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Ich-Splitter

(Cross-)Mediale Selbstentwürfe in den Slawischen Kulturen

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Edited By Ingeborg Jandl and Gernot Howanitz

Der Sammelband „Ich-Splitter“ rückt (auto-)biografische Formen ins Blickfeld, die über die textuelle Erschließung des Selbst hinausgehen. Rekonstruktion, Fragmentierung und Brechung des Ich im (cross-)medialen Zusammenspiel unterschiedlicher Medien stehen im Zentrum dieses Bandes, der den (inter-) medialen Wegen der Selbstinszenierung und Selbstsuche in den slawischen Kulturen nachspürt. Schnittstellen zu anderen (Auto-)Biografien werden dabei oft bewusst als Rahmen aufgegriffen, der die Verortung des Ich unterstützt. Die Beiträge befassen sich mit süd-, ost- und westslawischen (Auto-)Biografie-Projekten und zeichnen so ein Panorama, das mediale Praktiken der Selbst-erschließung in ihrer konzeptuellen Systematik aufzeigt und darüber hinaus auf eine vielseitige Reise durch unterschiedliche slawische Lebenswelten und historische Kontexte einlädt.
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Luigi Nonos Werk und Selbstbild – ein Beitrag zur Rezeptionsgeschichte der russischen Avantgarde in Italien (Margarethe Maierhofer-Lischka)

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Margarethe Maierhofer-Lischka

LUIGI NONOS WERK UND SELBSTBILD – EIN BEITRAG ZUR REZEPTIONSGESCHICHTE DER RUSSISCHEN AVANTGARDE IN ITALIEN

 

                                                All dem lag die große Faszination zugrunde, die ausging vom kreativen Denken einer bestimmten Kultur und zwar der russischen, vor Allem der ersten Jahrzehnte dieses Jahrhunderts – vor Stalin – von Chlebnikov bis Majakovskij, Tatlin, Malevitsch, Vertov, Eisenstein. (Nono 2004, 41)

Der venezianische Komponist Luigi Nono wird als einer der wichtigsten Vertreter der musikalischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts geführt. Dennoch galt er zu Lebzeiten als Außenseiter, denn als bekennender Kommunist befand sich Nono im Zwiespalt zwischen zwei künstlerischen Selbstentwürfen: dem ästhetisierenden Selbstverständnis einer absoluten Musik mitteleuropäischer Tradition und einem politisch orientierten Künstlerbild, das er durch Bezug auf die russischen Avantgardebewegungen entwickelte. Während die Entwicklung Nonos als Komponist aus der europäischen Tradition bereits Gegenstand zahlreicher Studien ist, wurde seine Beziehung zur russischen Kunst bisher von der Forschung nicht eingehend beachtet, obwohl sich zahlreiche Hinweise in seinem Schaffen darauf finden lassen. Ausnahmen stellen Erik Esterbauers Monografie zu Nonos Tarkovskij-Hommage dar, sowie Lana Zickgrafs Aufsatz „Zwischen venezianischer Mehrchörigkeit und russischer Theateravantgarde“, der ansatzweise die Beziehungen von Nonos Musiktheaterwerken zur Ästhetik des russischen Theaters anhand einzelner Beispiele herausarbeitet. (vgl. Esterbauer 2011; Zickgraf 2015) Nicht nur im Bereich der Textvertonungen, sondern quer durch alle musikalischen Genres (Theatermusik, Musiktheater, Kammermusik, Chorwerke) bildeten Persönlichkeiten und Texte von Künstlern der osteuropäischen Avantgarde, vor allem Russlands, einen roten Faden durch Nonos gesamtes Schaffen....

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