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Ich-Splitter

(Cross-)Mediale Selbstentwürfe in den Slawischen Kulturen

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Edited By Ingeborg Jandl and Gernot Howanitz

Der Sammelband „Ich-Splitter“ rückt (auto-)biografische Formen ins Blickfeld, die über die textuelle Erschließung des Selbst hinausgehen. Rekonstruktion, Fragmentierung und Brechung des Ich im (cross-)medialen Zusammenspiel unterschiedlicher Medien stehen im Zentrum dieses Bandes, der den (inter-) medialen Wegen der Selbstinszenierung und Selbstsuche in den slawischen Kulturen nachspürt. Schnittstellen zu anderen (Auto-)Biografien werden dabei oft bewusst als Rahmen aufgegriffen, der die Verortung des Ich unterstützt. Die Beiträge befassen sich mit süd-, ost- und westslawischen (Auto-)Biografie-Projekten und zeichnen so ein Panorama, das mediale Praktiken der Selbst-erschließung in ihrer konzeptuellen Systematik aufzeigt und darüber hinaus auf eine vielseitige Reise durch unterschiedliche slawische Lebenswelten und historische Kontexte einlädt.
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iRhetoric. Metonymie als generative Trope von Selbstperformance im Social Web – mit Boris Chersonskijs Facebook als Testfall (Dirk Uffelmann)

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Dirk Uffelmann

iRHETORIC. METONYMIE ALS GENERATIVE TROPE VON SELBST-PERFORMANCE IM SOCIAL WEB – MIT BORIS CHERSONSKIJS FACEBOOK ALS TESTFALL

 

                            Творец всегда изображается в творении. / Der Schaffende bildet sich stets im Geschaffenen ab.1(Nikolaj Karamzin, Что нужно автору? / Was braucht ein Autor?; Karamzin 1964, 120)

 

 

 

                            А я – на фоне мясной лавки. [...] А тут смотри: у меня за спиной сорок восемь сортов колбасы. Я хочу, чтобы люди видели, что я это видел! / Und das bin ich, vor einem Fleischerladen. […] Schau, 48 Sorten Wurst hinter mir. Ich will, dass die Leute sehen, dass ich das gesehen habe!(Kabarettist Michail Zadornov, einen sowjetischen Reisenden mimend, der Fotografien von seiner Westdeutschlandreise herumzeigt; Zadornov 2006, 181)

Verflacht das Social Web die hohe Kunst der Rhetorik?

2001 monierte Lev Manovich: „hyperlinking exemplifies the continuing decline of the field of rhetoric in the modern era“ (Manovich 2001, 77). Bemerkenswerterweise kam dieses Lamento von einem der Pioniere der Nutzung von Big Data in den Digital Humanities, nicht etwa von einem der üblichen Verdächtigen, wenn es um das Bekritteln von technischem Fortschritt als moralischem Niedergang geht. Noch bezeichnender aber ist von einer literaturwissenschaftlichen Warte, dass der Medientheoretiker seine Diagnose mit einem Schlenker in die rhetorische Tropologie unterfütterte: ← 333 | 334 →

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