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Ich-Splitter

(Cross-)Mediale Selbstentwürfe in den Slawischen Kulturen

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Edited By Ingeborg Jandl and Gernot Howanitz

Der Sammelband „Ich-Splitter“ rückt (auto-)biografische Formen ins Blickfeld, die über die textuelle Erschließung des Selbst hinausgehen. Rekonstruktion, Fragmentierung und Brechung des Ich im (cross-)medialen Zusammenspiel unterschiedlicher Medien stehen im Zentrum dieses Bandes, der den (inter-) medialen Wegen der Selbstinszenierung und Selbstsuche in den slawischen Kulturen nachspürt. Schnittstellen zu anderen (Auto-)Biografien werden dabei oft bewusst als Rahmen aufgegriffen, der die Verortung des Ich unterstützt. Die Beiträge befassen sich mit süd-, ost- und westslawischen (Auto-)Biografie-Projekten und zeichnen so ein Panorama, das mediale Praktiken der Selbst-erschließung in ihrer konzeptuellen Systematik aufzeigt und darüber hinaus auf eine vielseitige Reise durch unterschiedliche slawische Lebenswelten und historische Kontexte einlädt.
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Kriegskindheiten in Sarajevo. In Aphorismen, Objekten und Bildern (Ingeborg Jandl)

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Ingeborg Jandl

KRIEGSKINDHEITEN IN SARAJEVO. IN APHORISMEN, OBJEKTEN UND BILDERN.

Djetinjstvo u ratu – svaki dan po jedan osmijeh i po jedna suza,po jedan trzaj u snu i po jedan uzdah za čokoladom…

Kindheit im Krieg – täglich ein Lachen und eine Träne,täglich eine Erschütterung im Schlaf und ein Seufzer nach Schokolade.1(Dijana (*1983), 51)

Das Museum Muzej ratnog djetinjstva / War Childhood Museum in Sarajevo wurde im Jänner 2017 eröffnet und umfasst Alltagsobjekte in Verbindung mit erinnerten Episoden, welche von Personen zur Verfügung gestellt wurden, die den Bosnien-Krieg (1992-1995) als Kinder (mit bis zu 18 Jahren) in dieser Stadt erlebten. Menschen, Erinnerungen und Objekte werden so in fragmentierter Form greifbar. In diesem kollektiv-autobiografischen Konstrukt einer Generation prägt die Splitter-Form viele der geteilten Erfahrungen, die Isolation, Trennungen und Verluste einschließen. Neben tragischen Ereignissen lässt das Konzept jedoch auch Platz für typische Kindheits-Erinnerungen: an Süßigkeiten, Episoden aus der Schulzeit, freundschaftliche Unternehmungen mit Spielkameraden und die erste Liebe. Kindheit und Trauma werden so differenziert behandelt und für die Betroffenen in ein Verhältnis gestellt, das diese Erfahrungen trotz vorliegender Überschneidungen als an sich voneinander unabhängig begreift. Als öffentliches Mahnmal, das sich aus individuellen Erfahrungen zusammensetzt, stellt dieses Museum zugleich einen Ort der kollektiven Trauma-Verarbeitung dar, indem es traumatischen und alltäglichen Splittern einen Raum bietet, wo sie zum Mosaik einer gemeinsamen Kindheit werden. Dass der Bedarf an einem solchen Museum...

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