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Zur Funktion und Bedeutung des Chors im zeitgenössischen Drama und Theater

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Edited By Paul Martin Langner and Joanna Gospodarczyk

Die Rückkehr des Chores in die Theaterstücke und Inszenierungen der Gegenwart macht erkennbar, eine wie hohe Aktualität dieses seit der Antike bekannte Strukturelement des Dramas hat. Dabei werden die antiken Formen für die Bedingungen der Gegenwart überarbeitet und wirkungsvoll weiterentwickelt. Die Beiträge des Bandes leuchten vielfältige Formen der Aneignung und Neubildung aus. Die Position des Chores zur Bühnenhandlung, seine Dimensionen, Artikulationsweisen, Bewegungsmomente werden ebenso in den Aufsätzen diskutiert, wie seine Stellung zur Geschichte und sein Beitrag zum Verhältnis von Individualität und Gemeinschaft. In den Ergebnissen des Bandes wird deutlich, von welcher Wichtigkeit der Chor für das gegenwärtige Drama und die aktuelle Theaterarbeit ist.

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Tobiasz Janikowski: Chorartige Stimmen und Chor-Imitationen in den Dramen von Thomas Bernhard. Texte und Inszenierungen

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Tobiasz Janikowski (Kraków)

Chorartige Stimmen und Chor-Imitationen in den Dramen von Thomas Bernhard. Texte und Inszenierungen

Abstract: Der folgende Beitrag versucht in den Dramen von Thomas Bernhard und in ihren Inszenierungen der letzten Jahre jene Akzente und Inhalte hervorzuheben, die eine mehr oder weniger verschlüsselte Chorfunktion in sich tragen, bzw. als chorische Elemente aufgefasst werden dürfen. Angesichts des Umstands, dass in ausgewählten Theaterstücken des Enfant terrible der österreichischen Literatur, Stimmen, Kommentare und Inszenierungspraktiken zum Vorschein kommen, die eine spezifisch chorartige Wirkung haben, erscheint auch die Frage nach ihrer Funktionalität relevant. Die chorartigen Akzente in Theaterstücken von Thomas Bernhard sind schließlich auf weitreichende Sensibilisierung, wenn nicht gar Ermahnung oder Umerziehung des Rezipienten gerichtet. Sie fungieren des Weiteren als ein der Gesellschaft vorgehaltener Spiegel und ein Versuch der äußerst kritischen Auseinandersetzung mit den geltenden gesellschaftlichen Normen und Werten.

Keywords: Drama des 20. Jahrhunderts, Theaterstücke von Thomas Bernhard, Chorartige Stimmen, Chor-Imitationen, Texte und Inszenierungen

Das dramatische Werk Thomas Bernhards knüpft in rein struktureller Hinsicht nur wenig an die innerhalb von Jahrhunderten etablierten Muster, Traditionen und Wirkungsebenen des antiken Theaters an. Dennoch kommen in seinen, nicht selten durch Provokation und gesellschaftliche Kritik bedeutend gekennzeichneten Theaterstücken (gemeint sind u.a. Ein Fest für Boris, Der Ignorant und der Wahnsinnige1, Die Jagdgesellschaft, Immanuel Kant, Heldenplatz) Stimmen, Kommentare und gestalterische Erweiterungen zum Vorschein, die eine ←165 | 166→spezifisch chorartige Wirkung haben und als Chor-Imitationen einzustufen sind. Aus...

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