Show Less
Open access

Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹

Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938

Series:

Edited By Primus-Heinz Kucher and Rebecca Unterberger

Die Oktoberrevolution von 1917 und die Gründung der Sowjetunion zog politisch-ideologisch wie kulturell-künstlerisch im deutschsprachigen Raum hohe Aufmerksamkeit auf sich und polarisierte die intellektuelle Öffentlichkeit. Insbesondere in der Ersten Republik bzw. im ›Roten Wien‹ stießen manche ihrer Impulse auf Resonanz, andere auf dezidierte Zurückweisung. Auch im bürgerlichen Kunst- und Literaturbetrieb, zum Beispiel dem der Musik, des Theaters oder des Films wurden (sowjet)russische Entwicklungen wahrgenommen und diskutiert. Der Band widmet sich solchen Rezeptionsbeziehungen, arbeitet ihre zum Teil erstaunliche Resonanz heraus, verortet sie in zeittypischen Diskursen wie dem des Aktivismus, der Theater- und Musikavantgarde, aber auch, kontrastierend-komplementär, dem des zeitgenössischen Amerika-Diskurses.

Show Summary Details
Open access

Über die Autoren

Über die Autoren

Alexander Belobratow, Univ. Dozent für Germanistik und Komparatistik an der Universität St. Petersburg. Leiter der Österreich-Bibliothek St. Petersburg u. Hg. des Jahrbuchs der Österreich-Bibliothek St. Petersburg. Forschungsschwerpunkte: Österreichische Literatur des 20. Jahrhunderts, deutsche Romantik, Imagologie und Interkulturalität. Aufsätze (in deutscher Sprache; Auswahl): Traum und Trauma: Literarische Russlandreisen der 1920er Jahre bei Joseph Roth, Leo Perutz und Stephan Zweig, in: Russland – Österreich: Literarische und kulturelle Wechselwirkungen, Bern u.a. 2000, S. 221–234; Musil in Russland lesen. Eine Reise zu Ulrich mit dem Fürsten Myschkin, Ilja Oblomow und dem „Kellerlochmenschen“, in: Musil-Forum 31 (2009/10), S. 127–139; Elias Canettis Roman „Die Blendung“. Russische Lektüren, in: Eigen- und Fremdkulturelle Literaturwissenschaft, München 2011, S. 339–357; A. Schnitzler. Die internationale Rezeption: Russland und Osteuropa, in: Schnitzler-Handbuch, Stuttgart 2014, S. 358–363.

Natalia Blum-Barth (geb. Shchyhlevska), seit 2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 2012–2013 Alfred Krupp Junior Fellow am Wissenschaftskolleg Greifswald, 2006–2007 Stipendiatin des Leo Baeck Fellowship Programms der Studienstiftung des deutschen Volkes. Promotion über deutschsprachige Literatur aus der Bukowina (2003). Forschungsschwerpunkte: Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts, Exil- und Migrantenliteratur, Postkolonialismus und Interkulturalität, deutsch-russische Literaturbeziehungen, Mehrsprachigkeit und Linguizismus, Literaturvermittlung und DaF/DaZ. Neuere Publikationen: Mithg. des Bds. Celan-Referenzen. Prozesse einer Traditionsbildung in der Moderne, Göttingen 2016; Mithg. des Heftes Literarische Mehrsprachigkeit der Zeitschrift für interkulturelle Germanistik (H.2/2015).

Olesya Bobrik, wissenschaftliche Mitarbeiterin am State Institute for Art Studies und im Archiv der Bolshoi Theatre Musikbibliothek und Assistant Professor am P. Tchaikovsky Konservatorium. Studium der Musikwissenschaft am P. Tchaikovsky Konservatorium in Moskau; Promotion (2007) über Viennese Publishers Universal Edition and Soviet Musicians: History of Collaboration in 19231945, veröff. 2011; Research Fellowships am Institut für Musikwissenschaft der Univ. Wien (2002) und der Paul Sacher Stiftung in Basel (2004), derzeit Assistant Professor am Staatlichen Konservatorium Moskau. Aktuelle Forschungsinteressen u.a. zu Arthur V. Lourié und Alexander Weprik.

←451 | 452→

Jürgen Doll, emer. Professor für deutsche Literatur und Kultur an der Université Paris Est Créteil (UPEC). Publikationen (in Auswahl): Theater im Roten Wien. Vom sozialdemokratischen Agitprop zum dialektischen Theater Jura Soyfers, Wien-Köln-Weimar 1997; (Hg.) Judentum und österreichische Literatur vom Vormärz bis heute, Poitiers 2000; (Hg.) Erich Fried (= Austriaca 52, 2001); Goethe et l'orient. Le divan occidental-oriental (Codir.) (= Etudes germaniques, avril-juin 2005); (Hg.) Jean Améry. De l'expérience des camps à l'écriture engagée, Paris 2006; (Hg.) Exil antinazi et témoignages concentrationnaires, Paris 2008. Aufsätze zum Austromarxismus, zum politischen Theater, zur Exilliteratur, zu Literatur und Holocaust, zur österreichischen und deutschen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts.

Jürgen Egyptien, Literaturwissenschaftler am Germanistischen Institut der RWTH Aachen. 1997 Habilitation über Hans Lebert, seit 2004 Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte. Publikationen zur Literatur vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart, u.a.: Herr Moriz Deutschösterreicher. Eine jüdische Erzählung zwischen Assimilation und Exil, 1988 (Hg.); Der Anschluß als Sündenfall. Hans Leberts literarisches Werk und intellektuelle Gestalt. Mit einem Vorwort v. Elfriede Jelinek, 1998; Einführung in die deutschsprachige Literatur seit 1945, 2006; Killy Literaturlexikon. 13 Bde, 2008–2012 (Mithg.); Ernst Fischer: Neue Kunst und neue Menschen, 2016 (Hg.); Stefan George-Werkkommentar, 2017 (Hg.); Stefan George. Dichter und Prophet. Biographie, 2018.

Martin Erian, wissenschaftlicher Mitarbeiter im FWF-Projekt Transdisziplinäre Konstellationen in der österreichischen Literatur, Kunst und Kultur der Zwischenkriegszeit am Institut für Germanistik der Universität Klagenfurt mit Forschungsschwerpunkten zu urbanen Diskursen im Feuilleton, dem Spannungsverhältnis von Literatur und Journalismus und der proletarisch-revolutionären Literaturbewegung in der Ersten Republik. Erste Veröffentlichungen u.a. zu Feuilleton und Reportage bei Klara Mautner und Elisabeth Janstein (2017), zu Jakob Julius Davids Romanen der Jahrhundertwende (2018, im Druck) sowie zur Wiener Sozialreportage im frühen 20. Jahrhundert (in Vorbereitung).

Vera Faber, Studium der Slawistik und von Design; Promotion mit einer interdisziplinären Studie zur späten ukrainischen Avantgarde (Univ. Wien, 2017); Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten und Initiatorin mehrerer Ausstellungen, Projekte und Publikationen zum bzw. im (post-)sowjetischen Raum. Forschungsschwerpunkte: literarische und künstlerische Avantgarden, Wort-Bild-Kunst, Fotografie, Film, Design, Intertextualität und Intermedialität. Publikationen (Auswahl): „Nur der Unsinn gibt der Zukunft Inhalt”. Futurismus ←452 | 453→und Wort-Bild-Kunst der russischen Avantgarde in Tiflis 1917–1921 (2018); (Hg. gem. mit Horbachov/Sonnleitner) Österreichische und ukrainische Literatur und Kunst. Kontakte und Kontexte in Moderne und Avantgarde (2016).

Walter Fähnders, apl. Prof. für Neuere Germanistik an der Universität Osnabrück, dem 2004 die Festschrift Unruhe und Engagement gewidmet wurde. Arbeitsschwerpunkte: Literatur und Kultur sozialer Bewegungen, Avantgarde und Moderne. Neuere Publikationen u.a.: Avantgarde und Moderne 1890–1933 (2. Aufl. 2010); Projekt Avantgarde (in Vorb., 2019). Mithg. u.a. von „Laboratorium Vielseitigkeit“. Zur Literatur der Weimarer Republik (2005); Europa. Stadt. Reisende. Blicke auf Reisetexte 1918–1945 (2006); Die Epoche der Vagabunden. Texte und Bilder 1900–1945 (2009); Metzler Lexikon Avantgarde (2009); Hg. zuletzt von Emil Szittya: Herr Außerhalb illustriert die Welt (2014); Ruth Landshoff-Yorck: Das Mädchen mit wenig PS. Feuilletons aus den zwanziger Jahren (2015); Annemarie Schwarzenbach: Orientreisen (2017).

Veronika Hofeneder, Literaturwissenschaftlerin an der Universität Wien. Editionstätigkeit und Publikationen zu Hertha Kräftner, Gina Kaus, Vicki Baum und zur Literatur und Kultur der Zwischenkriegszeit. Letzte Publikationen: Vom Schreiben, Tanzen, Musizieren – Vicki Baums feuilletonistische Betrachtungen künstlerischer Ausdrucksformen. In: Hildegard Kernmayer/Simone Jung (Hgg.): Feuilleton. Schreiben an der Schnittstelle zwischen Journalismus und Literatur, Bielefeld 2017, S. 217–236; Syncopes and Inflation – The Rhythm of the Austrian Literature in the Interwar Period. In: Kirsten Krick-Aigner/Marc-Oliver Schuster (Hgg.): Jazz in Word: European (Non-)Fiction, Würzburg 2018, S. 207–220; (Hg.) Vicki Baum: Makkaroni in der Dämmerung. Feuilletons, Wien 2018; (Hg. gem. mit Nicole Perry) Germanistik Grenzenlos. Festschrift für Wynfrid Kriegleder zum 60. Geburtstag, Wien 2018.

Marco Hoffmann, Studium der Fächer Musik und Germanistik (Lehramt) an der Universität Siegen sowie 2014 der Fächer Komposition, Saxophon und Musikwissenschaft an der University of Illinois at Urbana-Champaign. Seit Ende 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Prof. Martin Herchenröder und Lehrbeauftragter im Fach Musiktheorie in Siegen. Laufendes Promotionsprojekt bei Prof. Matthias Henke zum österreichischen Komponisten Friedrich Cerha und dessen musikalischer Rezeption kybernetischer Modelle. Forschungsschwerpunkte: Musik des 20. und 21. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der österreichischen und amerikanischen Nachkriegsavantgarde.

Kurt Ifkovits, Literaturwissenschaftler und Kurator am Theatermuseum Wien; Ausstellungen und Publikationen zu Hermann Bahr, Gustav Klimt, Richard ←453 | 454→Teschner, Paula Wessely, Koloman Moser sowie mehrere Arbeiten zum Thema deutsch-tschechische Kulturbeziehungen. Veröffentlichungen u.a. Hermann Bahr – Jaroslav Kvapil, Briefe, Texte, Dokumente (Hg., 2007); „Mit diesen meinen zwei Händen…“. Die Bühnen des Richard Teschner (Hg. 2013); Die Wiener Wochenschrift Die Zeit (1894–1904) und die zentraleuropäische Moderne (Hg. gem. mit Lucie Merhautová, 2013); Hermann Bahr: Tagebücher aus dem „Neuen Wiener Journal“ (1927–1931) (Hg. 2015); Hermann Bahr – Arthur Schnitzler. Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente 1891–1931 (Hg. gem. mit Martin Anton Müller, 2018); „Anwendungen“. – Koloman Moser und die Bühne (2018, gem. mit Daniela Franke).

Julia Köstenberger, Historikerin, Ausstellungskuratorin. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ludwig-Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, Wien. Mitglied der Österreichischen-Russischen Historikerkommission, Wien. Publikationen und Forschungen zur österreichisch-russischen Geschichte mit Schwerpunkt auf 1914–1955, zuletzt u.a. Kaderschmiede des Stalinismus. Die Internationale Leninschule in Moskau (1926–1938) und die österreichischen Leninschüler und Leninschülerinnen, Wien 2016 (= Wiener Studien zur Zeitgeschichte; 8); gem. mit Verena Moritz, Aleksandr Vatlin, Hannes Leidinger und Karin Moser: Gegenwelten. Aspekte der österreichisch-sowjetischen Beziehungen 1918–1938, Salzburg-St. Pölten 2013.

Primus-Heinz Kucher, Prof. für Neuere deutsche Literatur an der Univ. Klagenfurt; Leiter mehrerer FWF-Projekte, u.a. des Projekts Transdisziplinäre Konstellationen in der österr. Literatur, Kunst und Kultur der Zwischenkriegszeit (2014–18). Gastprof./dozenturen an den Univ. Halden, Udine, Ljubljana; Max Kade Vis. Prof. an der UIC/Chicago (2008), Botstiber Research Prof./Fulbright Progr. Univ. of Vermont/Burlington (2013). Forschungsschwerpunkte: Dt. u. Österr. Literatur seit der Romantik bis zur Gegenwart; mit Schwerpunkten auf Romanpoetologie, Literarische Beziehungen in Zentraleuropa, Moderne-Avantgarde, Emigration-Exil-Immigration. Neuere (Buch-)Publikationen: Verdrängte Moderne – vergessene Avantgarde. Göttingen: 2016; Arthur Rundt: Marylin. Roman (1928, Hg.) Wien: 2017; ferner zuletzt u.a.: „Ein Durcheinander mit viel Jazzmusik“: 1928 as a Case Study on Controversial-productive Jazz(Culture) Reception in the Viennese Feuilleton, Literature, Music and Theater. In: K. Krick-Aigner, M-O. Schuster (eds): Jazz in World, Würzburg 2018, S. 221–234; „Unwiderstehlich steigt das Bittere/ vom Magen herauf…“ Zu Robert Schindels „schöpferische[r]; Aneignung der eigenen Wurzeln“. In: Die Rampe. Porträt Robert Schindel. Linz 2018, S. 149–155 sowie: Mehr als „unser einziger, armseliger Widerstand“? Zu Ferdinand Bruckners Zeitstück Die Rassen (1933) und ←454 | 455→Hermynia Zur Mühlens Unsere Töchter, die Nazinen (1935), in: M. Golaszewski, L. Krenzlin (Hgg.): Schriftsteller in Exil und Innerer Emigration. Widerstandspotentiale und Wirkungschancen. Berlin 2019, 27–42.

Barbara Lesák, Theater- und Kunsthistorikerin. Dissertation über den Theater- und Architekturvisionär Frederick Kiesler. Bis 2009 Leitung der Grafischen Sammlung und des Programmarchivs am Theatermuseum in Wien. Teilnahme am DFG-Forschungsprojekt Das deutschsprachige Musiktheater in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie am FWF-Projekt Transdisziplinäre Konstellation in der österreichischen Literatur und Kultur der Zwischenkriegszeit (Universität Klagenfurt). Zahlreiche Publikationen zur internationalen Theateravantgarde und Kunst im 20. Jahrhundert sowie Ausstellungen u.a. über russische Theaterkunst 1910–1936 (1993), Theaterfotografie von 1900 bis 1930 in Wien und Berlin (2003) und Frederick Kieslers Theater- und Architekturschaffen (2012).

Brigitte Mayr, Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik an der Universität Wien. Dissertation: Kleider erzählen Geschichten – Zur Rolle der Frau im österreichischen Film anhand soziokultureller Aspekte des Kostüms. Wissenschaftliche Leiterin von SYNEMA – Gesellschaft für Film und Medien (Wien). (Co-)Konzeption zahlreicher Symposien mit begleitenden Filmschauen sowie Mitherausgeberin filmhistorischer Bücher, u.a. Carl Mayer, Scenar[t];ist. Ein Script von ihm war schon ein Film; Film Denken – Film & Philosophie; Falsche Fährten in Film und Fernsehen; Paul Czinner – Der Mann hinter Elisabeth Bergner; Script: Anna Gmeyner. Eine Wiener Drehbuchautorin im Exil; Das Gesicht hinter der Maske: Peter Lorre – Schauspieler in Wien, Berlin und Hollywood; Germaine Dulac – Der Film ist ein weit auf das Leben geöffnetes Auge.

Michael Omasta, Vorstandsmitglied von SYNEMA (Wien) und Filmredakteur der Wiener Wochenzeitung Falter, daneben Essays zur Ästhetik des Film noir, zum dokumentarischen Arbeiten und zur aktuellen Kinopolitik. Kurator zahlreicher Retrospektiven zum österreichischen Filmexil. (Co-)Autor und Herausgeber mehrerer Bücher, etwa über Claire Denis, Michael Pilz, Romuald Karmakar und Ruth Beckermann sowie von Aufbruch ins Ungewisse. Österreichische Filmschaffende in der Emigration vor 1945; Tribute to Sasha. Das filmische Werk von Alexander Hammid; Regie: Rappaport. Ein sowjetischer Filmemacher aus Wien; Wolf Suschitzky: Films; Josef von Sternberg. The Case of Lena Smith; Peter Lorre – Ein Fremder im Paradies; Fritz Rosenfeld, Filmkritiker; Amos Vogel: Ein New Yorker Cineast aus Wien.

Katja Plachov, Doktorandin am Internationalen Graduiertenkolleg 1956 „Kulturtransfer und ‚kulturelle Identität‘ “. Thema des laufenden ←455 | 456→Promotionsprojekts: Zur Bedeutung René Fülöp-Millers in den Kulturbeziehungen zwischen Europa, Russland und den USA. Arbeitsgebiete: Rezeptionsgeschichte, deutsch-russische Kulturkontakte, Biographie- und Netzwerkforschung. Jüngste Publikation: Biographie als Medium von Vermittlung: Die Untersuchung des Kulturakteurs René Fülöp-Miller (1891–1963) an der Schnittstelle von Kulturtransfer- und Netzwerktheorie. In: Sonja Erhardt, Jennifer Grünewald, Natalija Kopca (Hg.): Transfer und Transformation Theorie und Praxis deutsch-russischer Kulturtransferforschung, Paderborn 2017, S. 155–173.

Evelyne Polt-Heinzl, Literaturwissenschafterin, -kritikerin und Ausstellungskuratorin. Publikationen vor allem zur österreichischen Literatur um 1900, der 1920er Jahre und nach 1945 sowie kulturwissenschaftliche Motivuntersuchungen. Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik 2017. Publikationen zuletzt: Österreichische Literatur zwischen den Kriegen. Plädoyer für eine Kanonrevision (2012); Ringstraßenzeit und Wiener Moderne. Porträt einer literarischen Epoche des Übergangs (2015); Die grauen Jahre – Österreichische Literatur nach 1945. Mythen, Legenden, Lügen (2018).

Ester Saletta, Studium der Germanistik und Anglistik an den Universitäten Bergamo und Wien. Lektorin für Italienisch am Sprachenzentrum der Universität Wien. Derzeit Postdoc-Stipendiatin im Istituto Italiano di Studi Germanici in Rom (Forschungsprojekt „Il canone della germanistica secondo Giuseppe Antonio Borgese: Modelli letterari e culturali di una Germania tra tradizione e modernità” im Rahmen des MIUR-Projekt ARCGER – Archivi, ideologie e canone della germanistica in Italia (1933–1955)). Mitarbeiterin der Rechtwissenschaftlichen Fakultät der Uni Bergamo für den Bereich „Equal Opportunities: Gender-Studies in Law & Literature“. Zahlreiche Publikationen über (Post) Gender Studies, Wiener Moderne, Exilliteratur und österreichische Frauenliteratur der Gegenwart.

Stefan Simonek, Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft und der Slawistik an der Universität Wien, Promotion 1991 zu Osip Mandel’štam, Habilitation 1996 zu Ivan Franko; seit 1996 außerordentlicher Professor am Institut für Slawistik der Universität Wien. Forschungsschwerpunkte: Slawische (insbesondere russische und ukrainische) Moderne, Avantgarde und Postmoderne unter komparatistischen Aspekten, Slawische Popkultur. Veröffentlichungen (Auswahl): Ivan Franko und die „Moloda Muza“. Motive in der westukrainischen Lyrik der Moderne, Köln-Weimar-Wien 1997 (ukrainische Übersetzung Siedlce-Wien 2012); Distanzierte Nähe. Die slawische Moderne der Donaumonarchie und die Wiener Moderne, Bern 2002; Von Lenau zu „Laibach“. Beiträge zu einer ←456 | 457→Kulturgeschichte Mitteleuropas, Frankfurt a.M. 2016; Saundček. Fünf slawische Popsongs, Frankfurt a.M. 2016.

Rebecca Unterberger, Literaturwissenschaftlerin aus Klagenfurt; 2008–2011 wiss. Mitarbeiterin im FWF-Projekt Moderne und Antimoderne. Literatur und Kultur der österreichischen Zwischenkriegszeit, 2015–17 Postdoc.-Ass. im FWF-Projekt Transdisziplinäre Konstellationen in der österr. Literatur, Kunst und Kultur der Zwischenkriegszeit (beide Univ. Klagenfurt); 2017–18 Senior Scientist am Robert Musil-Institut/Kärtner Literaturarchiv; 2018 Fulbright Visiting Scholar an der University of California, Santa Barbara (USA). 2014 Promotion mit der Dissertationsschrift Zwischen den Kriegen, zwischen den Künsten. Ernst Krenek – „Beruf: Komponist und Schriftsteller.“, ausgezeichnet mit dem Wendelin Schmidt-Dengler-Preis für herausragende Dissertationen 2015 (erscheint 2019). Forschungsschwerpunkte: (Österreichische) Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts; Reiseliteratur; Inter-/Transmedialität, bs. Wechselwirkungen zw. Musik-Klang(lichkeit)-Literatur; Archiv und Edition.

Ievgeniia Voloshchuk, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Promotion über Franz Kafka (1994) und Habilitation über geistige und ästhetische Tendenzen der Moderne im Schaffen von Rainer Maria Rilke, Thomas Mann und Max Frisch (2010). Herausgeberin der Schriftenreihe Über Grenzen. Studien zur deutschsprachigen Literatur. Aktuelle Forschungsschwerpunkte: Beziehungen zwischen der deutschsprachigen, der ukrainischen und der russischen Literatur, deutsch-jüdische Literatur, Imagologie, Border Studies und Reiseliteratur. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt, das durch Fritz Thyssen-Stiftung gefördert wurde, setzt sie sich mit der Ukraine-Rezeption in der deutschsprachigen Literatur auseinander.

←457 | 458→