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Aux frontières de l'autre

Kulturdidaktische und kulturwissenschaftliche Studien zu medialen Stereotypen

Edited By Kathleen Plötner and Marc Blancher

Images d‘Épinal, Klischees, Stereotype etc.: Die Bezeichnungen können auf ein einziges Konzept oder aber auf mehrere Konzepte referieren. Der vorliegende Sammelband bietet kulturdidaktische sowie literatur-, sprach- und kulturwissenschaftliche Blickwinkel auf ein hochaktuelles Thema unserer Zeit; und zwar die Darstellung des Anderen. Er widmet sich sowohl der(n) Definitionsfrage(n) als auch didaktischen Fragestellungen, die rund um den bewussten und unbewussten Einsatz von Stereotypen im Französischunterricht entstehen. Der Sammelband umfasst Beiträge, die das Stereotyp und dessen Gebrauch im Chanson, im filmischen Bereich, in Pressetexten und in der politischen Karikatur untersuchen.

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Sprachliche und visuelle Stereotype

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1 Eine stereotype Einleitung (?)

Der Begriff des Stereotyps ist seit nunmehr fast 100 Jahren in öffentlichen Diskursen, wissenschaftlichen Aufsätzen und Studien zu finden. Eine zentrale Aussage, die in theoretischen und empirischen Analysen sowie Darstellungen zu Stereotypen oftmals angeführt wird, thematisiert die weite Verbreitung von Stereotypen in unterschiedlichen Gesellschaften: Stereotype sind ein fester Bestandteil des menschlichen Sprechens, Handelns und Denkens. Da sie „als Wissenseinheiten stets gebrauchsfertig zur Verfügung [stehen] und mental schnell abrufbar [sind]“ (Reiß 1997, 40), erweisen sie sich als sehr stabil. Sie helfen, die Komplexität der Realität zu strukturieren und überschaubar zu gestalten; sie simplifizieren Reize und Informationen und sind folglich als Hilfestellung sowie Orientierung zu betrachten. Diese auf Walter Lippmann (1922, cf. Ausgabe aus dem Jahr 1998) zurückgehende Definition hat bis heute Gültigkeit und wird in vielen Studien zu Stereotypen, u.a. aus dem Bereich der Sozialpsychologie und der Sozialwissenschaften, herangezogen.

Das Stereotyp als neutral besetzter Begriff bezeichnet ein Ordnungs- und Kategorisierungssystem und grenzt dabei zeitweise an den des Prototyps (im Sinne des Vertreters einer Kategorie), was im Laufe des Artikels noch dargestellt werden wird. In einigen Studien wird zudem zwischen stéréotypes de pensée und stéréotypes de langue (cf. Schapira 1999, 1) unterschieden, wobei letztere Bezeichnung darauf Bezug nimmt, dass sprachliche Strukturen zur Fixierung neigen und folglich stereotypisiert (im Sinne von ‘fixiert’ und ‘wiederholbar’) sind. Auch wird unter dem Terminus stereotypisierte Rede verstanden, dass in Textsorten bestimmte Formulierungen und Ausdrucksweisen immer...

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