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Zur Funktion und Bedeutung des Chors im zeitgenössischen Drama und Theater

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Edited By Paul Martin Langner and Joanna Gospodarczyk

Die Rückkehr des Chores in die Theaterstücke und Inszenierungen der Gegenwart macht erkennbar, eine wie hohe Aktualität dieses seit der Antike bekannte Strukturelement des Dramas hat. Dabei werden die antiken Formen für die Bedingungen der Gegenwart überarbeitet und wirkungsvoll weiterentwickelt. Die Beiträge des Bandes leuchten vielfältige Formen der Aneignung und Neubildung aus. Die Position des Chores zur Bühnenhandlung, seine Dimensionen, Artikulationsweisen, Bewegungsmomente werden ebenso in den Aufsätzen diskutiert, wie seine Stellung zur Geschichte und sein Beitrag zum Verhältnis von Individualität und Gemeinschaft. In den Ergebnissen des Bandes wird deutlich, von welcher Wichtigkeit der Chor für das gegenwärtige Drama und die aktuelle Theaterarbeit ist.

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Joanna Gospodarczyk: Die Rolle des Chores in zeitgenössischen Inszenierungen der ausgewählten Tragödien Aischylos

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Joanna Gospodarczyk (Kraków)

Die Rolle des Chores in zeitgenössischen Inszenierungen der ausgewählten Tragödien Aischylos

Abstract: Der Beitrag konzentriert sich auf die Frage nach den Bedingungen der heutigen Rezeption des Chores in den Inszenierungen der griechischen Tragödien. Die großen Zahlen ihrer Reinszenierungen in den letzten Jahren legen die Problematik der Darstellung des an Bedeutung und Funktionen reichen Elementes des Chors nahe. Der Text stellt die Voraussetzungen des antiken Chores dar und vergleicht die chorischen Einsätze der Tragödien Die Perser und Orestie mit ihren Inszenierungen von Michael Thalheimer und Antu Romero Nunes.

Keywords: Chor; griechische Tragödie; Aischylos; Die Perser; Orestie

Nach der Durchsicht der Spielpläne der großen Theater in den letzten 2 Jahren kann man die Feststellung wagen, dass die Konjunktur der antiken Tragödien immer weiter steigt. Erika Fischer-Lichte behauptet, dass diese intensive Rezeption für antikes Drama auf den deutschen Bühnen schon seit 150 Jahren besteht. Ihren neuen Anfang sollte die Inszenierung der Antigone von Ludwig Tieck im Auftrag des Königs Wilhelm IV. geben.1 Man muss aber darauf achtgeben, dass die zeitgenössischen Aufführungen der antiken Tragödien nicht mehr die ihnen ursprünglich vorgeschriebenen ideellen und formalen Bedingungen erfüllen. Die intensive Auseinandersetzung mit antiken Stoffen angesichts der neuen Tendenzen im Theater des. 20. Jahrhunderts erfordert eine Reinterpretation der formalen sowie inhaltlichen Elemente des Altertums.2 Die theatralen Zeichen, die in den zeitgenössischen Aufführungen benutzt werden,...

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