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Ich-Splitter

(Cross-)Mediale Selbstentwürfe in den Slawischen Kulturen

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Edited By Ingeborg Jandl and Gernot Howanitz

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Erinnerungsstücke und Refugien des Ich. David Albaharis „Mamac“ (Andrea Zink, Sonja Koroliov)

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Andrea Zink & Sonja Koroliov

ERINNERUNGSSTÜCKE UND REFUGIEN DES ICH. DAVID ALBAHARIS „MAMAC“

„Uvek to činim: pričam o nekom drugom, a, u stvari, pričam o sebi“ (Albahari 2004, 68) / „I always do that: I talk about somebody else but, in fact, I talk about myself“ (Albahari 1997, 61). Diese programmatische Aussage gilt nicht nur für den postmodernen Vater-Text (Cink 1988, engl. Tsing), aus dem sie stammt, sondern auch für den Mutter-Roman Mamac (engl. Bait, dt. Mutterland), den David Albahari wenige Jahre später, 1996, verfasst. Der Autor orientiert sich damit an einer kulturell-gesellschaftlichen Instanz, die besonders auf dem Balkan und in der jüdischen Kultur eine prominente Rolle spielt: der Familie. Die Familie schützt das Ich. Sie vermittelt Geborgenheit – sofern sie in den vielen Katastrophen, die Südosteuropa im 20. Jahrhundert ereilt haben, nicht zerstört wurde und solange natürliche Umstände wie etwa der altersbedingte Tod eines oder mehrerer Familienmitglieder sie nicht grundlegend dezimiert haben. In diese Familie flüchtet sich das Autor-Ich, oder – um genauer zu sein: in diese Familie sehnt es sich zurück. Denn das erzählende Ich muss den Verlust seiner Eltern bewältigen. Cink und Mamac stellen eine Hommage an Vater und Mutter dar, deren Tod sich nicht allzu lange vor der Abfassung des jeweiligen Textes ereignet hat, und es wird erkennbar, dass die Familie – als sie noch vollzählig war – den stabilen Rahmen bildete für ein nunmehr unsicheres, zweifelndes Ich,...

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