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Zur Funktion und Bedeutung des Chors im zeitgenössischen Drama und Theater

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Edited By Paul Martin Langner and Joanna Gospodarczyk

Die Rückkehr des Chores in die Theaterstücke und Inszenierungen der Gegenwart macht erkennbar, eine wie hohe Aktualität dieses seit der Antike bekannte Strukturelement des Dramas hat. Dabei werden die antiken Formen für die Bedingungen der Gegenwart überarbeitet und wirkungsvoll weiterentwickelt. Die Beiträge des Bandes leuchten vielfältige Formen der Aneignung und Neubildung aus. Die Position des Chores zur Bühnenhandlung, seine Dimensionen, Artikulationsweisen, Bewegungsmomente werden ebenso in den Aufsätzen diskutiert, wie seine Stellung zur Geschichte und sein Beitrag zum Verhältnis von Individualität und Gemeinschaft. In den Ergebnissen des Bandes wird deutlich, von welcher Wichtigkeit der Chor für das gegenwärtige Drama und die aktuelle Theaterarbeit ist.

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Felix Lempp und Kerstin Mertenskötter: „Es war nie für euch! Es war immer für uns.“ – Strategien der chorischen Gemeinschaftsbildung in René Polleschs Brecht-Aktualisierung Kill your Darlings! Streets of Berladelphia

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Felix Lempp (Hamburg) und Kerstin Mertenskötter (Münster)

„Es war nie für euch! Es war immer für uns.“ – Strategien der chorischen Gemeinschaftsbildung in René Polleschs Brecht-Aktualisierung Kill your Darlings! Streets of Berladelphia

Abstract: Der Aufsatz analysiert, wie René Polleschs Theaterstück Kill your Darlings! in der Gestaltung des Verhältnisses zwischen Einzelnem und Chor Strategien der Gemeinschaftsbildung theatral erprobt. Diese werden dabei vor der Folie von Brechts Theater, vorgestellt am Stück Die Mutter, als aktualisierende Auseinandersetzung mit dessen Lehrstückkonzept und Choreinsatz verstanden. Die Gemeinschaftsbildung zwischen Einzelnem und Chor kommt dabei bei Pollesch als performativer Prozess in den Blick, der sich im ‚Theater ohne Publikum‘ nur gemeinsam erspielen, nicht für Zuschauende repräsentieren lässt.

Keywords: René Pollesch; Fabian Hinrichs; Bertolt Brecht; Kill your Darlings; postdramatisches Theater; Chor; Gemeinschaft; LehrstückTheater ohne Publikum

René Pollesch und der Theaterchor, das scheint eine glückliche Wahlverwandtschaft zu sein. Der Autor und Regisseur Pollesch studierte zunächst Angewandte Theaterwissenschaft bei Andrzej Wirth und Heiner Müller in Gießen und wurde insbesondere bekannt durch seine Inszenierungen am Prater der Volksbühne Berlin, dessen künstlerische Leitung er von 2001 bis 2007 innehatte. Der Chor ist ein beliebtes theatrales Mittel in seinen Theaterstücken und tritt vielgestaltig auf als lockere chorische Formation wie in Sozialistische Schauspieler sind schwerer von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen (UA 2010) oder Du hast mir die Pfanne versaut, du Spiegelei des Terrors! (UA 2009), als...

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