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Konflikt und Kooperation

Die Ostsee als Handlungs- und Kulturraum

Edited By Martin Göllnitz, Nils Abraham, Thomas Wegener Friis and Helmut Müller-Enbergs

Seit dem Ende des Kalten Krieges und der Erweiterung der Europäischen Union gerät der Ostseeraum als historische Einheit immer stärker in das Blickfeld von Wissenschaft und Öffentlichkeit. Eine intensive Beschäftigung mit dieser Region macht jedoch recht rasch deutlich, dass nicht nur die „eine Ostsee" existiert, sondern viele Ostseeräume, die in erster Linie durch Kooperationen und Konflikte, Handel und kulturelle Beziehungen sowie den daran beteiligten Protagonisten initialisiert und konstruiert werden.

In dem vorliegenden Band analysieren 23 ExpertInnen aus fünf Ostseeländern und Israel die durchaus unterschiedlichen Raumkonstruktionen und Verflechtungen innerhalb der Ostseeregion, die als ein spannungs- und konfliktreicher Handlungs- und Kulturraum verstanden wird.

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Britische Realpolitik während und im Umfeld der Moskauer Verhandlungen von Anthony Eden im Dezember 1941 (Lutz Oberdörfer)

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Lutz Oberdörfer

Britische Realpolitik während und im Umfeld der Moskauer Verhandlungen von Anthony Eden im Dezember 1941

Bekanntlich stellte die Ostseeregion stets ein interessen- und konfliktreiches Spannungsfeld dar, indem zahlreiche Akteure, die wiederum über unterschiedliche Handlungsspielräume verfügten, agierten. Deshalb lag es nahe, den von den Herausgebern anvisierten geopolitischen Ansatz aufzugreifen. Ich habe mich für die Verhandlungen des britischen Außenministers Anthony Eden im Dezember 1941 sowie deren unmittelbare Bedingungen und Folgen entschieden: die Gespräche der britischen Delegation mit Stalin und Molotow, die Bewertung dieser in London sowie die daraus für die britische Außenpolitik gezogenen Schlussfolgerungen bis zum Abschluss des britisch-sowjetischen Vertrages vom Mai 1942.

Die von Stalin als unabdingbare Voraussetzung für gedeihliche Beziehungen mit London verlangte Anerkennung der unter dem Hitler-Stalin-Pakt gewonnenen sowjetischen Westgrenzen und damit im Zusammenhang erhobene weitere Forderungen bzw. als Gegenleistung ins Spiel gebrachte Vorschläge nach zumindest vorrangigen Einflussgebieten und der Errichtung von Stützpunkten Moskaus bzw. Londons tangierten direkt wie indirekt den Ostseeraum. Im engeren Sinne wären bei einer Umsetzung die Staatlichkeit der baltischen Republiken, zumindest die territoriale Gestalt und zukünftige Rolle Polens, Finnlands und wahrscheinlich Norwegens sowie die staatliche Zugehörigkeit Ostpreußens betroffen gewesen. Schweden wie Dänemark hätten auf die eine oder andere Weise die Auswirkungen zu spüren bekommen. Den Forderungen der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) standen allerdings die wiederholten Aussagen britischer Politiker entgegen, keinerlei mit Gewalt herbeigef...

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