ders., Verena Moritz: Kommunismus in Österreich 1918–1938. Innsbruck–Wien–Bozen: Studienverlag 2009, S. 123–152.

4 Hervorzuheben sind der Verlag für Literatur und Politik, der Werke neben ideologischen Schriften von Marx, Engels, Lenin, Trockij, Stalin und andere auch John Reeds 10 Tage, die die Welt erschütterten und Fёdor Gladkovs Zement und Neue Erde abdruckte und die Reihe „Marxistische Bibliothek“ führte, sowie der stärker auf Belletristik ausgerichtete Agis-Verlag, der unter anderen F. C. Weiskopfs Ein Soldat der Revolution und Maria Leitners Eine Frau reist um die Welt veröffentlichte; vgl. Georges Wertheim: Die Odyssee eines Verlegers. In memoriam Dr. Johannes Wertheim (1888–1942). In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (Hg.): Jahrbuch 1996: Schwerpunkt Biographische Studien zu Widerstand, Verfolgung und Exil. Wien: DÖW 1996, S. 204–229.

5 Vgl. z.B. Bärbel Schrader: Willi Münzenbergs Verlags- und Pressearbeit für die internationale Arbeiterbewegung. In: Weimarer Beiträge, H. 8/1989, S. 1261–1276, bs. S. 1269–1274; Dieter Schiller: Heran an die Massen! oder Lesen ist Parteipflicht. Kritische Betrachtungen zum Feuilleton der „Roten Fahne“ Berlin 1920–1932. Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung 2014 (= Helle Panke, Pankower Vorträge, H. 192), S. 56–58; ders.: Münzenberg und die Intellektuellen. Die Jahre in der Weimarer Republik 1921–1933. Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung 2014 (= Helle Panke, Pankower Vorträge, H. 193).

6 Zur Geschichte der Roten Fahne vgl. Gerhard Moser: Zwischen Autonomie und Organisation: Die Arbeiterkorrespondentenbewegung der „Roten Fahne“ in den Jahren 1924 bis 1933. Eine Studie zur Kommunikationspolitik der KPÖ in der 1. Republik. Wien, Phil. Diss., 1988, bs. S. 165–234; Johannes Wertheim: Unsere „Rote Fahne“. Anläßlich des Beginnes des 10. Jahrganges. In: Die Rote Fahne [fortan RF] (1.1.1927), S. 3

7 Paul Brand [d.i. Emanuel Bruck]: Das schwierige Feuilleton. In: RF [Berlin] (11.2.1932), S. 11; vgl. dazu: Manfred Brauneck: Die rote Fahne. Kritik, Theorie, Feuilleton 1918–1933. München: Fink 1973, S. 29–32.

8 Schiller, Parteipflicht, S. 5.

9 N.N.: Leitsätze für die Presse. In: Die soziale Revolution (15.2.1919), S. 3.

10 N.N.: An unsere Parteigenossen! In: RF (9.10.1924), S. 1.

11 N.N.: Thesen zur politischen Lage und zur Bolschewisierung der Partei. In: RF (5.7.1925), S. 8.

12 N.N.: Was die „Illustrierte Rote Woche“ bringt. In: RF (24.1.1932), S. 5.

13 Zur „Sozialfaschismustheorie“ vgl. Barry McLoughlin: Die Partei. In: Ders. u.a., Kommunismus in Österreich, S. 259–276, bs. 261; Josef Schleifstein: Die „Sozialfaschismus“-These. Zu ihrem geschichtlichen Hintergrund. Frankfurt a.M.: Marxistische Blätter 1980 (= Marxistische Taschenbücher. Reihe Marxismus aktuell, Bd. 144).

14 Vgl. Ute Lemke: Lili Körber: Von Moskau nach Wien. Eine österreichische Autorin in den Wirren der Zeit (1915–1938). Siegen: Böschen 1998 (= Kasseler Studien – Literatur, Kultur, Medien, Bd. 2), S. 38f. Zu Körber s. auch den Beitrag von W. Fähnders in diesem Band.

15 Vgl. Viktoria Hertling: Quer durch: Von Dwinger bis Kisch. Berichte und Reportagen über die Sowjetunion aus der Epoche der Weimarer Republik. Frankfurt a.M.: Hain 1982, S. 91f.

16 Nahezu wortident, jedoch unter dem Titel Der rote Mitjka war die Erzählung bereits am 12. Februar 1928 in der Arbeiter-Zeitung (S. 18) erschienen. Im Nachdruck deutlicher wurde der Hinweis auf Lenin: Wies Körber zunächst nur auf „Iljitsch“ und dessen revolutionäre Überlegungen „irgendwo bei den Deutschen“ hin, spricht die Fassung in der Roten Fahne deutlicher von „Wladimir Iljitsch“; vgl. Lili Körber: Liebesstreik um Mitjka. In: RF (1.5.1928), S. 12. Leicht gekürzt erschien der Text neuerlich als: Der Ehestreik. Eine Bauerngeschichte. In: RF (12.1.1930), S. 5.

17 Vgl. Thomas Möbius: Russische Sozialutopien von Peter I. bis Stalin. Historische Konstellationen und Bezüge. Berlin: LIT 2015, S. 453–461.

18 Lili Körber: Rechtsverletzer. Aus Sowjetgefängnissen. In: RF (10.2.1929), S. 5f., zit. S. 6.

19 Körber, die 1932 wieder Beiträge im Feuilleton der Arbeiter-Zeitung veröffentlichen und 1933 der Vereinigung Sozialistischer Schriftsteller Österreichs angehören sollte, kritisierte in Zeiten der Militarisierung der politischen Auseinandersetzung die passive Haltung der Sozialdemokratie. „O, Prolet! Wenn die Heimwehren marschieren,/Zuck’ die Achseln und gehe spazieren,/Zieh’ hinaus in den Wiener Wald./[…]Und vor allem: hör’ nicht auf die Parolen,/Die euch Moskau verkündet hat./Willst du Beulen und Kerker dir holen?/Kommt die Heimwehr – dann zeig’ ihr die Sohlen,/Sei ein echter Sozialdemokrat.“ (Dies.: Aufruf der SPOe. an die Wiener Arbeiterschaft. In: RF (17.11.1929), S. 2, bzw. in: RF [Berlin] (23.11.1929), Beilage.)

20 Dies.: März. In: RF (24.3.1929), S. 8.

21 Dies.: Sowjetfreundschaft. In: RF (19.5.1929), S. 5.

22 Dies.: Sie waren in Sowjetrußland? In: RF (6.10.1929), S. 5.

23 Die Spartakiade diente als sozialistischer Gegenentwurf zu den Olympischen Spielen und fand erstmals 1928 in Oslo und Moskau statt; vgl. N.N.: Die Spartakiade der Union und die proletarische Körperkultur. In: RF (7.7.1928), S. 6.

24 Lili Körber: „Ich bringe euch Grüße von den Russen.“ In: RF (1.12.1929), S. 5.

25 Ein ähnliches Schicksal erleiden die als „Agenten Moskaus“ diffamierten Textilarbeiter in Körbers Erzählung Fieberträume (in: RF (12.1.1930), S. 6), die für ihr prorussisches Engagement zunächst den Rückhalt der Gewerkschaft und dann auch ihre Stellung verlieren.

26 Peter Schnur: Die Wahrheit setzt sich durch. In: RF (9.1.1932), S. 7.

27 Hans Maier: Sowjetrußland, wir grüßen dich! In: RF (18.4.1926), S. 5.

28 Vgl. z.B. ders.: … Dann bist du ein Sowjetfreund. In: RF (26.6.1932), S. 6; ders.: Fünfzehn Jahr … In: RF (6.11.1932), S. 9.

29 Ders.: Zur Republikfeier. Zum alten Lied – „ein neuer Text“. In: RF (12.11.1931), S. 8.

30 Vgl. Franz Janiczek: Der 15. Juli in der Etappe. In: Die Linkskurve, H. 7/1930, S. 10f., neuerlich in: RF (13.7.1930), S. 6.

31 Vgl. Gerald Musger: Der „Bund der proletarisch-revolutionären Schriftsteller Österreichs“ (1930–1934). Eine Dokumentation. Graz, Phil. Diss., 1977, S. 62.

32 Hans Maier: Unsere Reise ins Land der Towarischi. In: RF (28.12.1930), S. 5.

33 Ders.: Unsere Reise ins Land der Towarischi. In: RF (4.1.1931), S. 7.

34 Ebd.

35 Otto Heller: Fahrt durch die Sowjetunion. In: RF (17.8.1930), S. 7

36 Hans Maier: Unsere Reise ins Land der Towarischi. In: RF (4.1.1931), S. 7.

37 Vgl. Julia Köstenberger: „Ich bin glücklich alles gesehen zu haben …“ – Stefan Zweig bei den Tolstoj-Feierlichkeiten in der UdSSR 1928. In: Verena Moritz u.a. (Hgg.): Gegenwelten. Aspekte der österreichisch-sowjetischen Beziehungen 1918–1938. St. Pölten: Residenz 2013, S. 261–274.

38 Stefan Zweig: Reise nach Rußland. In: RF (11.1.1928), S. 10f., zit. S. 11.

39 Vgl. Julia Köstenberger: Österreichisch-sowjetische Kulturkontakte im Überblick. In: Moritz, Gegenwelten, S. 231–249, bs. S. 234–240. Der von der Roten Fahne trotz KPD-Nähe als Autor des linksliberalen Abend abgelehnte Bruno Frei, Lili Körber und Julius Haydu wurden bei ihren Russlandreisen von der VOKS unterstützt (vgl. ebd., S. 233).

40 Frida Rubiner: Der große Strom. Eine unromantische Wolgafahrt. Wien: Verlag für Literatur und Politik 1930, S. 5.

41 Frida Rubiner: Ein Fall der Barbarei in der Sowjetunion. Eine der Schwierigkeiten des sozialistischen Aufbaues. In: RF (18.10.1928), S. 5.

42 Dies., Strom, S. 270.

43 Ebd., S. 20. In der Roten Fahne wurden in der Besprechung von Rubiners Buch die „eingestreuten knappen und sachlichen Auseinandersetzungen“ der beiden Reisenden besonders hervorgehoben (vgl. N.N.: Ein neues Rußlandbuch. Frida Rubiner: „Der große Strom“. In: RF (10.5.1931), S. 5). Die Strategie des dialogischen Erschließens der Sowjetrealität wandte Rubiner bereits in der Broschüre Der Arbeiter als Herr im Staate. Ein Gespräch über die Sowjet-Union an, die zwischen 27. August und 2. September 1927 in der Roten Fahne abgedruckt worden war.

44 Rubiner, Strom, S. 264.

45 Bruno Frei: Im Lande der roten Macht. Ein sowjetischer Bilderbogen. Berlin: Neuer Deutscher Verlag 1929, S. 95.

46 Rubiner, Strom, S. 313f.

47 Vgl. N.N.: Frühjahrsreisen in die Sowjetunion. In: Arbeiter-Zeitung (19.4.1931), S. 10. In Reaktion auf diese Einschaltung für Reisen zu den Maifeierlichkeiten in Moskau, Leningrad, Kiew und Odessa erschien ein Beschluss des SDAP-Parteivorstandes, der Parteimitgliedern die Teilnahme an derlei Reisen als „Bruch der internationalen Solidarität“ (Arbeiter-Zeitung (21.4.1931), S. 4) verbot. Die Rote Fahne titelte daraufhin: „Die Arbeiter sollen den Aufbau des Sozialismus nicht sehen“ (RF (22.4.1931), S. 1); zur Intourist vgl. Alexander Vatlin: „Die Karausche im Rahm“ – Österreichbilder in der sowjetischen Propaganda. In: Moritz, Gegenwelten, S. 309–346, hier S. 337; Matthias Heeke: Reisen zu den Sowjets. Der ausländische Tourismus in Rußland 1921–1941. Münster–Hamburg–London: LIT 2003 (= Arbeiten zur Geschichte Osteuropas, Bd. 11), S. 33–49.; N.N.: Die Sowjetunion als neues Reiseland. Das Berliner Sowjetbüro „Intourist“. In: RF (26.9.1930), S. 3; N.N.: Erste „Intourist“-Arbeiterreise nach Sowjet-Rußland 1932. In: RF (3.6.1932), S. 4.

48 Julius Haydu: Rußland 1932. Wien: Phaidon 1932, S. 154.

49 H.W. (Hilde Wertheim?): Neue Bücher. Rußland 1932. In: Die Rote Fahne (1.5.1932), S. 9.

50 Ernst Fischer: 5 Jahre, die die Welt verändern. In: Arbeiter-Zeitung (6.11.1932), S. 14.

51 Neben den Broschüren Das Geheimnis der Mandschurei (1932), Die rote Fahne am Pazifik. Zehn Jahre Sowjetmacht im Fernen Osten (1933) und Auf zum Baikal! Der sozialistische Aufbau in Ostsibirien und die Fantasien des Herrn Kamaitzi (1933) erschien 1932 mit Wladi Wostok! Der Kampf im Fernen Osten im Neuen Deutschen Verlag ein zweites umfängliches Reisebuch Hellers, der schon 1928 aus dem russischen Polargebiet berichtet hatte; vgl. Otto Heller: Die Gelehrteninsel im Eismeer. Biologische Station Alexandrowsk – Wunder des Nordens. In: RF (26.8.1928, S. 7), O. H.: Die Welt ohne Bazillen. In: RF (1.12.1929), S. 5f.

52 Vgl. Eva-Maria Stolberg: Sibirien: Russlands „Wilder Osten“. Mythos und soziale Realität im 19. und 20. Jahrhundert. Stuttgart: Steiner 2009 (= Beiträge zur europäischen Überseegeschichte, Bd. 95), S. 300–322.

53 Vgl. N.N.: Das sibirische „Chicago“. In: RF (28.11.1926), S. 6; Georg Werosta: Fridtjof Nansens Rußlandbuch. In: RF (12.7.1924), S. 2.

54 N.N.: Sibirien, ein anderes Amerika. Der Bericht einer „Krassin“-Fahrt ins Eismeer. In: RF (23.3.1930), S. 4.

55 Otto Heller: Sibirien, ein anderes Amerika. Berlin: Neuer Deutscher Verlag 1930, S. 9.

56 Karl Hans Sailer: Otto Heller: Sibirien, ein anderes Amerika. In: Die Arbeiterbücherei. Beilage zur Bildungsarbeit, Nr. 6/1930, S. 63. Ähnlich äußerte sich Otto Koenig, der Heller propagandistische Schilderungen vorwarf, bei denen „ein Eifer der Darlegung […] Mängel, Gebrechen, Fehler verteidigen oder übertonen soll“ (Otto Koenig: Sibirien. In: Arbeiter-Zeitung (24.6.1930), S. 5).

57 Heller, Sibirien, S. 10.

58 Vgl. z.B.: Ders.: Port Igarka. Der Hafen der großen Hoffnung. In: RF (27.10.1929), S. 8.

59 N.N.: Sibirien, ein anderes Amerika. In: Vorarlberger Wacht (3.5.1930), S. 7.

60 Otto Heller: Der Untergang des Judentums. Die Judenfrage. Ihre Kritik. Ihre Lösung durch den Sozialismus. Wien–Berlin: Verlag für Literatur und Politik 1931, S. 7. Vgl. dazu: Bruno Frei: Der Untergang des Judentums. In: Die Weltbühne, H. 1/1932, S. 14–17; A.N.: „Der Untergang des Judentums“. Otto Hellers Buch. In: RF [Berlin] (6.2.1932), S. 10; Eva Reichmann-Jungmann: „Der Untergang des Judentums“. In: Der Morgen, H. 1/1932, S. 64–72.

61 Otto Heller: Der Weg zum Stillen Ozean. In: RF (5.10.1930), S. 5. Zu Birobidjan vgl. auch: Ders., Sibirien, S. 330–374.

62 Ders.: Moskauer Wochenende. In: RF (7.5.1931), S. 7.

63 Josef Stalin: Über die Grundlagen des Leninismus. Vorlesungen an der Swerdlow-Universität. In: Ders.: Werke. Bd. 6. Berlin: Dietz 1952, S. 62–166, zit. S. 164.

64 Vgl. z.B. H.W. [d.i. Hilde Wertheim?]: Wie die Kinder in Sowjetrußland leben. Der Besuch einer Schule. In: RF (8.9.1921), S. 3; Richard Schüller: „Tod den Göttern!“ Weihnachten in Moskau. In: RF (23.1.1923), S. 2f.; Franz Koritschoner: Die Kirche. In: RF (23.8.1923), S. 2; Egon Schönhof: Straf-, Justiz- und Gefängniswesen in der Sowjetunion. In: RF (4.12.1927), S. 5f.; N.N.: „Rote Rosa“. Bericht eines Russlanddelegierten. In: RF (11.12.1927), S. 6; Franz Janiczek: Fahrt in die deutsche Wolgarepublik. In: RF (5.3.1931), S. 7f.; Ernst Fabri: Der große Abbau in der Sowjetunion. In: RF (25.12.1931), S. 10; Erwin Baumer: Sowjetdemokratie. „Auf neue Art demokratisch, auf neue Art diktatorisch“. In: RF (6.11.1932), S. 10. Als seltenes Beispiel eines kulturpolitischen Essays Wiener Provenienz sei ein Beitrag des 1926 aus der Partei ausgetretenen Kurt Landau angeführt, der das bürgerliche Theater des Westens mit dem russischen kontrastiert, das das Schauspiel „von der isolierten Bühne in die lebendige Wirklichkeit der Straße“ verlege und gezielt auf ein proletarisches Publikum abziele (Kurt Landau: Kultur- und Klassenkampf. Moskau und Wien. In: RF (27.2.1925), S. 4f.).

65 Vgl. N.N.: Die Kulturarbeit in der Sowjetunion. Originalberichte der österreichischen Arbeiterdelegation. In: RF (16.5.1926), S. 5; N.N.: Was sah die Arbeiterdelegation in Sowjetrussland? In: RF (7.11.1926), S. 4.

66 Vgl. z.B. N.N.: Unsere Arbeiterkorrespondenten in Sowjetrußland. In: RF (17.7.1928), S. 3; N.N.: Von der Rußlandreise unserer Arbeiterkorrespondenten. In: RF (26.8.1928), S. 5f.

67 R.K.: Oesterreichische Arbeiter schreiben über den sozialistischen Aufbau. Im roten Industriezentrum Nischni-Nowgorod. In: RF (19.10.1930), S. 8; vgl. auch: Erwin Baumer: Sowjetunion baut die grösste Autofabrik der Welt. In: RF (26.10.1930), S. 9.

68 Alexander Vajda: „Hier kommt jeder vorwärts“. Brief eines österreichischen Textilarbeiters aus der Sowjetunion. In: RF (20.10.1932), S. 7; vgl. dazu auch: Franz Genser: Ins Land der befreiten Arbeit. In: RF (19.6.1932), S. 9; Oskar [d.i. Oskar Grossmann?]: … ins rote Rußland. Vierzehn Arbeiter wandern in die Sowjetunion aus. In: RF (20.6.1931), S. 5; Paul Henke: Meine Wahl in den Sowjet. In: RF (13.8.1932), S. 7.

69 N.N.: Zwei Briefe. In: RF (3.6.1933), S. 13. Dieses Modell der Lebenswelten kontrastierenden Arbeiterbriefe wurde wiederholt angewendet, vgl. auch: N.N.: 14 Jahre proletarische Diktatur. Oesterreichische Arbeiter schreiben aus dem Sowjetland. In: RF (12.11.1931), S. 8.

70 Vgl. Loughlin, Partei, 260–269.

71 Franz Lauschmann: Was die „A.–Z.“ verschweigt. Brief eines österreichischen Sozialdemokraten aus der Sowjetunion. In: RF (13.12.1930), S. 3.

72 R.A.: Brief aus der Sowjetunion. Reisebericht eines österreichischen Arbeiters. In: RF (7.9.1930), S. 6.

73 Emil Huk (Hg.): Wien – Moskau. Zwei Städte – zwei Welten. Hamburg u.a.: Hoym 1932; Sozialdemokratische Partei Wiens (Hg.): Wien und Moskau. Wien: Wiener Volksbuchhandlung 1932.

74 N.N.: In Moskau und in Wien. In: Arbeiter-Zeitung (16.4.1932), S. 2.

75 N.N.: Wien oder Moskau. Eine Antwort an die Rothschild-Sozialisten. In: RF (19.4.1932), S. 4.

76 Steiner, Kommunistische Partei, S. 322.