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Zur Funktion und Bedeutung des Chors im zeitgenössischen Drama und Theater

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Edited By Paul Martin Langner and Joanna Gospodarczyk

Die Rückkehr des Chores in die Theaterstücke und Inszenierungen der Gegenwart macht erkennbar, eine wie hohe Aktualität dieses seit der Antike bekannte Strukturelement des Dramas hat. Dabei werden die antiken Formen für die Bedingungen der Gegenwart überarbeitet und wirkungsvoll weiterentwickelt. Die Beiträge des Bandes leuchten vielfältige Formen der Aneignung und Neubildung aus. Die Position des Chores zur Bühnenhandlung, seine Dimensionen, Artikulationsweisen, Bewegungsmomente werden ebenso in den Aufsätzen diskutiert, wie seine Stellung zur Geschichte und sein Beitrag zum Verhältnis von Individualität und Gemeinschaft. In den Ergebnissen des Bandes wird deutlich, von welcher Wichtigkeit der Chor für das gegenwärtige Drama und die aktuelle Theaterarbeit ist.

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Sebastian Dusza: Zur interaktionistisch-kommunikativen Rolle des Chores in Wolfgang Bauers Einakter Lukrezia

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Sebastian Dusza (Kraków)

Zur interaktionistisch-kommunikativen Rolle des Chores in Wolfgang Bauers Einakter Lukrezia

Abstract: Der seine Dramen in ganz Griechenland auf dem Wagen aufführende Thespis war der erste Performer des altertümlichen Griechenlands, der dem apollinischen Chor seinen ersten dionysischen Schauspieler gegenübergestellt hatte, sodass der Handlung aller Theatervorführungen ein neuer Handlungsspielraum verliehen wurde. Das Ziel meines Beitrags ist es nicht die Wissensstrukturen zwischen dem Chor und der Lukrezia, der einsamen Heldin des Einakters von Wolfgang Bauer, zu veranschaulichen. Dank Lukrezia will aber gezeigt werden, was geschieht, wenn die Bühnenspannung nicht mit dem Vorhangfall nachlässt. Inwieweit ist es für uns möglich, die Qualität unserer Interaktion mit unserem Chor zu bewerten? Und was ist unser Chor?

Keywords: Chor, österreichisches Drama, Soziologie des Wissens, Wissenssysteme

Einleitung

Das Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, die Komponenten der Interaktion im epischen Drama zu zeigen und ihre gesellschaftsbildende Relevanz durch Dekonstruktion zu beweisen. Das Problem der sich dadurch manifestierenden Wissensstrukturen im Drama wird anhand des Einakters Wolfgang Bauers Lukrezia analysiert. Die Frage, die der vorliegende Beitrag zu beantworten versucht, ist die Natur der Wissensstrukturen in Medien: Werden sie inklusiv nur im Laufe des Schauspiels als einer innersystemischen, intimen Mikro-Interaktion der Schauspieler samt dem Publikum gebildet oder existieren sie auch im außerdramatischen Kontext, indem sie alle Modelle der menschlichen Anteilnahme in den Massenmedien permanent determinieren und den Menschen stets als (Schau-)Spieler zu stilisieren.1 Leitende Hypothese des...

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