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Aux frontières de l'autre

Kulturdidaktische und kulturwissenschaftliche Studien zu medialen Stereotypen

Edited By Kathleen Plötner and Marc Blancher

Images d‘Épinal, Klischees, Stereotype etc.: Die Bezeichnungen können auf ein einziges Konzept oder aber auf mehrere Konzepte referieren. Der vorliegende Sammelband bietet kulturdidaktische sowie literatur-, sprach- und kulturwissenschaftliche Blickwinkel auf ein hochaktuelles Thema unserer Zeit; und zwar die Darstellung des Anderen. Er widmet sich sowohl der(n) Definitionsfrage(n) als auch didaktischen Fragestellungen, die rund um den bewussten und unbewussten Einsatz von Stereotypen im Französischunterricht entstehen. Der Sammelband umfasst Beiträge, die das Stereotyp und dessen Gebrauch im Chanson, im filmischen Bereich, in Pressetexten und in der politischen Karikatur untersuchen.

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Georges Brassens: Les deux oncles – Klischees in der Chanson-Didaktik

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Abstract The article deals with reciprocal stereotypes in French and German war songs and proposes a didactic approach for using such songs in the French as a Foreign Language (FLE) classroom. The analysis moves from a pacifistic French song of the 1960s to diverse examples from the 19th and the early 20th century to demonstrate how the stereotypes were created reciprocally and in which way they already symbolize (or don’t symbolize) the ‘other’.

1 Präliminarien

Ausgangspunkt meiner Überlegungen ist Georges Brassens’ im Jahre 1964 vorgelegtes Chanson Les deux oncles, welches aufgrund seiner polemischen anti-militaristischen Haltung für heftige Reaktionen sorgte. Der Antimilitarismus des Liedes tritt exemplarisch zutage anhand seiner beiden ironisch gezeichneten Protagonisten, nämlich des oncle Martin, der mit den tommies paktierte, und des oncle Gaston, der mit den teutons kollaborierte. Brassens’ Chanson lässt sich als versöhnliche, aber auch ironische Antwort auf die lange Tradition deutscher wie französischer Kriegslieder begreifen. Der nationalistische Duktus dieser Kriegslieder hat zweifelsohne zur Zementierung der sich seit den Befreiungskriegen immer deutlicher manifestierenden „Erbfeindschaft“ zwischen Deutschland und Frankreich in nicht unerheblicher Weise beigetragen (cf. Cornejo 2004, 68–70). Neben dem ironischen Wiederaufgriff der Animositäten zwischen Deutschland und Frankreich richtet Brassens den Blick aber auch auf die jahrhundertalte Rivalität zwischen England und Frankreich.

Anhand von Les deux oncles lässt sich gut demonstrieren, wie nationale Klischees in einem poetischen Text in ironisch-spielerischer Form augenzwinkernd evoziert werden, wobei gleichzeitig eine zutiefst ernsthafte Nachricht,...

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