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Ich-Splitter

(Cross-)Mediale Selbstentwürfe in den Slawischen Kulturen

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Edited By Ingeborg Jandl and Gernot Howanitz

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(Auf-)Zeichnungen aus dem Underground. (Auto-)Biographische Praktiken bei Jáchym Topol (Gernot Howanitz)

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Gernot Howanitz

(AUF-)ZEICHNUNGEN AUS DEM UNDERGROUND. (AUTO-)BIOGRAPHISCHE PRAKTIKEN BEI JÁCHYM TOPOL

In einem Gespräch mit Kateřina Kadlecová klagt der tschechische Autor Jáchym Topol, das Publikum mache sich ein völlig falsches Bild von seiner Persönlichkeit:

    Ostatně pamatuju si, jak byli lidi mojí osobou zklamaní. Na prvních pár čteních po vydání Sestry obecenstvo čekalo, že přijede Topol, který bude mít vlasy po pás, budou z něj čouhat injekční stříkačky a vypije deset piv. A já jsem přijel a měl jsem brýle, hovořil jsem spisovně. (Kadlecová 2009, 6)

    Übrigens erinnere ich mich, wie die Leute von meiner Persönlichkeit enttäuscht waren. Auf den ersten paar Lesungen nach der Publikation von Sestra erwartete sich die Allgemeinheit, dass da ein Topol kommt, der Haare bis zum Gürtel hat, mit Injektionsnadeln gespickt ist und zehn Bier trinkt. Und dann kam ich und hatte eine Brille, redete nach der Schrift.1

Woher kommt diese Erwartungshaltung? Zweifellos direkt aus der Lektüreerfahrung: Topols Roman-Erstling Sestra / Die Schwester (1994) und der ein Jahr später erschienene Roman Anděl setzen sich, wie Alfrun Kliems in ihrer Monographie Der Underground, die Wende und die Stadt schreibt, zum Ziel, „den Underground zu erzählen“ (Kliems 2015, 233). Der Underground, das heißt vor allem Dissidenz, Nonkonformismus, Drogen und Rausch (Kliems 2015, 22f.). Nun ist es so,...

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