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Zur Funktion und Bedeutung des Chors im zeitgenössischen Drama und Theater

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Edited By Paul Martin Langner and Joanna Gospodarczyk

Die Rückkehr des Chores in die Theaterstücke und Inszenierungen der Gegenwart macht erkennbar, eine wie hohe Aktualität dieses seit der Antike bekannte Strukturelement des Dramas hat. Dabei werden die antiken Formen für die Bedingungen der Gegenwart überarbeitet und wirkungsvoll weiterentwickelt. Die Beiträge des Bandes leuchten vielfältige Formen der Aneignung und Neubildung aus. Die Position des Chores zur Bühnenhandlung, seine Dimensionen, Artikulationsweisen, Bewegungsmomente werden ebenso in den Aufsätzen diskutiert, wie seine Stellung zur Geschichte und sein Beitrag zum Verhältnis von Individualität und Gemeinschaft. In den Ergebnissen des Bandes wird deutlich, von welcher Wichtigkeit der Chor für das gegenwärtige Drama und die aktuelle Theaterarbeit ist.

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Einleitung

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Der Chor hat seit seiner Entstehung in der griechischen Antike als ein komplexes und multifunktionales Element im Drama Bestand bis in die unmittelbare Gegenwart. Dennoch war dieses Phänomen seit den Tagen von Aischylos und Euripides Wandlungen unterworfen. Es wäre ein interessanter Versuch, die Rezeption antiker oder Konstruktion eigener Chortraditionen in den mittelalterlichen, geistlichen Spielen nachzugehen. Dieser historische Aspekt kann hier nicht einmal in Andeutungen sichtbar gemacht werden.

Von der Erscheinungsform bezeichnete den Chor bereits im antiken Drama eine Mittelstellung zwischen dem dramatischen Vorgang auf der Skena und dem Publikum. Er konnte als Stimme existieren, die außerhalb des dramatischen Geschehens für den Zuschauer neue Räume eröffnete, konnte Distanz schaffen, konnte aber die Figuren zugleich zu Handlungen bestimmen. Damit griff er in den dramatischen Vorgang ein, um aber nicht auch Teil der Handlung zu sein. Dadurch war der Chor stets ein wichtiges Mittel der Dramatiker zur Kommunikation zwischen Bühnenvorgang und Publikum, aber er war eben deshalb auch mit komplexen Funktionen versehen. Kaum war anzunehmen, das hat die Chor-Tagung vom März 2017 deutlich unterstrichen, dass dieses zentrale dramatische Moment durch eine einzige Erscheinungsweise oder Funktion deutbar sein kann. Neben theoretisch orientierten Beiträgen standen Fallstudien, die das Wiederaufgreifen des Chors als Bühnenelement in der Gegenwart diskutierten. Drei Bereiche, die in den Beiträgen angesprochen wurden, rückten ins Zentrum der Betrachtung. So stellten sich wiederholt Fragen nach den Funktionen des Chores, seinen Erscheinungsformen und Merkmalen.

Die in diesem...

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